• 13. November 2018 · 15:51 Uhr

So reagierte die Netzwelt auf das Verstappen-Ocon-Scharmützel

Die Twitter-Beiträge zu der Kollision und der Rauferei zwischen Max Verstappen und Esteban Ocon lieferten sachliche Argumente, derbe Späße und erstaunliche Déjà-Vus

(Motorsport-Total.com) - Der Brasilien-Grand-Prix war ein gefundenes Fressen für die Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter. Das Scharmützel zwischen Max Verstappen und Esteban Ocon rief Ex-Formel-1-Piloten genauso auf den Plan wie Journalisten und Fans.

Max Verstappen

Musste einige Späße über sich ergehen lassen: Red-Bull-Fahrer Max Verstappen Zoom Download

Das Ergebnis: ein amüsanter Blumenstrauß aus Meinungen, Späßen und Erinnerungen an Zeiten, in denen ein bisschen Haue noch in Ordnung war.

Verstappen selbst teilte schon kurz nach dem Unfall mit, dass er ... offenbar nichts mitzuteilen hätte. In seinem Twitter-Beitrag verschwieg er den Crash beharrlich, lobte aber seine Red-Bull-Mannschaft überschwänglich. Vielleicht dachte er auch nur darüber nach die Fäuste sprechen zu lassen?

Ocon scheute sich nicht vor der Schelte der Team-PR und ging detailliert auf die Szene ein. Er veröffentlichte ein Bildschirmfoto eines geglückten Manövers gegen Fernando Alonso an gleicher Stelle und Aufnahmen der Verstappen-Kollision. "Wer schneller ist, darf sich zurückrunden. Ich habe siebenmal in Kurve 2 überholt uns es war immer knapp, aber auch immer fair ...", schrieb Ocon.

Nach der FIA-Anhörung gingen sich die beiden Streithähne nicht (mehr) an die Gurgel, sondern schüttelten sich wenig herzlich die Hand. Die Szene war in keinem TV-Bild zu sehen, wurde jedoch von einer Reporterin eines britischen TV-Senders dokumentiert und bei Twitter veröffentlicht.

Ex-Formel-1-Pilot Mark Webber empfand die Diskussion um die Rauferei auf der Waage als übertrieben. Er zeigte bei Twitter ein Video, auf dem zu sehen ist, wie er Jenson Button während eines TV-Interviews von hinten schubst, um seinen Unmut auszudrücken. "Braucht es gemeinnützige Arbeit?", fragt er in Anspielung auf die gegen Verstappen verhängte Strafe, "es gab in der Vergangenheit in der Vorschule schlimmere Vorfälle. Die Kommissare und die FIA ersticken die Emotionen."

Ein weiterer Beitrag Webbers spielte auf einen ähnlichen Unfall an, den er beim Kanada-Grand-Prix 2013 mit dem damaligen Caterham-Piloten Giedo van der Garde hatte. Damals war aber der überrundete Niederländer zweifellos der Übeltäter und räumte es auch ein. "Ich habe mich schon vor fünf Jahren entschuldigt, Kumpel!", reagierte van der Garde auf die bösen Smileys Webbers.

Ex-Formel-1-Fahrer und TV-Experte Alexander Wurz spannte seinen Sohn für ein Twitter-Beitrag ein. Er lichtete ihn mit Kopfschutz und Boxhandschuhen im Bett ab und schieb dazu: "Ich tue alles, damit meine Kinder auf die Formel 1 vorbeireitet sind. Kartfahren, Training und nach dem Rennen heute sind sie sogar für Dinge, die sich nach der Zieldurchfahrt abspielen, gerüstet."

Einige Journalisten kramten in den Geschichtsbüchern. Ein früherer Kollege aus Großbritannien stellte den (unvermeidbaren) Vergleich zu Nelson Piquet und Eliseo Salazar beim Deutschland-Grand-Prix 1982 an, als der in Führung liegende Brasilianer und der Kolumbianer kollidierten - und Piquet noch in der Auslaufzone einen zünftigen Faustkampf mit dem Kollegen begann.

Auch unser Chefredakteur Christian Nimmervoll strengte seine grauen Zellen an und erinnerte sich an den Brasilien-Grand-Prix 2001, als ein gewisser Jos Verstappen wenige Hundert Meter weiter den führenden Juan Pablo Montoya bei einem Überrundungsmanöver aus dem Rennen kegelte.

Einen deftigeren Spaß erlaubte sich ein weiterer Kollege, der scherzhaft daran erinnerte, dass Ocon als Mercedes-Fahrer 2020 gehandelt wird. Er stellte sich ein Gespräch zwischen Valtteri Bottas und dem Franzosen vor. "Niemand kann Hamilton besser zu Rennsiegen verhelfen als ich", legt er dem Finnen in den Mund. Daraufhin Ocon in der fiktiven Unterhaltung: "Halt doch bitte mal mein Bier."

Ein anderer Twitter-Nutzer spielte darauf an, dass Sebastian Vettel im Qualifying am Samstag die Waage für die Autos zerstört und damit die FIA gegen sich aufgebracht hatte. Er erstellte ein Bildschirmfoto eines aufgebrachten Offiziellen und schrieb: "Bitte nicht schon wieder auf der Waage!"

Dass Max Verstappen einen Instagram-Beitrag vor dem Rennen mit dem Hashtag "KeepPushing" (offenbar als Bekenntnis, motiviert zu sein) versehen hatte, fand ein weiterer Fan amüsant.

Wir sind gepannt, ob Verstappen und Ocon in den sozialen Medien die zweite Runde ihres Gefechts einläuten ...

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