• 07. November 2022 · 07:21 Uhr

Mateschitz genehmigte vor seinem Tod einen neuen Windkanal für Red Bull

Dietrich Mateschitz hat vor seinem Ableben grünes Licht für einen neuen Windkanal für das Red-Bull-Formel-1-Team gegeben, weil der alte nicht mehr zeitgemäß ist

(Motorsport-Total.com) - Einige Wochen nach dem Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz steht fest, wer die operativen Tätigkeiten des Österreichers im Konzern übernehmen wird. Dabei werden die beiden Formel-1-Teams, Red Bull Racing und Scuderia AlphaTauri, in Zukunft unter die Leitung von Oliver Mintzlaff fallen, der zuvor Geschäftsführer des Fußballvereins RB Leipzig war.

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Dietrich Mateschitz im Formel-1-Fahrerlager vor einigen Jahren Zoom Download

Doch der Red-Bull-Gründer hat vor seinem Ableben noch eine wichtige Amtshandlung getätigt und die Investition in einen neuen Windkanal für das Red-Bull-Formel-1-Team genehmigt. Seither hat das Team den alten Windkanal von Arrows verwendet, nachdem man 2004 das Jaguar-Team gekauft hat.

Der Windkanal, den Red-Bull-Teamchef Christian Horner kürzlich als "Relikt des Kalten Krieges" bezeichnet, hat aufgrund der Größe und des Alters des Gebäudes, in dem er untergebracht ist, Einschränkungen bei der Temperaturkontrolle.

Horner: "Waren gezwungen, diese Investition zu tätigen"

Anfang des Jahres wurde berichtet, dass Red Bull einen neuen Windkanal plant, dessen Bau zwei Jahre dauern würde und der Teil des Technologie-Campus in Milton Keynes sein sollte, um alle Bereiche der Entwicklung und Produktion von Autos und Motoren an einem Ort zu vereinen. Obwohl unklar ist, in welchem Stadium sich das Projekt befindet, hat Horner gegenüber 'The Race' erklärt, dass es zustande kommen wird.

"Es war eine der Verpflichtungen, die Dietrich dem Unternehmen gegenüber eingegangen ist, in einen neuen Tunnel zu investieren", sagt Horner. "Als die Windkanalverordnungen eingeführt wurden, war die Effizienz unseres Windkanals einfach nicht mehr mit dem vergleichbar, was die Verordnungen vorsehen. Dadurch waren wir gezwungen, diese große Investition zu tätigen, also haben wir uns dafür entschieden."

Der bestehende Windkanal geriet am Wochenende des Großen Preises von Mexiko im Zusammenhang mit der Strafe für den Überzug des Budgets im Jahr 2021 ins Rampenlicht. Neben einer Geldstrafe von sieben Millionen Dollar wurde die Windkanalzeit für das Team in den nächsten zwölf Monaten um zehn Prozent reduziert.

Daraufhin meinte Red Bull, dass diese Strafe weh tun würde, vor allem vor dem Hintergrund der Ineffizienz des aktuellen Windkanals. Die Entscheidung für den Bau des neuen Windkanals wurde allerdings lange vor dem Streit um die Budgetobergrenze getroffen.

Kommt ein Windkanalverbot ab 2030?

Die Investition könnte für Red Bull von begrenztem Wert sein, da andere Teams wie McLaren und Aston Martin ebenfalls einen neuen Windkanal bauen, während die Formel 1 vorläufig über ein Verbot von Windkanälen im Jahr 2030 diskutiert.

Dieser Vorschlag wurde im vergangenen Jahr von der Mehrheit der Teams unterstützt, aber ohne wirkliche Details, als es diskutiert wurde, ist dies nicht unbedingt ein Hinweis darauf, ob es tatsächlich umgesetzt wird. Diejenigen, die gegen das Verbot sind, sehen die Windkanäle als große Kapitalanlagen, deren Verlust für die Teams ein schwerer Schlag wäre.

Für Red Bull wäre dies allerdings kein größeres Thema, da sich das Team und insbesondere Technikchef Adrian Newey stark dafür eingesetzt haben, dass die Formel 1 die Windkanäle ganz abschafft und vollständig auf CFD-Entwicklung umstellt.

Horner sagt: "Wenn man sich anschaut, wie sich die Welt entwickelt, spielt die Simulation eine immer größere Rolle. Wir hätten mutig genug sein sollen, in Zukunft auf Windkanäle zu verzichten. Aber leider herrschte eine auf Angst basierende Kultur, anstatt eine Kultur der Umarmung."

So meint Red Bull, durch die schrittweise Verschärfung der Beschränkungen für aerodynamische Tests, die den Schwerpunkt zunehmend auf die Effizienz legen, gezwungen worden zu sein, das Investment vorzunehmen, obwohl man lieber darauf verzichtet hätte, weil der aktuelle Windkanal für die kommenden Jahre in der Formel 1 veraltet ist.

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