"Beste Runde dieses Jahr": Öffnet sich für Hadjar nach P4 die Red-Bull-Tür?
Isack Hadjar überraschte mit seinem besten Startplatz in der Formel 1: Der Franzose steht direkt neben Max Verstappen und beeindruckt auch Helmut Marko
(Motorsport-Total.com) - Bringt ihn diese Runde 2026 in den Red Bull? Isack Hadjar war die große Überraschung des Qualifyings zum Formel-1-Rennen in Zandvoort (hier live im Ticker verfolgen). Dem Franzosen gelang eine starke Runde, die ihn auf Rang vier brachte - direkt neben seinen möglichen zukünftigen Teamkollegen Max Verstappen.
"Das war wahrscheinlich die beste Runde, die ich dieses Jahr gefahren bin", jubelt der Rookie nach seinem besten Startplatz der Karriere. "Es ist eine sehr harte Strecke, sehr anspruchsvoll. Und ich habe alles reingelegt - besonders in der letzten Kurve. Da habe ich, denke ich, noch ein Zehntel gefunden. Das war etwas Besonderes."
Wie besonders das war, konnte man nach der Zieldurchfahrt auch am Funk hören, als Hadjar laut am Funk jubelte und seinen Renningenieur anschrie.
Großes Lob gibt es von ihm für das Auto, das "genau so war, wie ich es wollte", wie er sagt. "Es hat sehr gut reagiert, besonders auf dieser letzten Runde. Wahrscheinlich hatten wir ein bisschen Glück mit den Windböen, keine Ahnung, wir müssen uns die Daten anschauen. Aber ja, ich habe eine fantastische Runde gezogen, und sie hat gehalten, weil das Auto großartig war."
Mit Platz vier konnte Hadjar jedenfalls kräftig Argumente für eine Beförderung sammeln - wobei Red Bull Motorsportkonsulent Helmut Marko eigentlich nicht mehr überzeugt werden muss: "Wir sind es eigentlich schon gewohnt von ihm", lacht der Österreicher im ORF.
Hadjar trotzt den Problemen
Was ihn besonders beeindruckt: Wie Hadjar mit dem bislang schwierigen Wochenende umgegangen ist. Nach einem Sensorproblem im ersten Training hatte Racing Bulls entschieden, einen neuen Motor und eine neue Batterie zu verbauen, doch damit kam Hadjar im zweiten Training keine zwei Runden weit, bevor er das Auto abstellen sollte und die komplette Session verlor.
"Aber der steckt das weg. Wenn es dann ans Eingemachte geht, liefert er ab", lobt Marko.
Hadjar selbst sieht das jedoch weniger problematisch: "Normalerweise bist du nach drei Freien Trainings mehr als bereit, loszulegen. Also mit zwei Sessions ist es, denke ich, mehr als genug, um ins Qualifying zu gehen", winkt er ab. "Heute Morgen hat es eine Runde gebraucht, um wieder in den Rhythmus zu kommen, und dann habe ich mich wohlgefühlt."
Nur: In Q1 und Q2 war Teamkollege Liam Lawson jeweils schneller als Hadjar. "Also wusste ich, dass ich mich voll reinhängen muss, um etwas Besonderes zu finden." Und das gelang: "Das Auto fühlte sich auf dieser letzten Runde sehr, sehr stark an. Das Reifenaufwärmen war perfekt, die Runde war sauber - also ja, ein sehr guter Job vom Team", lobt er bei Sky.
Am Sonntag Angriff auf Verstappen?
Doch was kann Hadjar nun am Sonntag bewerkstelligen? Vielleicht sogar Max Verstappen vor ihm angreifen? "Ich meine, er startet auf der sauberen Seite. Er hat normalerweise großartige Starts", sagt er. "Also erwarte ich, dass er vielleicht ein Auto vor sich überholt - wenn überhaupt."
Hadjar selbst muss auf die Rennpace seines VCARB 02 bauen, doch der Franzose ist realistisch genug zu wissen, dass Platz vier am Sonntag wohl kaum zu halten sein wird, auch wenn Zandvoort als nicht gerade überholfreundlich gilt.
"Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass es hier so schwer ist zu überholen", merkt er an. "Wenn man sich die lange Gerade anschaut und wie früh die DRS-Zone beginnt - wenn sie mehr Pace haben, werden sie überholen. Punkt. Wir müssen das akzeptieren und klug agieren."