• 12. Dezember 2020 · 20:59 Uhr

Lance Stroll pokert in Abu Dhabi: Alter Mercedes-Motor als Handicap

Auf Lance Stroll stützen sich viele Hoffnungen von Racing Point, in Abu Dhabi WM-Platz drei einzufahren - Der Kanadier hat allerdings ein Handicap: seinen Motor

(Motorsport-Total.com) - Racing-Point-Pilot Lance Stroll qualifiziert sich im letzten Qualifying des Jahres in Abu Dhabi auf Platz acht. Der Kanadier musste das Zeittraining mit seiner alten Power-Unit fahren, Teamkollege Sergio Perez erhielt vor dem Wochenende einen neuen Mercedes-Motor. "Wir überleben gerade mal so, was die Laufleistung betrifft."

Lance Stroll

Lance Stroll startet von P8 in das letzte Saisonrennen Zoom Download

Stroll hat sein Motorenkontingent in dieser Saison ausgeschöpft und steht bei der dritten Power Unit 2020. Racing Point geht damit ein Risiko in Abu Dhabi ein, da der 22-Jährige nach seinem heftigen Crash in Mugello bereits seinen dritten Motor erhalten hatte - und dieser schon viele Kilometer halten musste.

"Checo hat einen neuen Motor", weiß Stroll. "In Mugello hat der Motor ziemlich viel abbekommen, daher war der für die Tonne. Deshalb mussten wir recht früh auf den dritten Antrieb wechseln. Daher bin ich jetzt schon recht lange damit unterwegs."

Zwar konnte Stroll aufgrund des verregneten Nürburgring-Wochenendes ein wenig Laufleistung aufsparen, dennoch ist sein Mercedes-Antrieb nun bald am Ende des Lebenszyklus angelangt. Ein Gamble für Racing Point, da das Team immer noch um Platz drei in der Konstrukteurs-WM kämpft.


Grand Prix von Abu Dhabi - Samstag

Im Kampf gegen McLaren und Renault geht es um Millionen an Preisgeld. Durch den Motorwechsel und die Strafversetzung von Perez steigt der Druck auf Stroll, am Sonntag möglichst viele Punkte einzufahren. Zumindest beide Renault-Fahrer konnte er im Zeittraining hinter sich lassen, beide McLaren starten jedoch vor ihm.

Wird sein Motor halten? Erst in Bahrain verlor Teamkollege Perez aufgrund eines Motorschadens einen Podestplatz. "Wir haben schon bei ein paar Rennen darüber nachgedacht, ob wir den Motor tauschen sollen oder nicht. Aber wir wollten es so lange wie möglich bis zum Saisonende hinauszögern."

Noch einmal gut 300 Kilometer muss der Antrieb in Strolls Heck am Sonntag halten. Aber bereits jetzt hat er einen Performance-Nachteil gegenüber seinen direkten Konkurrenten: "Vielleicht eine Zehntel pro Runde", schätzt er. "Wir haben dennoch ein schnelles Auto, mit einer guten Strategie und einem guten Start kann viel passieren."

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