• 16. Juni 2023 · 23:55 Uhr

Klimaneutral bis 2030: Formel 1 sieht sich auf dem richtigen Weg

Die Nachhaltigkeitsbeauftragte Ellen Jones sieht die Formel 1 auf einem guten Weg - Emission bis 2021 um 17 Prozent reduziert - Aber ist das ein fairer Vergleich?

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 macht nach eigenen Angaben bereits jetzt gute Fortschritte auf dem Weg zu ihrem Ziel, bis 2030 CO2-neutral zu sein. Und es werden noch viele weitere Maßnahmen folgen.

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Der Formel-1-Zirkus macht eigenen Angaben zufolge gute Fortschritte beim Kilmaschutz Zoom Download

Die Formel 1 hat ihren CO2-Fußabdruck in den ersten beiden vollen Jahren der Initiative bis 2021 bereits um 17 % reduziert. Die Zahlen für die vergangene Saison stehen noch nicht endgültig fest. Und es darf nicht vergessen werden, dass 2020 und 2021 zahlreiche Überseerennen wegen der COVID-19-Pandemie ausgefallen sind. Ob ein Vergleich mit 2019 daher fair ist, ist unklar.

Die Frist bis 2030 wurde im November 2019 bekannt gegeben, nachdem die Formel 1 ein Jahr lang Studien durchgeführt hatte, an denen Stakeholder wie die FIA, Teams und Rennveranstalter beteiligt waren. Die laufenden Einsparungen beruhen nicht nur auf der Einführung von zukunftsweisenden Technologien, sondern auch auf Veränderungen in der Arbeitsweise des Sports.

"Netto-Null bis 2030 bedeutet, dass wir unsere Emissionen um mindestens 50 Prozent reduzieren", sagt Ellen Jones, Leiterin der Abteilung Umwelt, Soziales und Governance der Formel 1. "Wir sind im Jahr 2023, haben also noch sieben Jahre Zeit. Das ist eine Menge Arbeit. Wir müssen die Technologien nutzen, die heute verfügbar sind."

"Unser jüngster CO2-Fußabdruck stammt aus dem Jahr 2021. Und das war eine Reduzierung um 17 %, ausgehend von unserer Baseline 2018. Das ist fantastisch. Aber man muss sicherstellen, dass wir von Jahr zu Jahr vergleichbar sind, da wir [wegen Corona] kompakte Saisons hatten. Das ändert einiges. Wir sind gerade dabei, unsere Daten für 2022 zu sammeln."

E-Fuels als wichtiges Puzzleteil - nicht nur für Rennwagen

Die Einführung nachhaltiger Kraftstoffe für die nächste Motorengeneration im Jahr 2026 ist eine der wichtigsten Säulen des Programms. Die Dimension des Programms mit E-Fuels reicht jedoch weit darüber hinaus.

"Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ruht auf drei Hauptpfeilern", so Jones. "Der erste ist, bis 2030 klimaneutral zu sein. Das zweite Ziel ist die Durchführung von mehr nachhaltigen Veranstaltungen. Und drittens wollen wir sicherstellen, dass unser Sport vielfältiger und integrativer wird."

"Wenn wir also bis 2030 Null-Emissionen erreichen wollen, was bedeutet das? Das bedeutet, dass wir unsere Gesamtemissionen um 50 Prozent senken müssen. Das bedeutet, dass wir uns bis 2026 mit nachhaltigen Kraftstoffen versorgen. Und es bedeutet auch, dass wir unseren gesamten Sport dazu ermutigen, direkte Maßnahmen zu ergreifen, wie sie ihren CO2-Fußabdruck reduzieren können."


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"Alle zehn Teams, alle unsere Rennveranstalter und die gesamte Formel-1-Logistik überlegen, wie wir diese Reduktionen erreichen können. Und es gibt einige Änderungen, die man schnell vornehmen kann, beispielsweise der Wechsel zu einem Ökostrom-Tarif, den wir als Formel 1 in unseren Büros haben. Alle zehn Teams haben das getan."

"Es gibt auch andere größere Veränderungen wie die externe TV-Übertragung. Dadurch ändert sich unsere Arbeitsweise, denn einige Aktivitäten, die früher an der Rennstrecke stattgefunden haben, werden jetzt aus Kent abgewickelt. Für einen großen Teil der Produktion müssen die Mitarbeiter nicht mehr reisen."

Technologie und "Hearts and Minds"

Der Transport von Gütern und Personal ist ein Schlüsselbereich: "Wenn man sich unseren CO2-Fußabdruck anschaut, stammt weniger als ein Prozent aus dem Kraftstoff für die Rennwagen", sagt Jones.

"Nachhaltiger Kraftstoff ist dennoch wichtig. So können wir uns mit technischen Innovationen befassen, die sich auf den gesamten globalen Fuhrpark auswirken. Aber wenn ich frage, wie wir bis 2030 Netto-Null-Emissionen erreichen wollen, sind zwei Drittel unseres Fußabdrucks die Reiselogistik."

"Wenn wir bis 2030 Netto-Null erreichen wollen, müssen wir uns überlegen, wie wir unsere Abläufe so verändern können, dass wir weniger transportieren und kürzere Strecken zurücklegen. Wir müssen gewährleisten, dass das, was wir transportieren, möglichst leicht ist. Und wir müssen prüfen, ob wir es nicht vor Ort beschaffen können."

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Die Logistik verursacht immer noch mit Abstand die meisten Emissionen Zoom Download

"Das sind die Maßnahmen, die nicht an technologischen Veränderungen hängen. Sie hängen vielmehr von einem kulturellen Wandel jedes einzelnen Mitarbeiters der Formel 1 ab, dass er versteht, welche Rolle er spielt und wie sich seine Entscheidungen auf unser Gesamtziel von Netto-Null bis 2030 auswirken."

"Die technologischen Innovationen sind fantastisch und helfen uns dabei, diese Sprünge zu machen und nicht nur kleine Schritte."

Logistik: Der größte Klimakiller

Die Formel 1 arbeitet auch mit ihrem Logistikpartner DHL an der Verringerung der Emissionen, indem sie den Luftfrachttransport von Boeing-747-Maschinen auf effizientere 777-Maschinen umstellt und seit kurzem eine Flotte von mit Biokraftstoff betriebenen Lastwagen einsetzt.

"Wenn man über unseren CO2-Fußabdruck spricht, gibt es drei wichtige Hebel: Der erste ist die zurückgelegte Strecke, der zweite ist die Verkehrsmittelwahl und der dritte ist die Menge, die bewegt wird. Wir müssen auf alle drei Punkte eine Antwort geben. Natürlich werden wir an jedem einzelnen Teilaspekt arbeiten."

"Je nach Ausrüstungsgegenstand gibt es unterschiedliche Antworten. Lässt es sich auch auf dem Seeweg transportieren? Oder kann es über ein lokales Drehkreuz transportiert werden? Und letztlich gilt das auch für den Kalender selbst."

Jones betont, dass die Rennveranstalter kooperieren müssen und nicht unbedingt auf den traditionellen Terminen bestehen dürfen, die sie schon immer bevorzugt haben.

"Aus Sicht des Kalenders verstehen wir vollkommen, dass Rationalisierungsmaßnahmen ein wichtiges Ziel sind. Stefano [Domenicali], unser CEO, hat sich für dieses Ziel stark gemacht. Außerdem ist es eine Partnerschaft mit unseren Veranstaltern."

"Wenn man ein festes Datum im Kalender hat, kann das ein sehr emotionales Thema sein. Es ist ein Feiertag, es war schon immer so und so weiter. Aber wir müssen sie mit uns gemeinsam auf den Weg der Veränderung bringen, damit wir nachhaltigere Veranstaltungen durchführen, unseren CO2-Fußabdruck verringern und all diese Variablen in Einklang bringen können."

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