• 17. Januar 2014 · 10:43 Uhr

Ecclestone privat "genügsam": "Ich gebe nicht viel aus"

Machtbesessen? Geldgierig? Bernie Ecclestone verrät, dass er privat eigentlich recht genügsam ist und dass ihn Glück nur am Rande interessiert: "Brauche Jubel nicht"

(Motorsport-Total.com) - "CVC wird sich daran orientieren, ob ich meine Aufgaben gut erfülle oder nicht", erklärte Bernie Ecclestone vor der gestrigen Entscheidung gegenüber dem 'Handelsblatt'. Die Antwort dreht sich um die Frage, ob der 83-Jährige trotz der aktuellen Gerichtsverfahren weiter im Amt als mächtigster Mann der Formel 1 bleiben wird. Doch mit der Ankündigung der Prozesseröffnung in München hat sich das Blatt für den Briten gewendet.

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone ist früher immer vor Rennende von der Strecke verschwunden Zoom Download

Die Investmentfirma CVC hat auf die neuen Gegebenheiten reagiert, sodass Ecclestone nun aus dem Vorstand der Formel 1 ausscheidet. Obwohl der Zampano nun unter spezieller Beobachtung steht, sollen die Tagesgeschäfte unter ihm aber erst einmal so weiterlaufen wie bisher. Denn das Zepter so einfach übergeben, das würde allen Beteiligten schwerfallen, denn Ecclestone hat die Formel 1 in all den Jahren zu dem gemacht, was sie heute ist - eine Weltmarke.

Dieser Aufgabe will sich der 83-Jährige auch weiterhin widmen: "Es geht darum, dass die Formel 1 in der Spur bleibt, und dass sie Geld verdient. Jeder Sport ist heute kommerziell", erklärt er. Darum verlangt der Brite auch von den Veranstaltern so hohe Gebühren, die ihm auch den Ruf eines Raffzahns eingebracht haben. Dabei sei er privat eigentlich sogar recht genügsam, wie er verrät: "Ich gebe nicht viel aus. Ich brauche zum Beispiel kein superschnelles Auto. Ich fahre einen alten Mercedes und habe eine Sammlung von alten Rennwagen. Das genügt mir", sagt Ecclestone.

So groß wie angenommen sei sein Vermögen nämlich gar nicht: "Das meiste davon hat meine Ex-Frau bei der Scheidung erhalten", lacht er. "Aber ich verhungere nicht." Sinn für Humor hatte der exzentrische Formel-1-Boss ja schon immer, und manchmal weiß man nicht so genau, was Ecclestone ernst meint und was nicht, wenn er wieder mit einer neuen Idee um die Ecke kommt. Es bleibt abzuwarten, ob Ecclestone genauso unbeschwert aus der Bestechungsaffäre wieder herauskommen wird.

"Ich brauche nicht diesen Jubel über einen Sieg oder Erfolg, von dem Menschen glauben, er verschafft Ihnen Glücksgefühle."Bernie Ecclestone
Erst kürzlich hatte Ecclestone in einem Interview behauptet, trotz seiner Macht und seines Reichtums habe er wohl nie wirklich erfahren, was wahres Glück ist. "Es ist wahr", bestätigt der Brite. "Ich bin zufrieden mit dem Leben. Aber glücklich? Als ich noch ein eigenes Formel-1-Team hatte, bin ich immer vor dem Ende der Rennen gegangen. Denn mein Job war schon vorher getan. Ich habe auch so erfahren, ob wir gewonnen hatten oder nicht. Ich brauche nicht diesen Jubel über einen Sieg oder Erfolg, von dem Menschen glauben, er verschafft Ihnen Glücksgefühle."

Überhaupt verbindet Ecclestone mit seinem Job - auch wenn er ihn bis ans Ende seiner Tage ausführen würde - keine starken Glücksmomente. "Ich bin froh, wenn ich meine Familie und meine Kinder glücklich sehe", sagt er. Dennoch würde er sich wünschen, weiterhin bis zu seinem Tod die Formel 1 zu verwalten: "Meine frühere Frau sagte immer zu mir, irgendwann würde ich wohl in diesem Riesenbus sterben, in dem ich immer mein mobiles Hauptquartier auf den Formel-1-Rennstrecken aufschlage. Das Einfachste wäre vielleicht, mich dann schlicht mit diesem Riesenbus zusammen zu begraben." Doch eigentlich wäre ihm auch das nicht recht: "Ich würde es vorziehen, nicht zu sterben", zwinkert er.

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