• 09. September 2019 · 14:05 Uhr

Charles Leclerc: Noch nie einen Sieg so sehr gewollt wie in Monza

Auch sein zweiter Grand-Prix-Sieg ist für Charles Leclerc extrem emotional - Der Triumph in Monza habe sogar seine kühnsten Kindheitsträume übertroffen

(Motorsport-Total.com) - Charles Leclerc feierte in Monza seinen zweiten Formel-1-Sieg - und wieder war es ein ganz emotionaler. Stand sein erster Grand-Prix-Sieg in Belgien eine Woche zuvor noch ganz im Zeichen von Anthoine Hubert, holte er am Sonntag den ersten Ferrari-Heimsieg in Italien seit 2010. "Das ist ziemlich schwierig", lacht Leclerc nach dem Rennen, als er gebeten wird, seine Emotionen zu beschreiben.

Valtteri Bottas, Charles Leclerc, Lewis Hamilton

Die Stimmung auf dem Podium in Monza wird Charles Leclerc nie vergessen Zoom Download

"Während und nach dem Rennen ist mir eine Menge durch den Kopf gegangen - viele Emotionen", berichtet er und erinnert:" Es war ein sehr schwieriges Rennen. Lewis war hinter mir, und die größte Lücke war glaube ich 1,7 oder 1,8 Sekunden. Er war also direkt hinter mir, und ich wusste, dass Lewis nur selten Fehler macht." Leclerc verrät: "Es hat sich viel länger als 53 Runden angefühlt!"

"Ich habe ein paar [Fehler] gemacht, aber sie haben mich nie eine Position gekostet. Auch wenn es einmal sehr, sehr eng war. Es war verrückt, und in den letzten beiden Runden habe ich dann angefangen, daran zu glauben, dass der Sieg möglich ist", verrät er und berichtet: "Als ich dann endlich über die Linie fuhr, habe ich meinen Emotionen am Funk freien Lauf gelassen."

"Ich glaube nicht, dass man irgendetwas von dem verstehen kann, was ich da gesagt habe, aber es fühlte sich absolut großartig an", lacht Leclerc und verrät: "Ich glaube, dass ich hier zum ersten Mal in meinem Leben an einem Wochenende nur den Sieg im Kopf hatte." Eigentlich verfolge er an einem GP-Wochenende immer einen anderen Ansatz und versuche einfach, das Maximum herauszuholen.

Heimspiel: Leclerc machte sich selbst Druck

"Das funktioniert eigentlich besser", erklärt er. Doch weil er vom ersten Tag an spürte, was der Sieg den Tifosi bedeuten würde, wollte er unbedingt auf die oberste Stufe des Treppchens. "Das hat ein bisschen zusätzlichen Druck mit sich gebracht", gesteht Leclerc, der auf der Strecke sowieso schon genug Druck von Hamilton hatte. Doch der 21-Jährige brachte den Sieg ins Ziel.

"In den letzten beiden Runden habe ich gesehen, dass auf der Tribüne ziemlich viel Aufregung herrschte. Alle Fans haben gejubelt. Ich musste mich selbst dazu zwingen, auf die Strecke und nicht auf die Tribüne zu schauen", gesteht er und erklärt, dass der Sieg in Monza aufgrund der äußeren Umstände noch schwieriger gewesen sei, als es sein Erfolg eine Woche zuvor in Spa war.

"Es war schwierig, sich auf das Fahren zu konzentrieren", berichtet Leclerc, der die Atmosphäre auf dem Podium dann endlich in vollen Zügen genießen durfte. "Es ging über alle Träume hinaus, die ich als Kind jemals hatte. Zu sehen, wie so viele Leute ein Team feiern und alle zusammen singen, war einfach großartig", strahlt der 21-Jährige, der in Belgien zum jüngsten Ferrari-Sieger aller Zeiten wurde.

Leclerc zeigt es seinen Kritikern

Das Podium in Italien war aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer. "Ich war noch nie auf einem Podium mit so vielen Leuten darunter. Die ganze Gerade war voller Menschen - 99 Prozent in Rot", berichtet der Monegasse, der bereits als kleiner Junge von der Faszination Ferrari gepackt wurde. Seine erste Erinnerung an die Formel 1 ist ein Rennen in seiner Heimat Monaco.


Fotostrecke: Italien: Fahrernoten der Redaktion

"Ich erinnere mich, dass ich nach dem roten Auto Ausschau hielt. [...] Ich war vielleicht fünf Jahre alt oder so", verrät Leclerc. Jahre später sitzt er nun selbst im "roten Auto". Genau vor zwölf Monaten wurde bekannt, dass er bei der Scuderia zur Saison 2019 Kimi Räikkönen ersetzen wird. Das fanden damals nicht alle gut. Viele hielten Leclerc nach gerade einmal einer Formel-1-Saison noch für zu jung.

"Ich kann Ferrari nur dafür danken, dass sie an mich geglaubt haben", sagt Leclerc und ergänzt: "Sie hatten eine Menge Daten, und ich vermute, dass sie die analysiert haben. Es war keine leichte Entscheidung. Letztendlich bin ich sehr glücklich über diese Ergebnisse. Sie zeigen, dass ich wahrscheinlich bereiter war, als einige Leute gedacht haben." Nach seinem Monza-Sieg fühle er "pures Glück".

Erster Maranello-Besuch: Leclerc muss draußen warten ...

"Es war kein einfacher Start in die Saison", erinnert er und erklärt: "Ich habe einige Fehler gemacht, und ich denke, dass das ein bisschen mit dem Alter zusammenhängt. Aber das ist auch keine Entschuldigung. Ich denke, ich bin seit Beginn der Saison ziemlich gereift." Tatsächlich hätte Monza bereits sein vierter Sieg sein können. Schon die Rennen in Österreich und Bahrain hätte er gewinnen können beziehungsweise müssen.


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Erinnern kann sich Leclerc auch noch an seinen ersten Besuch in Maranello. "Ich war mit Jules Bianchi dort", verrät er. Mit dem 2014 verunglückten Franzosen wer er eng befreundet. "Er war da, um etwas fürs TV zu erledigen. Natürlich hat er versucht, mich mit rein zu nehmen. Aber sie haben gesagt, dass ich nicht in die Fabrik darf. Jetzt ist es ein bisschen leichter, rein zu kommen", lacht er.

Doch obwohl er damals nicht mit in die Fabrik durfte, sei sein erster Besuch "sehr speziell" und "beeindruckend" gewesen. Früher sei es immer sein Traum gewesen, eines Tages selbst für ein Formel-1-Team zu fahren. Leclerc hat mit gerade einmal 21 Jahren bereits mehr als das erreicht. Die Türen sind für ihn in Maranello schon lange nicht mehr verschlossen. Für ihn würde man sie aktuell vermutlich sogar aushebeln.

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