• 12. November 2022 · 08:17 Uhr

Steiner über Haas-Chance im Brasilien-Sprint: "Man weiß ja nie ..."

Haas-Teamchef Günther Steiner war sich sicher, dass mit der roten Flagge die Brasilien-Pole von Magnussen im Sack war - Nur die "Spiegelei-Flagge" machte Sorgen

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Abflug von George Russell beim Qualifying zum Großen Preis von Sao Paulo war klar, dass mit dem gleichzeitig einsetzenden Regen die ersten Zeiten auf Trockenreifen nicht mehr unterboten werden würden. Für das Haas-Team waren es aber vielleicht die längsten Minuten aller Zeiten: Ihr Schützling Kevin Magnussen stand provisorisch auf Pole, jedoch waren noch etwa acht Minuten auf der Uhr.

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Günther Steiner feiert mit Kevin Magnussen die erste Haas-Pole der Geschichte Zoom Download

"Ich will nicht überheblich klingen, aber ich konnte sehen, dass niemand die Runde verbessern wird", sagt Teamchef Günther Steiner. "Leute, die die Formel 1 kennen, wissen: Wenn es zu regnen beginnt, wie willst du deine Zeit dann noch verbessern?"

"Für mich war das ziemlich offensichtlich, ich dachte eher, was kann noch passieren? Vielleicht könnte man jetzt eine schwarz-orange Flagge bekommen oder so, damit einem der Knochen wieder weggenommen wird. Ich bin runtergegangen und habe den Frontflügel überprüft und die FIA davon ferngehalten!", scherzt Steiner.

"Das war ein Scherz, das habe ich nicht getan. Aber das ist mehr, worüber man nachdenkt, was noch schiefgehen könnte. Dann ist George rausgegangen. Und es schien, als würde es ewig dauern, bis sie das Auto abgeschleppt hatten. Er wollte nicht aus dem Auto aussteigen, und solche Sachen. Aber ich war ziemlich gelassen, denn ich habe das Radar gesehen, und es hieß, dass es in den nächsten 30 Minuten regnen würde."

Steiner: "Man darf im Leben nie aufgeben"

Auch Magnussen selbst im Cockpit war schon zum Feiern zumute, weil auch er wusste, dass sich auf der nassen Piste niemand mehr verbessern würde. Die Pole in Brasilien ist dabei für Haas der größte Erfolg der Teamgeschichte.

Auch für Günther Steiner persönlich ist dies ein großartiger Moment: "Ich arbeite hart dafür, aber persönlich freue ich mich für das Team, denn ich sage den Jungs immer, dass wir hart arbeiten und an uns glauben müssen", so der Haas-Teamchef.

"Und dann werden die Ergebnisse kommen. Sie sind gekommen. Ich habe den Jungs gezeigt, dass es klappt, wenn man an das glaubt, was man tut, und dass man im Leben nie aufgeben darf. Wir hatten schwierige Jahre, die wir überstanden haben, und jetzt können wir auf diesen Dingen aufbauen."

Haas-Sieg im Sprint? "Man weiß ja nie"

Nach der Pleitensaison 2021, als man bewusst die Entscheidung traf, alles auf das neue Reglement für 2022 zu setzten, ist Haas am Höhepunkt angekommen, obwohl Steiner zur Vorsicht mahnt, denn die wichtigen Punkte gibt es erst beim Sprint am Samstag und beim Hauptrennen am Sonntag.

"Ich meine, dieses Jahr war schon besser, aber es ist wieder das Auf und Ab, und das ist, ich würde sagen, eine Überperformance, verglichen wo wir normal sind. Dessen sind wir uns bewusst", sagt Steiner. "Aber es zeigt, dass, wenn man hart arbeitet und die Leute sich anstrengen, und wenn die Gelegenheit gegeben ist, man das Ergebnis bekommt."

"Das gibt einem natürlich Zuversicht für die Zukunft, dass alles möglich ist. Morgen [im Sprint] hoffe ich, dass wir in den Punkterängen bleiben können. Natürlich werden wir das Rennen nicht gewinnen, ich bin ja auch kein Träumer, aber man weiß ja nie. Aber wenn wir in den Punkten bleiben, ist das das Wichtigste für uns. Wir müssen uns darauf konzentrieren, den achten Platz in der Meisterschaft zu halten, denn das ist sehr wichtig für uns."

Aktuell hat Haas einen Punkt Vorsprung auf das neuntplatzierte AlphaTauri-Team, die ihrerseits mit Pierre Gasly und Yuki Tsunoda von den Plätzen zwölf und 19 im Sprintrennen starten werden. Zwar ist es nicht gerade wahrscheinlich, dass der Däne den Sprit gewinnen wird, die Pole kann ihm nach den neuen Regeln aber keiner mehr wegnehmen.

Hat Haas im Regen eine Chance?

"Ja, es ist symbolisch", sagt Steiner. "Und ganz sicher, wenn wir in den Büchern bleiben, wie ich es sage, wenn wir in der Geschichte bleiben, ist das eine schöne Sache. Was ist das wert? Ich weiß es nicht. Aber es ist etwas, das das Team erreicht hat, und Kevin hat es erreicht, es ist eine schöne Sache, die man haben kann."

"Ich will sagen, das ist ein großartiger Moment, und ich hoffe, dass ich noch einen besseren Moment erlebe, es ist hier noch nicht zu Ende", hofft Steiner. Vielleicht gelingt dem Haas-Team in Brasilien eine noch größere Sensation, denn für den weiteren Wochenendverlauf ist vor allem mit eines zu rechnen: Regen.


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Auf die Chancen im Nassen angesprochen, bleibt Steiner vorsichtig: "Ich will hier nicht zu weit gehen. Ich glaube an mich selbst, aber ich bin nicht arrogant, ich bin kein Träumer. Natürlich werden wir unser Bestes geben, so wie wir es heute getan haben."

"Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden wir versuchen, einen Job zu machen, den wir auch bekommen können, aber ich weiß nicht, ob das passieren wird. Aber natürlich würde es eine noch bessere Geschichte sein."

Die unglaubliche Geschichte des Qualifyings wird dabei zu großer Wahrscheinlichkeit im Frühjahr 2023 in der Netflix-Doku "Drive to Survive" zu sehen sein, denn Steiner bestätigt, dass die Netflix-Crew nach der Session zu Haas gekommen ist. "Sie kamen danach. Sie tauchen immer auf, denn sie sind wie die Fliegen", scherzt der Netflix-Star. "Und ich denke, ich hatte dieses Jahr schon genug mit ihnen."

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