• 02. August 2020 · 11:10 Uhr

Warum die Zeitverschiebung Renault einen Sperrstunden-Joker gekostet hat

Renault musste aufgrund eines Haarrisses im Chassis einen Sperrstunden-Joker nutzen: Bei einem normalen Zeitplan wäre das aber nicht nötig gewesen

(Motorsport-Total.com) - Weil beim Chassis von Daniel Ricciardo ein Haarriss entdeckt wurde, musste das Renault-Team am Freitagabend einen seiner beiden Sperrstunden-Joker opfern, um am Auto vom Australier arbeiten zu können. Zwar sei das laut Sportchef Alan Permane eigentlich kein großes Problem, weil das Ersatzchassis schon bestmöglich vorbereitet ist, jedoch spielte der Zeitplan Renault nicht in die Karten.

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Bei Daniel Ricciardo musste das Chassis am Freitag getauscht werden Zoom Download

"Wenn es ein normales Rennwochenende mit einem normalen Zeitplan gewesen wäre, hätten wir die Sperrstunde nicht brechen müssen", sagt Permane. Doch in Silverstone passiert alles Ortszeit eine Stunde früher. Das dritte Freie Training fand somit nicht um 12 Uhr statt, sondern bereits um 11 Uhr.

"An jedem anderen Wochenende hätten wir am Freitag gemacht, solange wir dürfen, und wären dann am Samstagmorgen zurückgekommen und hätten das Ding gestartet", so Permane. "Unter diesen Bedingungen wollten wir aber unbedingt noch am Freitagabend anstarten, um sicherzustellen, dass alles funktioniert."

Das Problem: "Sobald wir angestartet hatten, war die Sperrstunde gebrochen."

Das nächste Problem war für Renault der Legalitätscheck bei der FIA, den Permane als "Flaschenhals" beschreibt. "Wenn du das von Freitagabend auf Samstagvormittag verschiebst, läufst du Gefahr, dass andere auch dort warten und du in der Schlange stehst und Zeit verlierst", so der Sportchef.

Und weil es 2 Uhr morgens war und somit noch keine Schlange anstand, schob Renault das Auto runter und stellte es bereits auf die Plattform, damit die FIA es sich am Morgen anschauen kann. "Aber das ist Routine", so Permane.

Den Haarriss hatte man bei Routinearbeiten nach dem ersten Training gefunden. Renault wusste, dass die Fahrer ein paar Mal über die Randsteine gefahren waren - und aus Sicherheitsgründen wurde das Auto daher untersucht. "Damit sich der Schaden nicht ausweitet und das Chassis dadurch unbrauchbar wird", wie Permane erklärt. "Ein Fahrer kann das nicht spüren."

"Wir haben das Chassis abgescannt und die Daten in die Fabrik geschickt und dabei festgestellt, dass absolut kein Sicherheitsrisiko besteht. Daher fuhren wir in FT2 - wussten aber, dass wir das Chassis danach wechseln würden. Ich habe da schon Jo Bauer von der FIA informiert, dass wir um Erlaubnis bitten werden, das Chassis zu wechseln."

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