Updates Zandvoort: Ab jetzt wird geknausert!
In Zandvoort erleben wir ein Update-Rekordtief: Nur drei Teams ändern ihre Autos - Schon jetzt dominiert die Arbeit am 2026er-Reglement
(Motorsport-Total.com) - Zum Ende der Formel-1-Sommerpause 2025 in Zandvoort rückt bereits das neue Reglement für 2026 in den Fokus: Sieben von zehn Teams verzichten auf technische Neuerungen an ihren Fahrzeugen und die Updates der restlichen Rennställe fallen klein aus - weil die Arbeit an den neuen Autos bereits überall Priorität hat.
Von den aktuellen Spitzenteams hat lediglich Red Bull Modifizierungen an seinem Fahrzeug vorgenommen: Der RB21 von Yuki Tsunoda und Max Verstappen tritt in Zandvoort mit einem überarbeiteten Frontflügel an. Die Flaps sind größer ausgelegt, um an der Vorderachse mehr Abtrieb zu erzeugen.
Es handelt sich bereits um die fünfte Frontflügel-Variante des Jahres bei Red Bull. Doch Chefingenieur Paul Monaghan betont: "Es ist kein komplett neuer Frontflügel. Wir haben lediglich die Profile etwas vergrößert. Das ist nichts Ungewöhnliches, wenn man ein bisschen mit der Balance zu kämpfen hat."
Neue Winglets bei Alpine
Auch bei Alpine fällt das Update für den A525 von Franco Colapinto und Pierre Gasly klein aus: Das Team setzt in Zandvoort modifizierte Winglets an der Hinterachse ein. Die neugeformten Profile sollen die Aerodynamik im Heckbereich des Fahrzeugs verbessern.
Dazu erklärt Alpine-Technikchef David Sanchez: "In dieser Phase der Saison steckt niemand mehr viel Aufwand in einen Unterboden oder andere teure Entwicklungen. Aber solche Teile sind ziemlich schnell und günstig umsetzbar."
Laut Sanchez sind die neuen Hinterachs-Winglets auch keine gezielte Entwicklung, sondern eher ein Nebenbei-Produkt. "Wir haben nämlich ständig Leute, die im Hintergrund Ideen entwickeln. Wenn sie schnell und einfach zu realisieren sind und sie uns gefallen, dann überlegen wir, sie ans Auto zu übernehmen."
Sauber mit veränderten Bremsschächten
In eine ähnliche Kategorie fallen die veränderten Bremsschächte an der Hinterachse des Sauber C45 von Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg in Zandvoort. Das Team aus der Schweiz hat die hinteren Luftauslässe verändert - ebenfalls mit dem Ziel, die Aerodynamik im Heckbereich zu verbessern.
"Es ist schwierig, den erhofften Vorteil zu beziffern", sagt Sauber-Sportdirektor Inaki Rueda. "Es wird sich vermutlich innerhalb von 50 Millisekunden bewegen, falls die Rundenzeiten durch eine geringere Reifentemperatur sinken. Denn wir müssen dafür sorgen, dass so wenig Bremswärme wie möglich an die Felge abgegeben wird. Dabei spielen diese Teile eine Rolle."
Rueda pflichtet Sanchez darin bei, dass der finanzielle und technische Aufwand für ein solches Update gering ist. "Wir haben ja nicht die ganze Bremse überarbeitet, sondern nur ein Anhängsel - wenn man so will." Das geschieht laut Rueda auch vor dem Hintergrund der Kostendeckelung in der Formel 1.
So wenige Updates wie nie in diesem Jahr
Die Budgetgrenze und der Fokus auf 2026 führen in Zandvoort zu so wenigen Updates wie nie zuvor in dieser Saison: nur drei. Beim zweiten Rennwochenende in China und zuletzt beim Schlussrennen vor der Sommerpause in Ungarn waren jeweils fünf Updates gemeldet worden.
Am meisten Updates gab es dieses Jahr beim Europa-Auftakt in Imola und in Monaco: 29 beziehungsweise 30.