• 19. Oktober 2022 · 20:59 Uhr

Neuer Motor für Charles Leclerc in Austin mit 2023er-Modifikationen

Ferrari-Pilot Charles Leclerc wird beim USA-Grand-Prix der Formel 1 eine Gridstrafe kassieren, aber: Der neue Motor enthält Modifikationen für die Saison 2023!

(Motorsport-Total.com) - Für Charles Leclerc ist der Grand Prix der USA schon fast gelaufen, bevor er überhaupt angefangen hat. Der Monegasse wird seinen sechsten Motor der Formel-1-Saison 2022 nehmen, wofür er zunächst eine Fünf-Plätze-Gridstrafe kassiert. Es ist gut möglich, dass sein Ferrari-Team noch weitere Teile an der Power-Unit tauschen wird.

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Charles Leclerc am Qualifyingsamstag in Japan Zoom Download

Zudem wird er das Geschehen auf der Strecke im ersten Freien Training nur von außen begutachten können, da Ferrari-Reservefahrer Robert Schwarzman sein Steuer übernehmen wird. Immerhin sollte der neue Motor bei Leclerc zusätzliche Leistung liefern, da dieser Modifikationen für das 2023er-Aggregat beinhalten wird.

Der neue Motor wurde mit Spezifikationen versehen, die auch im Triebwerk des kommenden Jahres eingebaut werden, nachdem die FIA Ferrari erlaubt hat, an der Zuverlässigkeit zu arbeiten.

Hat Ferrari mehr PS gegen weniger Zuverlässigkeit getauscht?

Die Einführung des neuen Motors hat auch eine strategische Funktion: Die von Enrico Gualtieri geleitete Arbeitsgruppe hat sich mit den technischen Aspekten befasst, die die Zuverlässigkeit des Ferrari-Aggregats untergraben haben, und mit voller Zustimmung der FIA wurden Änderungen vorgenommen, die neue Lösungen einführen, die bis 2023 getestet werden.

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Scuderia mit der Einführung des von Wolf Zimmermann entwickelten Superfast-Motors einen großen Schritt nach vorn gemacht hat, was die Leistung angeht. Jedoch wurde das Streben nach mehr PS auf dem Altar der Zuverlässigkeit erkauft.

Es war eine präzise Entscheidung des Teamchefs Mattia Binotto, der sich bewusst war, dass es mit dem Einfrieren der Power-Unit-Entwicklung bis Ende 2025 keine Möglichkeit geben würde, die Leistung wiederherzustellen, während die Vorschriften es jedoch erlauben würden, an der Haltbarkeit zu arbeiten.

Ferrari 2022: Leistungsdrosselung nach Zuverlässigkeitsproblemen

Zimmermann stellte einen innovativen Sechs-Zylinder mit einem neuen Kraftstoffsystem zur Verfügung, das im Brennraum eine Berstphase mit sehr schnellen Zündzeiten gewährleistet.

Nach zwei schwierigen Jahren, in denen der Ferrari-Motor nach einer geheimen Vereinbarung mit der FIA nicht wirklich konkurrenzfähig war, ist Ferrari nun mit einem Aggregat zurück, um es mit den anderen Herstellern aufnehmen zu können.

Die wiederholten Ausfälle von Charles Leclerc und Carlos Sainz haben die Saison 2022 stark beeinträchtigt, sodass man bei Ferrari gezwungen war, einen konservativen Weg zu wählen, um weitere Ausfälle zu vermeiden. Gleichzeitig wurde dadurch aber auch das Potenzial des Antriebsstrangs reduziert.


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Die häufigen Power-Unit-Wechsel, um zu vermeiden, dass die schwächsten Teile kaputt gehen, ermöglichte es den Ingenieuren, an Lösungen zu arbeiten, die nicht "puffern", sondern endgültig sind, mit dem Ziel, Motoren zu entwickeln, die eine Lebensdauer von sieben bis acht Grands Prix haben, um die für das nächste Jahr geplanten Ziele zu erreichen.

Mit neuem Leclerc-Motor wieder volle Leistung?

Leclerc wird dabei auf seine sechste Power-Unit zurückgreifen, welche ein wichtiger Prüfstand für Ferrari ist: Die Scuderia wird anstreben, wieder die volle Leistung auszuschöpfen und auch die elektronischen Strategien des Hybridsystems mit einem neuen, verstärkten Mapping entsprechend anpassen.

Gerüchten zufolge sollten wir dann auch den Wert des neuen ERS, das in Spa-Francorchamps im F1-75 von Leclerc eingeführt wurde, herausfinden. Bisher konnte man damit etwas Gewicht sparen, doch die Leistungsverbesserung ist noch nicht zum Vorschein gekommen.

Warum Austin ein wichtiges Wochenende für Ferrari wird

Leclercs Teamkollege Carlos Sainz wird in Austin hingegen um die Poleposition kämpfen, während der Monegasse versuchen wird, in den letzten vier Rennen den zweiten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft zu ergattern. Sein Rückstand auf Red-Bull-Pilot Sergio Perez beträgt gerade einmal einen Punkt.

In Austin ist es durchaus möglich, zu überholen, sodass es interessant zu sehen sein wird, ob die Scuderia noch ein Ass im Ärmel hat, um zu Saisonende die Red-Bull-Übermacht zu brechen. Leclercs Sieg in Österreich Anfang Juli war bis dato der letzte für Ferrari, aber auch eines Nicht-Red-Bull-Fahrers.

In den Vereinigten Staaten wird auch die tatsächliche Wirksamkeit der letzten Entwicklungsstufe des Ferrari-Unterbodens auf die Probe gestellt, der in Suzuka ans Auto montiert wurde. Die verregneten Bedingungen machten eine Einschätzung jedoch schwierig.


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Für das Ferrari-Team wird das Rennwochenende in Austin somit ein wichtiges Wochenende werden. Neben dem neuen Motor und den Unterboden aus Japan finden im zweiten Training auch die Pirelli-Reifentests für das kommende Jahr statt. Zudem wird Reservefahrer Robert Schwarzman sein offizielles Formel-1-Debüt im FT1 feiern und Leclerc im F1-75 ersetzen.

Schwarzman über F1-Debüt: "Etwas ganz Besonderes"

Die Italiener werden damit zum ersten Mal seit dem Großen Preis von Italien 1976 drei offizielle Fahrer einsetzen, als das Team Niki Lauda, Clay Regazzoni und Carlos Reutemann ins Rennen schickte.

"Das Debüt in einer offiziellen Formel-1-Sitzung mit der Scuderia Ferrari ist eine große Ehre, und der erste Fahrer zu sein, der diese Gelegenheit nach so vielen Jahren erhält, macht das, was ich am Freitag tun werde, zu etwas ganz Besonderem", sagt Schwarzman.

"Ich bin natürlich aufgeregt, aber gleichzeitig bin ich auch sehr gespannt darauf, dieses Auto zum ersten Mal zu fahren und zu sehen, wie nah die Arbeit, die wir im Simulator gemacht haben, an der Realität ist."

"Der Circuit of the Americas ist sehr interessant und ziemlich anspruchsvoll. Ich bin noch nie auf dieser Strecke gefahren, also wird es mein erstes Mal sein. Ich habe mich hauptsächlich im Simulator darauf vorbereitet und freue mich sehr darauf, sie in der Realität zu befahren", so Schwarzman.

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