• 20. Juni 2024 · 20:33 Uhr

Mercedes: Warum Barcelona zum "echten Test" werden wird

Mercedes-Pilot George Russell "sieht keinen Grund", warum Mercedes in Barcelona nicht konkurrenzfähig sein sollte: Wie gut sind die Updates wirklich?

(Motorsport-Total.com) - Der Große Preis von Spanien wird nach den zuletzt durchmischten Siegern und Polesettern der Formel 1 wohl mehr Aufschluss über das aktuelle Kräfteverhältnis geben. Nach einer Reihe von Updates stehen insbesondere Ferrari und Mercedes im Fokus, ob die neuen Teile auch auf einer klassischen Rennstrecke mit mittelschnellen und schnellen Kurven wie in Barcelona funktionieren.

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George Russell scheiterte beim Großen Preis von Kanada nur knapp mit P3 Zoom Download

Besonders den Silberpfeilen scheint mit dem in Monaco eingeführten Frontflügel ein großer Schritt gelungen zu sein, der von weiteren Updates in Kanada untermauert wurde. Laut George Russell, der vor zwei Wochen in Montreal den Mercedes W15 auf die Poleposition stellte, wird der Circuit de Barcelona-Catalunya "ein wahrer Test" werden, ob sein Team den Sprung zu Red Bull, Ferrari und McLaren wirklich geschafft hat.

"Es ist sehr aufregend vor diesem Wochenende, denn vor Kanada sind wir im Simulator gefahren und haben diese neuen Upgrades ausprobiert", sagt Russell am Mediendonnerstag in Spanien. "Es schien ein großer Schritt nach vorne zu sein, und ehrlich gesagt, habe ich es nicht wirklich geglaubt, als ich im Simulator gefahren bin. Aber es hat sich in Kanada bewahrheitet."

"Wir hatten auch einige Hinweise darauf, dass wir in Kanada schnell sein würden, da die Kurven auf der gesamten Strecke sehr ähnlich sind. Ich denke, dass dies [hier in Spanien] ein echter Test sein wird, und wenn wir an diesem Wochenende schnell sein können, ist das ein gutes Zeichen für die Saison."

Russell vermutet: Red Bull "hat mehr in der Tasche"

Und auch wenn Teamkollege Lewis Hamilton mahnt, dass es trotz guter Anzeichen "keine Sicherheiten in diesem Sport gibt", zeigt sich auch der siebenmalige Formel-1-Weltmeister "optimistisch", denn "wir bauen immer wieder neue Teile in das Auto ein".

"[Für Spanien gibt es] ein paar Kleinigkeiten hier und da", fügt Hamilton hinzu. "Aber nichts Großes an diesem Wochenende. Ich bin mir sicher, dass es positiv ist, zu sehen, dass wir Fortschritte machen."

Teamkollege Russell sieht sich jedenfalls in der Lage, am Sonntag um den Sieg mitkämpfen zu können: "Ich bin mit mir und dem Auto zufrieden", sagt er. "Und ich denke, es gibt keinen Grund, warum wir nicht wieder konkurrenzfähig sein können. Wir müssen abwarten und sehen, wie Red Bull abschneidet."


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"Sie waren so lange die dominierende Kraft und sie haben offen zugegeben, dass die letzten drei Rennen wahrscheinlich die schwierigsten seit langem waren, aber sie haben von diesen drei Rennen zwei gewonnen. Wenn ein Team also sagt, dass es ein sehr schwieriges Rennen war, und trotzdem gewinnt, dann hat es mehr in der Tasche."

"Aber wir machen im Moment wirklich gute Schritte nach vorn. Wir glauben, dass wir in den kommenden Rennen noch mehr erreichen können. Doch an diesem Wochenende müssen wir abwarten und sehen. Im Moment ist es nass. Ich hoffe, es bleibt trocken, um ehrlich zu sein."

Russell erklärt Fahrfehler in Kanada

Denn der Regen wurde Mercedes nämlich in Kanada schon zum Verhängnis. Unter trockenen Bedingungen am Samstag in Qualifying sowie gegen Rennende, als die Strecke abgetrocknet war, fuhr kein Auto schneller um den Circuit Gilles-Villeneuve als der Mercedes. Zur etwas schwächeren Pace im Regen kamen allerdings auch ein paar Fahrfehler von Russell, die eine bessere Chance auf den Sieg vereitelten.

"Ich war Sonntagabend und Montagmorgen sehr wütend auf mich", sagt der 26-Jährige. "Als ich mir das Rennen noch einmal ansah, erinnerte ich mich daran, wie knifflig es da draußen war, und dass ich leicht keinen dieser Fehler hätte machen können, wenn ich den Risikoregler heruntergedreht und 70 Runden lang eine Zehntelsekunde langsamer gefahren wäre."

"Aber wenn ich 70 Runden lang eine Zehntelsekunde langsamer gefahren wäre, wäre ich wahrscheinlich gar nicht in dieser Position. Ich habe während der gesamten Saison keine Fehler gemacht. Jetzt treibe ich mich wirklich an, weil ich diesen Sieg für das Team holen will. Wenn ich um die Meisterschaft kämpfen würde, würde ich wahrscheinlich bei diesen Rennen nicht so viel riskieren, aber im Moment kämpfen wir nicht um die Meisterschaft."

Boxenstopps im Fokus: Mercedes nur sechste Kraft

Vor dem Wochenende in Spanien haben Russell und Hamilton auch über ein weiteres Mercedes-Problem gesprochen, nämlich die Boxenstopps. Im Saisonschnitt stehen die beiden Mercedes-Piloten 2,85 Sekunden beim Reifenwechsel. Das ist im Vergleich zum Vorjahr (3,07) zwar schon eine gute Verbesserung, jedoch steht man damit nur an Rang sechs im Boxenstopp-Ranking der Teams.

Besonders gegenüber den beiden Red-Bull-Piloten, die auf eine durchschnittliche Standzeit von gerade einmal 2,35 Sekunden kommen, hinkt man da noch etwas hinterher. Russell erklärt: "In der Welt des Budgetdeckels ist es sehr schwierig, die Investition in die Verbesserung der Boxenausrüstung zu rechtfertigen, wenn man dadurch im Laufe von vielleicht 70 Runden in einem Rennen eine halbe Sekunde gewinnen kann."

"Wir haben es trotzdem gemacht, und unsere Aufgabe ist es, nicht zu spät zu bremsen, konstant zu bremsen, auf den Markierungen zu stoppen und den Mechanikern die beste Chance zu geben, die Radmutter zu erwischen, wenn man zum Boxenstopp kommt. Wenn man zu schnell reinkommt und ein bisschen blockiert, ist das für die Mechaniker ein ziemlich beängstigender Ort, also ja, sie machen im Moment einen großartigen Job und unsere Boxenstopps haben sich sehr verbessert."

Hamilton fügt hinzu: "Wir haben verstanden, dass das ein Schwachpunkt war. Es lag nicht unbedingt an der Boxencrew, sondern eher an der Konstruktion des Autos. Also haben wir einige Änderungen vorgenommen, die der Boxencrew geholfen haben, die Dinge zu beschleunigen, denke ich."

"Aber auch so haben sie sich mehr Mühe gegeben, mehr zu trainieren und sich besser vorzubereiten. Man sieht, wie die Jungs in der Boxengarage trainieren. Sie machen viele, viele Stopps in der Fabrik, sogar in ihrer Freizeit. Und das macht sich auch in der Leistung bemerkbar. Ich bin also sehr, sehr stolz auf die Jungs in der Garage, die einen großartigen Job gemacht haben, besonders in letzter Zeit bei unseren Stopps."

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