• 01. Dezember 2015 · 10:18 Uhr

John Booth: Formel-1-Aus nach sechs harten Jahren

John Booth kehrt der Formel 1 nach sechs Jahren als Teamchef den Rücken - Er sagt: Wären die Bedingungen bekannt gewesen, wäre Manor wohl nicht eingestiegen

(Motorsport-Total.com) - Nach sechs Jahren als Teamchef in der Formel 1 ist Schluss: John Booth verlässt Manor-Marussia zusammen mit Sportdirektor Graeme Lowdon und kehrt damit dem Rennstall den Rücken, den er 2009 in die Königsklasse gebracht hat. Es heißt, dass Differenzen mit dem neuen Investor Stephen Fitzpatrick zu dieser Entscheidung geführt haben. Für Booth geht damit eine schöne, aber stets schwierige Zeit zu Ende, die einst mit einem falschen Versprechen begonnen hatte.

John Booth

Teamchef John Booth kehrt Manor-Marussia den Rücken zu Zoom Download

Der einstige FIA-Präsident Max Mosley hatte die Teams einst mit einer geplanten Budgetobergrenze in die Formel 1 gelockt, die bei 30 Millionen Euro liegen sollte. "Und wir hätten 30 Millionen an Preisgeld bekommen. Einfache Entscheidung, oder?", meint der Brite zu 'Reuters'. Doch die Grenze kam nicht, und so gerieten die neuen Teams Jahr für Jahr in große Probleme, ohne je konkurrenzfähig sein zu können.

HRT und Caterham mussten ihre Garagen bereits schließen, einzig der Rennstall von John Booth hat bislang überlebt und soll auch 2016 noch an den Start gehen. Rückblickend betrachtet sagt er: "Wären die Fakten zu Beginn bekannt gewesen, dann bezweifle ich, dass wir hätten anfangen können", so Booth. Doch das Team, das zu Beginn noch Virgin hieß, versuchte es - und blieb jahrelang ohne größeren Erfolg.

Höhepunkt der Teamgeschichte dürfte zweifelsohne das Rennen von Monaco 2014 sein, als Jules Bianchi mit Rang neun für die einzigen Punkte des Rennstalls in der Formel 1 sorgte. Doch für den scheidenden Teamchef ist ein anderes Rennen in entscheidender Erinnerung geblieben: "Als zwei Autos in Bahrain 2010 aus der Garage gerollt sind", beschreibt er als seinen größten Moment in der Königsklasse. "Acht Monate zuvor hatten wir noch gar nichts gehabt. Wir hatten ein Büro und eine Werkstatt", beschreibt er. "Wir saßen im Büro und fragten uns: Wie bauen wir ein Formel-1-Team?"

Jetzt ist die Zeit für John Booth in der Formel 1 allerdings abgelaufen. Wie es mit dem Briten weiter geht, der seinen Rennstall 1990 gegründet hatte, ist noch unklar. "Ich bin mit dem Motorsport verbunden, seit ich 23 war. Einfach weg zu gehen, ist hart", sagt Booth, der sich aktuell keine Rückkehr in den Paddock vorstellen kann. "Aber wer weiß? Nach zwei oder drei Wochen in der Sonne kann man nie wissen..."

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