• 22. November 2022 · 16:47 Uhr

Christian Horner: Perez wäre "wie eine tote Fliege" gewesen

War die Strategie von Sergio Perez in Abu Dhabi eine Fehlentscheidung oder nicht? Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärt, was P2 gekostet hat

(Motorsport-Total.com) - War Sergio Perez' Zweistoppstrategie beim Formel-1-Saisonfinale von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen? Der Mexikaner musste den zweiten Platz in der WM-Wertung und in Abu Dhabi seinen Rivalen Charles Leclerc von Ferrari überlassen, nachdem der Monegasse mit einer Einstoppstrategie die Oberhand behalten konnte.

Sergio Perez

Sergio Perez während des Grand Prix in Abu Dhabi Zoom Download

Doch bei Red Bull hält man dagegen: Zum einen habe sich Perez im ersten Stint die Reifen so sehr kaputt gefahren, dass man einen frühen ersten Boxenstopp in Runde 15 einlegen musste, der eine Einstoppstrategie unmöglich machte. Und zum anderen hätte Perez wohl auch mit zwei Stopps Leclerc schlagen müssen.

"Wenn man sich den Start ansieht, hatten beide Fahrer einen guten Start", sagt Teamchef Christian Horner. "Ich glaube, Checo hat einfach ein bisschen mehr aus dem rechten Vorderreifen herausgeholt. Ob das nun ein kleiner Unterschied in der Abstimmung oder einfach eine andere Technik war, müssen wir analysieren."

Horner: Warum nur ein Stopp keine Option war

"Man konnte ihn über Funk sagen hören, dass der Vorderreifen tot war, und wir konnten sehen, dass Ferrari sich auf einen Undercut vorbereitete, und das Problem war, dass Checo zu diesem Zeitpunkt strategisch gesehen einen sehr, sehr langen Ein-Stopp hätte fahren müssen", erklärt er.

"Es gab eine Überschneidung von sechs oder sieben Runden, die Leclerc dann nutzen konnte. Wir standen also vor der Wahl, am Ende des Stints entweder eine tote Fliege zu sein oder zu versuchen, zu attackieren. Wir entschieden uns dafür, zu attackieren. Ich denke, in einer weiteren Runde wäre er da gewesen."


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"Es ging nur um den rechten Vorderreifen", so Horner über die Entscheidung, Perez schon in Runde 15 an die Box zu holen. "Er baute einfach ab und öffnete sich, und zu diesem Zeitpunkt war er am Ende. Man sah, wie Charles immer näher kam."

"Also riefen sie zum Boxenstopp auf, um das Gegenteil von Checo zu tun, und wir legten einen Boxenstopp ein, was ihn am Ende des Stints massiv gefährdet hätte [auf einem Stopp]."

Horner: Überholmanöver von Hamilton hat zu viel Zeit gekostet

"Also dachten wir, wie ich schon sagte, anstatt am Ende zu sterben und eine leichte Beute zu sein, sollten wir eine Angriffsstrategie wählen. Wenn er es geschafft hätte, an Hamilton vorbeizukommen, wäre es vielleicht möglich gewesen, aber es gab ein paar Hintermänner, die nicht hilfreich waren. Aber es war so, so knapp."

Perez legte auf seiner Aufholjagd im dritten Stint mehrere Fehler bei Überholversuchen ein, ehe er auch noch von den zu überrundeten Alexander Albon und Pierre Gasly aufgehalten wurde. Am Ende fehlten 1,3 Sekunden auf Leclerc, womit P2 in der Fahrerwertung futsch war.

Für Perez machte jedoch der zweite Stint den Unterschied, da er der Meinung ist, dass er von seinem Teamkollegen Max Verstappen an der Spitze aufgehalten wurde. Dennoch gab er nach dem Rennen zu, dass er such die Reifen zu sehr beansprucht habe.

Ist Perez kein Reifenflüsterer mehr?

"Ich denke, was wir dieses Jahr gesehen haben, ist, dass die Margen so fein sind", sagt Horner über das Reifenmanagement. "Schon ein kleiner Unterschied im Frontflügel, in der Fahrhöhe oder in der mechanischen Balance kann dramatische Auswirkungen auf die Lebensdauer der Reifen haben."


Fotostrecke: Formel 1 2022 in Abu Dhabi: Das Wichtigste zum Sonntag

"Ich denke, Checo ist schon so viele Rennen gefahren, bei denen er die Reifen fantastisch genutzt hat. In diesem Rennen war es nur der erste Stint, der ihn beeinträchtigte, als der rechte Vorderreifen im Vergleich zu Charles und Max ziemlich stark zu körnen begann."

"Das brachte ihn aus dem Rhythmus, sodass wir an die Box kommen mussten, und das wäre bei einem Einstopprennen sehr hinderlich gewesen. Der Zweistopp war also das offensivere Rennen", erklärt der Red-Bull-Teamchef.

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