• 02. März 2019 · 15:00 Uhr

Verschwörungstheorie um Mercedes: Alles nicht wahr!

Ein Tweet sorgte am Donnerstag für Aufregung rund um das Mercedes-Update, doch die alte McLaren-Idee aus den 1990ern wird 2019 nicht aufgewärmt

(Motorsport-Total.com) - Die Aufregung in der Formel-1-Community im Internet war groß, als der TV-Moderator Will Buxton am Donnerstag auf Twitter eine Verschwörungstheorie gepostet hat. Demnach habe ihm ein Mitarbeiter eines Konkurrenzteams erzählt, dass das Mercedes-Update der zweiten Barcelona-Testwoche nicht einfach nur ein Update sein könnte, sondern möglicherweise ein zweites Auto für die Saison 2019.

Frontflügel Mercedes F1 W10 EQ Power+

Das Mercedes-Update für die zweite Woche sorgte für Diskussionen Zoom Download

Die Idee klingt bei oberflächlicher Betrachtung logisch: Auf Strecken wie Spa oder Monza, wo es viel geradeaus geht, könnte ein komplett anderes Chassis eingesetzt werden als etwa im verwinkelten Monte Carlo oder auf dem kurvenreichen Hungaroring.

Und ganz neu ist der Gedanke auch nicht: McLaren-Mercedes hat in den 1990er-Jahren sogar speziell für den Grand Prix von Monaco ein eigenes Chassis mit einem kürzeren Radstand gebaut, um besser durch Rascasse & Co. zu kommen.

Doch tatsächlich ist an der Geschichte nichts dran. James Allison, der Technische Direktor des Mercedes-Teams, bezeichnet sie im Interview bei 'F1 TV' (übrigens ausgerechnet mit Buxton) als "schöne Verschwörungstheorie! Ich wünschte, wir wären so clever."

Was gegen die Idee spricht

Denn die Formel 1 hat sich seit den McLaren-Auswüchsen von vor 20 Jahren verändert. CFD-Simulationen und Windkanalzeit sind inzwischen durch das Reglement limitiert. Sprich: Ressourcen, die in ein Konzept gesteckt werden, fehlen beim anderen. Sodass man am Ende im schlimmsten Fall mit zwei unausgereiften Autos dasteht statt mit einem, das auf den meisten Strecken funktioniert.

"Es wäre sehr, sehr schwierig, zwei Konzepte parallel zu entwickeln", erklärt Allison. "Jedes Experiment, das du durchführst, verschlingt Ressourcen. Und wenn dann einer deiner Entwicklungsstränge nicht so gut wie der andere ist, hast du einfach nur einen Haufen Zeit, Mühe und Geld verschwendet."

Das radikale Update, mit dem Mercedes am Dienstag in Barcelona überrascht hat, ist de facto ein B-Auto zum ursprünglich vorgestellten F1 W10 EQ Power+. Entwickelt wurde es nicht als Reaktion auf die erste Testwoche - dafür wäre die Vorlaufzeit viel zu kurz gewesen -, sondern schon seit Wochen.

"Man sieht halt, wo wir vor ein paar Monaten und wo wir vor ein paar Wochen waren. Und so wird die Entwicklung weitergehen", kündigt Allison an - und ergänzt: "Wir müssen noch ein bisschen was finden, um Ferrari unter Druck zu setzen. Die sind im Moment schneller als wir."

Bottas: Update-Version ist ein Fortschritt

Ein Fortschritt ist die runderneuerte Aerodynamik allemal. Der Rückstand ist zwar, da sind sich die Experten einig, größer als die 0,003 Sekunden, die am Ende der Testfahrten auf der Stoppuhr übrig waren. Aber wohl kleiner als die halbe Sekunde, von der Lewis Hamilton zunächst gesprochen hat.


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Das Update sei definitiv "besser" als die alte Version, unterstreicht Valtteri Bottas. Die Frage sei nur, "ob das reicht. Ich spüre definitiv Verbesserungen im Vergleich zur ersten Woche. Das Auto fährt sich stabiler und hat mehr Downforce."

Bis Melbourne soll ein weiterer Schritt folgen: "Ich kann nicht bestätigen, dass das Auto dort gleich sein wird", lächelt der Finne. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass jedes Team nochmal mit ein paar Änderungen daherkommt. Insofern wird das Auto nicht identisch sein."

Die Strategie, mit der großen Ausbaustufe erst in der zweiten Testwoche zu fahren und in der ersten vor allem an Systemchecks und der Zuverlässigkeit zu arbeiten, findet Bottas übrigens nachvollziehbar: "Ich glaube, das war richtig. Das Team hat das so ausgerechnet."

"Auf diese Weise hatten wir mehr Zeit als sonst, um das Upgrade-Paket zu entwickeln und es im Detail zu verbessern", erklärt er. "Natürlich wäre es schön gewesen, schon beim ersten Test alles zu haben. Aber letztendlich kommt es darauf an, dass das Auto in den Rennen konkurrenzfähig ist."

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