• 20. August 2020 · 13:40 Uhr

"Falsche Entscheidung": Diese drei Fehler kosteten Bottas Platz zwei

Valtteri Bottas hätte in Barcelona durchaus Zweiter werden können, doch drei Fehler verhinderten dies - Team räumt falsche Entscheidungen ein

(Motorsport-Total.com) - Valtteri Bottas musste beim Formel-1-Rennen in Barcelona den nächsten Rückschlag hinnehmen. Der Finne verlor im WM-Kampf mit Lewis Hamilton weiter an Boden, weil er am Sonntag nur auf Rang drei ins Ziel kommen konnte. Das hatte mehrere Gründe, die Mercedes sowohl auf Fehler des Fahrers als auch auf Fehler des Teams zurückführt.

Valtteri Bottas, Alexander Albon

Valtteri Bottas landete nur vor dem "falschen" Red Bull Zoom Download

Knackpunkt war natürlich der Start, bei dem Bottas von Rang zwei auf Rang vier hinter Lance Stroll zurückfiel. Der schlechte Start wurde laut Chefstratege James Vowles von zwei Dingen ausgelöst. Erstens: "Seine erste Reaktionszeit war ein klein wenig langsamer als die von Stroll, Verstappen und Lewis. Da hat er etwas verloren."

Und zweitens: "Je weiter vorne du bist, desto weniger wirst du von Autos vor dir gezogen. Stroll und Verstappen konnten das gut ausnutzen, um neben Valtteri zu kommen. Der Start selbst war nach der Reaktionszeit konkurrenzfähig im Vergleich zu den drei anderen Autos, aber der Schaden war leider schon vorher geschehen."

Undercut in beiden Stints erwogen

Nachdem sich Bottas wieder auf Rang drei vorgearbeitet hatte, lagen für Mercedes zwei Optionen auf dem Tisch: Overcut und Undercut gegen Max Verstappen. Ein Undercut war aus Sicht des Teams aber nicht möglich. "Dafür muss man sehr nah am Auto vor einem sein. Und das waren wir im ersten Stint nicht", erklärt Vowles.

Weil sich Bottas zuvor durch Verkehr kämpfen musste, sei die Reifenkurve zu stark abgefallen und man konnte nicht nah genug an Verstappen herankommen.

Daher entschied man sich, etwas länger zu fahren. Im Idealfall hätte man Verstappen zu einem frühen Stopp gezwungen, weil er die Position covern muss, und wäre dann deutlich länger gefahren, um später mit frischen Reifen auf der Strecke zu überholen. Doch nur zwei Runden nach Verstappen kam auch Bottas in die Box - man wollte nicht zu viel Zeit verlieren.


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Auch im zweiten Stint legte Bottas keinen Undercut hin, obwohl es laut Vowles die Möglichkeit gegeben hätte. "Aber nur eine kleine und nur für eine Runde", wie er sagt. "Es war knapp mit dem Medium, aber es war möglich. Wir haben darüber gesprochen, und es war für uns auch eine Option. Aber wir haben auch Optionen gesehen, wenn wir länger draußen bleiben. Es ging darum, diese beiden Sachen auszubalancieren."

Zudem drohte noch der Regen an die Strecke zu kommen. "All das zusammen hat dafür gesorgt, dass wir diese Option haben verstreichen lassen und uns für einen längeren Stint entschieden haben. Im Nachhinein kann man sagen: falsche Entscheidung", gibt der Stratege zu.

Am Ende lieber Mediums statt Soft

Ein weiterer Fehler passierte beim Boxenstopp mit der Reifenwahl. Bottas bekam die Soft-Reifen aufgeschnallt, doch im Nachhinein wäre Medium die bessere Wahl gewesen, findet Vowles.

"Wenn wir die Entscheidungen treffen, schauen wir uns alle verfügbaren Daten an. Wir schauen uns an, was im ersten und im zweiten Stint passiert ist - und das bei beiden Autos. Wir wussten, wie sie auf jeder Mischung performt haben, wie schnell sie waren, wie die Lebensdauer aussieht und ob sie am Ende hätten pushen können. Das machen wir aber nicht nur für uns, sondern für alle Gegner."


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Generell sei der Soft-Reifen für 19 Runden der schnellere gewesen. "Wenn wir den zweiten Stint auf Medium mit dem ersten auf Soft vergleichen, dann waren wir nur ein paar Zehntelsekunden entfernt. Das hängt zum einen am Management und zum anderen an der Position. Der Reifen hat keinen großen Unterschied gemacht - und das beim Vergleich zwischen neuem Medium und gebrauchtem Soft", so Vowles.

Und da Verstappen auf den Medium gegangen war, wollte man bei Mercedes etwas anderes machen. "Die Temperaturen gingen nach unten, die Strecke war kühler, und wir dachten, dass es uns die beste Chance geben würde. Aber als Valtteri wieder rauskam, waren wir überrascht, dass die Zeiten nicht dort waren, wo sie sein mussten", so der Stratege.

"Er musste den Reifen enorm schonen, damit er nicht überhitzt - mehr als erwartet. Letzten Endes war die Pace nicht stark genug, um das Überholmanöver zu machen." Und Bottas musste sich mit Rang drei begnügen. Sein Rückstand in der WM beträgt nun schon 43 Punkte.

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