• 13. Februar 2023 · 16:21 Uhr

Der schlafende Riese: McLaren im Finanzcheck 2023

Das McLaren-Formel-1-Team wird 2023 mit einem Budget von über 300 Millionen Dollar in die Saison gehen, doch der Sprung an die Spitze ist bisher ausgeblieben

(Motorsport-Total.com) - Neben Aston Martin wird auch McLaren am Montag sein Formel-1-Auto für die Saison 2023 vorstellen. Beide Teams haben Ambitionen, sich in den kommenden Jahren nach oben zu arbeiten, um in den Kampf um Rennsiege und Weltmeisterschaften einzugreifen.

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Lando Norris beim Großen Preis von Kanada 2022 Zoom Download

McLaren ist dabei mit acht gewonnen Weltmeisterschaften immer noch das dritterfolgreichste Team der Formel-1-Geschichte, doch die letzte gewonnene Teamwertung liegt mit 1998 schon sehr weit zurück. Den letzten Fahrertitel konnte man 2008 mit Lewis Hamilton erringen.

Um endlich wieder an der Spitze mitzukämpfen muss das britische Team jedoch ein großes Problem lösen. Vom Budget sowie der Mitarbeiterzahl steht man gar nicht so schlecht da, doch die Infrastruktur und die Tatsache, dass man aktuell weiterhin den alten Toyota-Windkanal in Köln nutzen muss, erschweren die Bestrebungen, in der Startaufstellung an Boden gut zu machen.

Als 2019 Andreas Seidl McLaren-Teamchef wurde, war eine seiner ersten Amtshandlungen, den Auftrag für den Bau eines neuen Windkanals zu erteilen. Dieser soll jedoch frühestens den McLaren für 2024 positiv beeinflussen.

"Ich bin mir der Grenzen bewusst, die wir noch haben, vor allem was die Infrastruktur angeht, insbesondere im Vergleich zu den Teams, die vor uns fahren", sagte Seidl in der vergangenen Saison, der McLaren mittlerweile in Richtung Sauber verlassen hat. "Und teilweise sogar im Vergleich zu Teams wie Alpine und Teams, die im Moment hinter uns fahren."

Ressourcen: McLaren fast auf Topteam-Niveau

Während der Saison 2021 hatte McLaren Ausgaben in Höhe von 337 Millionen US-Dollar, was zeigt, dass sich das Team aus Woking zumindest budgettechnisch nicht verstecken muss. Damit lag man nämlich nur hinter den drei Topteams, wobei Weltmeister Mercedes nur 40 Millionen Dollar mehr ausgab, da die Silberpfeile zum einen mehr Mitarbeiter hatten und zum anderen auch viel höhere Gehaltskosten für ihre Fahrer stemmen mussten.

Auch in Sachen Mitarbeiterzahl ist McLaren gut aufgestellt. 2021 beschäftigte man 837 Mitarbeiter, womit man in der Rangliste sogar unter den Top 3 landet und damit vor Red Bull. Die Ressourcen sind somit zweifelsohne vorhanden, um langfristig wieder zur Spitze aufzuschließen.

Dies nimmt das Team wohl auch zum Anlass, hohe Gehälter an die Fahrer sowie das Top-Personal auszuschütten. Laut 'Racingnews 365' ist Lando Norris mit einem Gehalt von 20 Millionen Dollar pro Jahr einer der bestbezahlten Fahrer der Formel 1, während sich auch Zak Browns Einnahmen sehen lassen können.


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Nach Red-Bull-Teamchef Christian Horner ist der McLaren-CEO der Teamboss mit dem höchsten Grundgehalt in der Formel 1. Rund elf Millionen Dollar bekommt der Amerikaner pro Saison, womit er nur wenige Hundertausende hinter Horner liegt.

McLaren mit ungewollten Geldregen 2020

Die Kassen waren jedoch nicht immer so prall gefüllt. Inmitten der COVID-19-geplagten Saison 2020 traf es das Team schwer. Man musste in der Folge die Fabrik in Woking verkaufen, um wieder an Cash zu kommen. Das hat zunächst etwa 200 Millionen Dollar in die Kasse gespült, doch das sogenannte "Sale-and-Lease-back-Verfahren" hat den Nachteil, dass man nun Miete zahlen muss, die bei einem so großen Gebäude nicht billig ist. Mietkosten fallen im Übrigen nicht unter den Kostendeckel.

"Warum sollten wir das ganze Geld in Immobilien haben? Wir sind kein Immobilienunternehmen. Wir sind ein Rennteam und eine Automotive-Firma", hatte Geschäftsführer Zak Brown 2020 gesagt. "Da ist eine Menge Cash in diesem Gebäude gebunden, und das ist kein produktiver Nutzen, wenn du in dein Geschäft investieren möchtest."

Zudem verkaufte man im gleichen Jahr einen Minderheitsanteil des Teams für 220 Millionen Dollar an das nordamerikanische Investorenkonsortium MSP Capital, die ihre Investition infolge der stetig wachsenden Unternehmenswerte der Formel-1-Teams sicher nicht bereut haben.

Dass McLaren 2023 der große Durchbruch gelingt scheint ob des Teamchefwechsels vor der Saison sowie der ausbaufähigen Infrastruktur etwas sportlich. Mittel- bis langfristig sollte man die Kraft des britischen Teams aber nicht unterschätzen.

Die wichtigsten Finanzkennzahlen des McLaren-Teams

Wir haben anhand von historischen Bilanzen mittels Companies House - einem Portal, was das britische Handelsregister führt - sowie weiteren Recherchen die wichtigsten Finanzkennzahlen des McLaren-Teams für die Saison 2023 zusammengefasst.

Anmerkung: Die durchschnittlichen Gehälter können durch Topverdiener wie die Fahrer, dem Teamchef oder andere hochrangige Mitarbeiter nach oben verzerrt werden, weshalb die Durchschnitte unter Umständen kein realistisches Bild über das Gehalt der "normalen" Mitarbeiter abgeben.

(Weitere Informationen über das McLaren-Formel-1-Team gibt es hier im Team-Porträt)


Die bisherigen Finanzchecks in der Übersicht

Haas: Mit MoneyGram-Millionen zurück zu alter Stärke? Red Bull: Keiner gibt so viel Geld aus, wie der Weltmeister Williams: Mehr Geld und mehr Ressourcen - Gelingt 2023 der überfällige Durchbruch? Alfa Romeo: Audi auf dem Vormarsch, aber großer Standort-Nachteil AlphaTauri: Ohne Moos nix los? Aston Martin: Was plant Saudi-Arabien?

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