• 14. November 2018 · 13:06 Uhr

FIA erklärt Vettel-Strafe: "Schlimm", dass er einen Offiziellen gefährdet hat

Rennleiter Whiting hält die milde Bestrafung Sebastian Vettels wegen seines rabiaten Verhaltens beim Wiegen in Sao Paulo für korrekt - Prozedere wird nicht geändert

(Motorsport-Total.com) - FIA-Rennleiter Charlie Whiting ist überzeugt, dass es korrekt gewesen wäre, Sebastian Vettel für sein Verhalten beim Wiegen im Qualifying zum Brasilien-Grand-Prix zu verwarnen. Er spricht von einer "guten Entscheidung" der Sportkommissare und erkennt keinen Anlass, das in den Formel-1-Regeln definierte Prozedere zu ändern. Schließlich sei Ferrari ganz bewusst Risiken eingegangen.

Foto zur News: FIA erklärt Vettel-Strafe: "Schlimm", dass er einen Offiziellen gefährdet hat

Sebastian Vettels Verhalten beim Wiegen sorgte für eine Kontroverse Zoom Download

Zur Erinnerung: Vettel fuhr wie Teamkollege Kimi Räikkönen im zweiten Abschnitt des Zeittrainings eine Proberunde auf der Supersoft-Reifenmischung, um ohne gezeiteten Umlauf wieder an die Box zu kommen und auf Soft zu wechseln - die für den ersten Stint im Rennen vermeintlich bessere, im Qualifying aber schlechtere Variante. Weil in Sao Paulo Regen drohte, drängte die Zeit.

Bei der Einfahrt in die Boxengasse wurde Vettel dann zum Wiegen rausgewunken und sichtbar ungehalten. Er fuhr entgegen der Regeln und der (auch anders interpretierbaren) Anweisungen eines FIA-Offiziellen mit laufendem Motor auf die Waage und wieder herunter, womit er das Gerät zerstörte und die umstehenden Personen durch die umherfliegenden Teile gefährdete.

"Ferrari hat etwas Ungewöhnliches getan", kommentiert Whiting die Vorgehensweise, eine Proberunde zu fahren. "Natürlich gibt es immer das Risiko, dass dann man angehalten wird. Das wissen sie und sie sollten es einkalkulieren. Das sage ich den Teams immer." Denn die Entscheidung darüber, wer wann zum Wiegen muss, trifft ein Zufallsgenerator - ungeachtet der taktischen Situation.

Whiting sagt jedoch auch, dass die FIA Vettel nicht hätte anhalten lassen, wenn es schon geregnet hätte und er auf Intermediates hätte wechseln wollen. "Wir werden im Qualifying immer das Gewicht überprüfen, klar", meint er, "aber wenn sich die Bedingungen ändern, würden wir nie jemanden rauswinken." Nur war Ferraris Stopp rein taktischer Natur. Und damit kein Grund zur Milde.

Die Verwarnung (plus 25.000 Euro Geldstrafe) findet Whiting deshalb vertretbar. "Ich glaube nicht, dass es zu einem Ausbruch von Gewalt gekommen ist", sagt er auf Parallelen zur Rauferei von Max Verstappen und Esteban Ocon im Nachgang des Rennens angesprochen. Der "schlimmste Teil an der ganzen Geschichte" sei, dass Vettel die Gesundheit eines FIA-Offiziellen gefährdet hätte.

Hinzu kommt, dass die Strafe eine reine Ermessensentscheidung der Rennleitung war. Schließlich gibt es weder ein in den Regeln definiertes Strafmaß noch einen Präzedenzfall für das Zerstören einer Waage in der Boxengasse. Dennoch wirft Whitings Antwort auf den Einwurf eines Journalisten, wieso es keine Rückversetzung in der Startaufstellung gehagelt hätte, Fragen auf: "Ich denke, dass nur Aktionen auf der Strecke - also fahrerische Fehler - dafür infrage kommen", so Whiting.


Fotostrecke: Sebastian Vettels kontroverseste Momente

Was war Vettels Verhalten aber, wenn es kein fahrerischer Fehler war? Und warum führen Wechsel von Motorenkomponenten pausenlos zu Rückversetzungen, wenn sie die FIA für menschliches Versagen reservieren will? Whiting hält Vettel noch zugute, dass es in der Boxengasse in Sao Paulo bergauf geht und der Pilot beim Warten auf das Wiegeprozedere auf der Bremse stehen bleiben muss, ehe die Waage freigegeben wird. "Das macht es etwas schwieriger", weiß er.

Von dem Vorschlag des Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo, Piloten ohne gezeitete Runde aus dem Pool zu nehmen, aus dem der Zufalsgenerator die zu wiegenden Autos auswählt, ist Whiting nicht angetan. "Dann könnte er ja immer noch unter dem Mindestgewicht liegen", sagt er schmunzelnd.

Aktuelles Top-Video
Foto zur News: Backstage beim Audi-Launch: Was Hülkenberg mit dem R26 erreichen will
Backstage beim Audi-Launch: Was Hülkenberg mit dem R26 erreichen will

Wir waren live beim großen Audi-Launch in Berlin dabei.

Anzeige Unser Formel-1-Shop bietet Original-Merchandise von Formel-1-Teams und Formel-1-Fahrern - Kappen, Shirts, Modellautos, Helme und vieles mehr
Fotos & Fotostrecken
Foto zur News: Overalls und Helmdesigns der Audi-Fahrer 2026
Overalls und Helmdesigns der Audi-Fahrer 2026
Foto zur News: Das Audi-Design für 2026
Das Audi-Design für 2026

Foto zur News: Die Designs der Formel-1-Autos 2026
Die Designs der Formel-1-Autos 2026

Foto zur News: Die Lackierung von Audi für die Formel-1-Saison 2026
Die Lackierung von Audi für die Formel-1-Saison 2026

Foto zur News: Racing Bulls absolviert Shakedown mit dem VCARB03 in Imola
Racing Bulls absolviert Shakedown mit dem VCARB03 in Imola
Folge Formel1.de
AnzeigeFormel-1 Tickets Niederlande Grand Prix 2026 kaufen
Videos
Foto zur News: Backstage beim Audi-Launch: Was Hülkenberg mit dem R26 erreichen will
Backstage beim Audi-Launch: Was Hülkenberg mit dem R26 erreichen will
Foto zur News: Könnte überraschen: Der neue Haas VF-26 für die F1-Saison 2026
Könnte überraschen: Der neue Haas VF-26 für die F1-Saison 2026

Foto zur News: Red Bull: Mit Hochglanz und eigenem Motor wieder an die Spitze? I F1-Talk
Red Bull: Mit Hochglanz und eigenem Motor wieder an die Spitze? I F1-Talk

Foto zur News: Fährt Cadillac 2026 nur hinterher?
Fährt Cadillac 2026 nur hinterher?
formel-1-countdown
 
Formel-1-Quiz

Wie viele Poles hat John Watson in seiner Karriere erzielt?

2 1 24 3
Anzeige motor1.com