"Nicht so lustig": Oscar Piastri spricht über die heikelste Phase seiner Karriere
Der Streit um Oscar Piastri zwischen Alpine und McLaren sorgte 2022 für Schlagzeilen: Nun blickt der Formel-1-Star auf die turbulente Zeit zurück
(Motorsport-Total.com) - Oscar Piastri hat sich zu den turbulenten Ereignissen rund um seine Vertragssituation Mitte 2022 geäußert, als er als damaliger Alpine-Junior einen Formel-1-Vertrag bei McLaren unterzeichnete. Der Australier war zur Saison 2020 dem Nachwuchsprogramm von Alpine beigetreten, nachdem er sich zuvor knapp den Titel im Formel Renault Eurocup gesichert hatte.
In der Folge gewann Piastri sowohl die Formel-3- als auch die Formel-2-Meisterschaft jeweils in seinem Rookie-Jahr, musste jedoch die Saison 2022 als Reservefahrer bei Alpine an der Seitenlinie verbringen.
"Es war sicherlich eine harte Zeit", sagt Piastri in einem kürzlich veröffentlichten Video der Formel 1, das im November in seiner Wahlheimat Monaco gedreht wurde. "Natürlich will man als Rennfahrer Rennen fahren."
Das Jahr ohne Renneinsätze sei definitiv schwer gewesen. "Es hat mir allerdings erlaubt, einige Dinge von außen etwas leichter zu betrachten: Teil eines Wochenendes zu sein, zu verstehen, wie Medienverpflichtungen ablaufen werden, wie Sponsorenverpflichtungen aussehen und einfach den allgemeinen Rhythmus der Saison kennenzulernen. Ich habe ein paar Dinge darüber gelernt, aber es war eine harte Zeit."
Piastri betont, dass er immer stolz darauf war, alles in seiner Macht Stehende getan zu haben, und stets zuversichtlich war, dass sich eine Gelegenheit ergeben würde.
Das Chaos um die Nachfolge von Alonso
Diese Gelegenheit ergab sich tatsächlich, allerdings unter komplizierten Umständen. Der Rennstall aus Enstone stand vor dem Problem, drei qualifizierte Fahrer für nur zwei Cockpits zu haben. Neben Piastri waren auch die damaligen Stammpiloten Fernando Alonso und Esteban Ocon Kandidaten.
Alpine erwog zunächst, Piastri an Williams auszuleihen, bis bekannt wurde, dass Alonso zu Aston Martin wechseln würde. Das Team verkündete daraufhin die Beförderung seines Schützlings zum Stammfahrer, was der Youngster jedoch vehement bestritt.
"Ich verstehe, dass Alpine F1 ohne meine Zustimmung am späten Nachmittag eine Pressemitteilung herausgegeben hat, dass ich nächstes Jahr für sie fahren werde", schrieb er damals. "Das ist falsch und ich habe keinen Vertrag mit Alpine für 2023 unterschrieben. Ich werde im nächsten Jahr nicht für Alpine fahren."
Wie sich herausstellte, hatte Piastri bereits einen Vertrag mit McLaren unterzeichnet, und das Contract Recognition Board (CRB) der FIA entschied zu seinen Gunsten.
Rückblick mit einem Lachen
"Ich wusste irgendwie, dass es eine ziemlich große Geschichte werden würde", sagt Piastri heute mit einem Lächeln. "Es gab Gründe dafür, das zu tun. Es war nicht so, dass ich es nur darauf angelegt habe, der Welt zu verkünden, dass ich nicht fahre."
Mittlerweile kann der Australier die Situation mit etwas Abstand betrachten: "Ich blicke jetzt sicherlich mit einigen Lachern darauf zurück. Zu der Zeit war es definitiv nicht so lustig." Das galt auch für die Verhandlung vor dem CRB. "Die Dinge standen zu meinen Gunsten, aber das war ein weiterer ziemlich angespannter Moment", räumt Piastri ein.
Letztlich gab Piastri 2023 sein Formel-1-Debüt für McLaren und nicht für Alpine. "Das war ein unglaublicher Moment. Dann wird einem auch irgendwie klar, dass alles, was man vorher gemacht hat, jetzt fast keine Rolle mehr spielt", merkt er an.
Obwohl er den Fahrertitel 2025 verpasst hat, kann Piastri bereits eine bemerkenswerte Bilanz von sechs Polepositions und 26 Podestplätzen, darunter neun Siege, in 70 Grands Prix vorweisen. Dennoch betont er, dass er "immer noch lernt".


