• 01. April 2023 · 04:34 Uhr

F1-Training Melbourne: Verstappen und Alonso weit vor Ferrari

Ferrari kämpft auch in Melbourne mit dem hohen Reifenverschleiß, Sergio Perez erlebt ein Training zum Vergessen, und Max Verstappen fährt souverän Bestzeit

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen (Red Bull) hat sich im dritten Freien Training zum Grand Prix von Australien 2023 in Melbourne die Bestzeit gesichert. Wie repräsentativ diese Bestzeit tatsächlich ist, das bleibt allerdings unklar. Denn weil die Teams nach Regen im Freitagstraining auch noch Longruns testeten, stand die absolute Bestzeit diesmal nicht so im Vordergrund wie sonst am Samstagmorgen.

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Max Verstappen geht als klarer Favorit in den Grand Prix von Australien 2023 Zoom Download

"Eine komische Session", analysiert Mercedes-Teamchef Toto Wolff im Interview mit 'Sky'. "Die Zeiten sind immer schneller geworden. Ganz schwierig zu sagen. Ich glaube, es sind die üblichen Verdächtigen vorne, die üblichen sechs bis acht Autos. Aber schwierig einzuschätzen, wer hinter Max folgt."

Verstappen wurde in 1:17.565 Minuten gestoppt und verwies Fernando Alonso (Aston Martin/+0,162) und Esteban Ocon (Alpine/+0,373) auf die Plätze. George Russell (Mercedes/+0,390) wurde Vierter - und das, obwohl er vor allem zu Beginn der Session nicht zufrieden war: "Könnt ihr die Bodenhöhe überprüfen? Ich setze bei Kurve 3 auf. Genau genommen überall", funkte er.

Ähnlich unzufrieden mit der Balance war Sergio Perez (6./Red Bull/+0,558): loses Heck beim Anbremsen von Kurve 1, blockierende Vorderräder beim Anbremsen von Kurve 3, generell ein unberechenbares Fahrverhalten. Gleich dreimal rutschte er neben die Strecke. "Ich kann diese Session nicht glauben", knurrte er am Funk.

Zum Schluss, als er noch einen Start trainieren wollte, fuhr Perez zu spät los, sodass die Ampel an der Boxenausfahrt rot war. "Da ist alles schiefgelaufen", sagt Helmut Marko im Interview mit 'ServusTV'. "Im Vorderwagen ist ein technisches Problem aufgetreten, das sie bis zum Schluss nicht gelöst haben. Und als das Auto dann okay war, hat es zu regnen angefangen."

Alpine überrascht: Beide Autos in den Top 5

Ocon auf P3 und Pierre Gasly auf P5 waren aus Alpine-Sicht eine erfreuliche Überraschung. "Wir hatten eine gute Session", sagt Teamchef Otmar Szafnauer. "Als wir die frischen Reifen draufgemacht haben, waren wir dann sogar noch schneller. Ich hoffe, dass wir diese relative Pace ins Qualifying mitnehmen können. Denn wir wissen nicht, was die anderen gemacht haben."

Carlos Sainz (Ferrari) lag lang in Führung, wurde aber nach und nach zurückgereicht, weil er sein Pulver früh verschossen hatte, und rutschte am Ende der Session, als eigentlich nur noch Starts geübt wurden, auf feuchter Fahrbahn neben die Strecke. Sainz (+0,562) wurde letztendlich Siebter, Charles Leclerc (+1,126) 13.

Lewis Hamilton (Mercedes/+0,573) wurde Achter, Nico Hülkenberg (Haas/+0,845) Elfter. Der Deutsche war damit um 0,646 Sekunden schneller als sein Teamkollege Kevin Magnussen (18.). Lokalmatador Oscar Piastri (McLaren/+1,148) kam auf Rang 14. Und: Zwischen P10 (Guanyu Zhou) und P20 (Lando Norris) lagen nur 0,8 Sekunden.

Dass Hamilton wieder hinter Russell liegt, müsse aber nichts bedeuten: "Als George und die anderen diese guten Zeiten rausgedrückt haben, war Lewis schon wieder fertig", erklärt Wolff. "Die Strecke hat eine komische Evolution genommen in der Session. Lewis wird mit Sicherheit ganz vorne dabei sein. Zumindest so, wie das der Mercedes halt kann."


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Zu einer kleinen Schrecksekunde kam es übrigens, als Russell bei hoher Geschwindigkeit beinahe auf den langsam fahrenden Lance Stroll (9./0,633) aufgefahren wäre. "Wow, das war gefährlich vom Aston", erschrack der Mercedes-Fahrer, der bei Kurve 6/7/8 gerade noch rechtzeitig abbremsen und ausweichen konnte.

Ob es neuerlich einen Zusammenhang mit ausgefallenen GPS-Daten gab, so wie schon im ersten Freien Training am Freitag, ist nicht bekannt. Auffällig war aber in den ersten Minuten der Session, dass der "Drivertracker" mit den GPS-Positionen der Fahrer im Medienportal der Formel 1 nicht funktionierte. Später lief dieser dann reibungslos.

Eine rote Flagge gab's so oder so auch am Samstagmorgen, allerdings nicht wegen Computerproblemen. 27 Minuten vor Ende musste die Session unterbrochen werden, weil auf der schnellen Gerade vor Kurve 9 ein Teil auf der Strecke lag. Nach drei Minuten Pause ging's allerdings schon wieder weiter.

Longrun-Analyse: Wer hat die beste Rennpace?

Für einige Teams bitter, weil sie gerade ihre Longrun-Simulationen im Hinblick auf das Rennen begonnen hatten. Beide Aston-Martin-Piloten hatten bis zur Unterbrechung einen Rundenschnitt von 1:22.8 Minuten hingelegt (Soft). Zum Vergleich: Verstappen (Medium) und Leclerc (Soft) kamen zu dem Zeitpunkt im Schnitt auf 1:23.4 Minuten.

Dass Ferrari mit dem Reifenverschleiß erneut wesentlich höher liegt als etwa Red Bull und Aston Martin, ist mit freiem Auge zu erkennen. 'ServusTV'-Experte Christian Klien beobachtete an der Box, als er die Autos nach ihren Longruns begutachtete: "Die Reifen am Red Bull schauen viel besser aus als etwa am Ferrari."

Daher heißt Red Bulls stärkster Gegner eher nicht Leclerc: "Mit Max hatten wir eine gute Session. Auch der Longrun war zufriedenstellend", sagt Marko, ergänzt aber: "Alonso ist immer da. Er ist ein ausgekochter Fuchs, der weiß, wie er die Reifen behandeln muss. Ich sehe auch im Rennen, dass Alonso unser stärkster Gegner sein wird."

"Auf eine Runde ist die Schwierigkeit, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Das ist uns nicht gelungen. Das ist hier das große Problem. Ich glaube, es wird enger werden. Ferrari scheint auf die einzelne Runde sehr schnell zu sein. Im Longrun sind sie die ersten fünf, sechs Rennen sehr gut dabei. Dann gibt's einen Abfall. Ich hoffe, dass sich das im Rennen wiederholt", sagt Marko.

Wo kann man Qualifying und Rennen live sehen?

In Deutschland exklusiv bei Sky. Das Qualifying am Samstag beginnt um 7:00 Uhr (Vorberichte ab 6:30 Uhr), das Rennen am Sonntag startet ebenfalls um 7:00 Uhr (Vorberichte ab 6:00 Uhr, jeweils deutscher Zeit). (ANZEIGE: Sei mit Sky hautnah dabei, vom ersten Freien Training bis zur Siegerehrung!)


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Und am Samstagabend Melbourne-Zeit gibt's auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de auch eine ausführliche Nachbereitung des Qualifyings. Die Formel-1-Show mit Kevin Scheuren & Christian Nimmervoll beginnt voraussichtlich um 11:00 Uhr deutscher Zeit.

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