• 31. Juli 2020 · 21:29 Uhr

Silverstone: Warum Antonio Giovinazzi nach FT1 "verwarnt" wurde

Die FIA-Rennleitung hat Antonio Giovinazzi nach seinem Dreher im Freien Training in Silverstone für schuldig befunden - Neue "Strafe" für den Italiener

(Motorsport-Total.com) - Alfa-Romeo-Pilot Antonio Giovinazzi wurde nach dem ersten Freien Training zum Grand Prix von Großbritannien verwarnt. Der Italiener war von der Strecke abgekommen, drehte sich und sorgte deshalb für eine Rotphase. Denn: Er fuhr zügig trotz Bremsplattens zurück an die Box und verteilte dabei einige Trümmerteile auf dem Kurs.

Antonio Giovinazzi

In Kurve 13 bricht Giovinazzi das Heck aus, er dreht sich und beschädigt seine Reifen Zoom Download

In Kurve 13 verlor Giovinazzi die Kontrolle über seinen Alfa-Boliden. Aufgrund der Bremsplatten löste sich der Gummi von den Hinterrädern, was wiederrum den Unterboden beschädigte. Der Italiener verschmutzte dadurch die Fahrbahn. Die Streckenposten mussten die Strecke säubern.

Die Rennleitung vermutete im Verhalten des Italieners ein Vergehen laut Artikel 27.4 des Sportlichen Reglements. Darin steht geschrieben: "Zu keinem Zeitpunkt darf ein Auto unnötig langsam, erratisch oder in einer Weise gefahren werden, die als potenziell gefährlich für andere Fahrer oder andere Personen angesehen werden könnte."

Alfa "hat einen Schritt vorwärts gemacht"

Die Rennkommissare zitierten den Italiener in der Mittagspause zum Verhör. Ihr Urteil: Sie sprachen eine "Warnung" ("warning") aus. Dieser Wortlaut ist in Artikel 12.3.1.a des Internationalen Sportkodex der FIA neu verankert worden und steht über einer üblichen Verwarnung ("reprimand").

Giovinazzi ist der erste Fahrer, der ein solches Urteil erhalten hat. In der Begründung heißt es: "Die Kommissare akzeptierten, dass, als der Fahrer seine Position verließ, an der er in Kurve 13 zum Stehen kam, er aufgrund seiner beschädigten Reifen Trümmer verlor."

Allerdings sind die Kommissare auch der Ansicht, dass der Pilot auf eine Weise gehandelt hat, die für andere Fahrer "potenziell gefährlich" war. Schließlich war Giovinazzi weiterhin mit recht hoher Geschwindigkeit und ohne gebührende Vorsicht in die Boxengasse zurückgefahren.

"Dass er dies tat, trug auch zu der erweiterten zwölfminütigen Rotphase der Session bei." In ihrer Überprüfung haben die Kommissare den Vorfall mit ähnlichen Zwischenfällen aus der Vergangenheit verglichen. Dadurch haben sie entschieden, die Warnung auszusprechen.

Giovinazzi beendete das erste Training auf dem 18. Rang. Wie erlebte er den Ausritt? "Ich war schon wieder voll am Gas, als das Heck plötzlich ausbrach", erklärt er. "Zumindest war der Schaden nicht groß." Insgesamt sei der Freitag aufgrund des starken Windes "knifflig" gewesen.

"Es war wirklich schwierig, das Auto in manchen Ecken auf der Strecke zu halten. Vor allem der Vormittag gestaltete sich sehr schwierig. Am Nachmittag war es deutlich besser, besonders was die Quali-Performance betrifft. Damit sind wir sehr zufrieden. Wir haben einen Schritt vorwärts gemacht."

Räikkönen: "Manchmal dreht man sich halt"

Auch die Rennpace sei "nicht so schlecht", meint Giovinazzi. Er betont, dass er mit dem ersten Kräftemessen glücklich ist. Auch die Updates, die Alfa Romeo ans Auto geschraubt hat, scheinen zu funktionieren.

Teamkollege Kimi Räikkönen stimmt zu: "Die Updates scheinen zu funktionieren, wie wir das erwartet haben. Aber wer weiß schon, was morgen sein wird. Die Bedingungen morgen könnten sich verändern, daher werden wir unser normales Programm abspulen und hoffentlich in einer besseren Position sein als in den vergangenen Rennen."

Der Routinier weiß, dass der Trainingsfreitag "nicht zählt". Er beendet den Freitag auf Gesamtrang elf mit 0,885 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Lance Stroll, Giovinazzi auf P14 mit 0,982 Sekunden Rückstand.

Kimi Räikkönen

Auch Kimi Räikkönen flog in FT1 ins Kiesbett ab Zoom Download

Auch der "Iceman" erlebte keinen reibungslosen Trainingstag, auch er landete am Vormittag im Kiesbett. "Manchmal dreht man sich eben, das ist nichts Außergewöhnliches", kommentiert er den Zwischenfall knapp.

Was ihn zuversichtlich stimmt: "Wir haben das gesamte Programm durchgebracht, das wir geplant hatten und haben verschiedene Dinge ausprobiert. Wenn man sich die Zeiten ansieht, dann schaut es recht vielversprechend aus. Aber das ist erst Freitag. Wir müssen noch Arbeit verrichten, dann werden wir sehen, wo wir morgen landen."

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