• 21. Juni 2022 · 09:31 Uhr

Wolff kritisiert andere F1-Teamchefs als "hinterhältig" und "erbärmlich"

Mercedes-Chef Toto Wolff hat das Verhalten der rivalisierenden Formel-1-Teamchefs im Streit um das "Porpoising" scharf kritisiert und spricht von politischen Spielchen

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Eingreifen der FIA, um die geäußerten Sicherheitsbedenken bezüglich des "Porpoisings" auszuräumen, kam es am Rande des Kanada-Grand-Prix am Wochenende zu einer intensiven Debatte im Fahrerlager. Vor allem Toto Wolff machte seinem Ärger über die politischen Spielchen der anderen Luft.

Toto Wolff

Toto Wolff ist wütend, dass manche Team das Problem herunterspielen wollen Zoom Download

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Mercedes und seinen Rivalen sollen bei einem Treffen der Teamchefs am Samstagmorgen in Montreal ihren Höhepunkt erreicht haben.

Quellen zufolge soll Wolff seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht haben, dass andere versuchten, sich Wettbewerbsvorteile und politische Vorteile zu verschaffen, und das in einer Angelegenheit, die für seine Fahrer ein echtes Sicherheitsrisiko darstelle.

Wolff wütet: "Das ist zu weit gegangen"

So glaubt Wolff, dass die konkurrierenden Teams ihre Fahrer anweisen, ihre Bedenken herunterzuspielen, um die FIA nicht zu ermutigen, in dieser Angelegenheit noch schneller zu handeln. Angesprochen auf die Situation, konnte der Österreicher seine Verärgerung über den Verlauf der Dinge nicht verbergen.

"Dies ist ein Sport, in dem man versucht, einen Wettbewerbsvorteil zu behalten oder zu gewinnen. Aber diese Situation ist eindeutig zu weit gegangen", so der Mercedes-Teamchef.

"Alle Fahrer, mindestens einer in jedem Team, haben gesagt, dass sie nach Baku Schmerzen hatten, dass sie Schwierigkeiten hatten, das Auto auf der Strecke zu halten oder verschwommen sahen", erinnert Wolff an die Beschwerden der Piloten.

"Teamchefs, die versuchen, das Gesagte zu manipulieren, um den Wettbewerbsvorteil zu behalten, und die versuchen, politische Spielchen zu spielen, während die FIA versucht, eine schnelle Lösung zu finden, um das Problem zumindest zu entschärfen, sind hinterhältig. Und genau das habe ich auch gesagt."


Fotostrecke: Formel-1-Technik: Detailfotos beim Kanada-Grand-Prix 2022

"Ich spreche nicht nur von den Mercedes", betont der Österreicher. "Alle Autos haben in Baku auf die eine oder andere Weise darunter gelitten und tun es auch hier. Die Autos sind zu steif. Die Autos hüpfen oder wie auch immer man es nennen will."

Wolff fürchtet langfristige Auswirkungen, die man im Moment noch nicht einmal beurteilen könne. "Aber das ist zu jeder Zeit ein Sicherheitsrisiko, und dann mit kleinen Manipulationen im Hintergrund oder Stille-Post-Spielchen zu kommen oder die Fahrer zu instruieren, ist einfach erbärmlich", wütet er.

Nicht nur die Mercedes-Fahrer leiden

Während seine Fahrer Lewis Hamilton und George Russell am lautesten über die Probleme mit dem Porpoising gesprochen haben, hält es Wolff für falsch, wenn die Konkurrenten glauben, sie würden sich äußern, um ihr Auto schneller zu machen. Auch viele andere Fahrer seien mit der Situation unzufrieden, darunter Sergio Perez.

"Natürlich werden die Leute hinterfragen, ob meine Position aufrichtig ist oder nicht", räumt Wolff ein. "Deshalb sage ich ja auch, dass es nicht nur unser Problem ist."


Verstappen-Sieg in Kanada: War Sainz schneller?

Video wird geladen…

Verstappen-Sieg in Kanada: War Sainz schneller?

Ferrari-Drama um Mick Schumacher, Pleite für Sebastian Vettel, Sieg für Max Verstappen: Das waren die Highlights des Formel-1-Rennens. Weitere Formel-1-Videos

So erinnert er an die Worte von Red-Bull-Fahrer Perez, der zu Bedenken gab, dass bei 300 km/h, wo das Problem besonders zum Tragen kommt, "sogar die Sicht beim Bremsen eingeschränkt sein oder man das Auto nicht mehr richtig positionieren kann".

Ähnliche Probleme hätten auch zahlreiche Fahrer verschiedener anderer Teams geäußert, darunter Carlos Sainz (Ferrari), Daniel Ricciardo (McLaren), Esteban Ocon (Alpine), Kevin Magnussen (Haas) und die beiden Mercedes-Piloten, zählt Wolff auf.

"Das ist kein Problem des Teams. Es ist ein Designproblem der Bodeneffekt-Autos, das angegangen werden muss", hält der Mercedes-Teamchef fest. "Und es geht nicht nur darum, die Autos höher zu stellen, denn wenn man die Autos höher stellt, löst das nicht die Steifigkeit der inhärenten aerodynamischen Eigenschaften."

Über allem müsse die Gesundheit der Fahrer stehen: "Der Kern dieses Themas ist, dass sie seit Saisonbeginn über Schmerzen beim Fahren dieser Autos klagen. Rückenschmerzen, verschwommene Sicht, wir sprechen von Mikro-Gehirnerschütterungen."

"In buchstäblich jedem Team, ich glaube, nur bei Alfa Romeo und Williams habe ich es nicht gehört, aber in allen anderen Teams haben Fahrer dieses Thema angesprochen. Und das ist etwas, das wir einfach angehen müssen, was auch immer die Lösung ist, was auch immer technisch umgesetzt werden kann."

Anzeige
Anzeige

Aktuelles Top-Video

Diese Pole gehört eigentlich Max Verstappen!
Diese Pole gehört eigentlich Max Verstappen!

Fast sieben Zehntel Vorsprung hatte Max Verstappen bei der Zwischenzeit....

Fotos & Fotostrecken

Formel 1 2022 in Silverstone: Das Wichtigste zum Sonntag
Formel 1 2022 in Silverstone: Das Wichtigste zum Sonntag
Der schwere Unfall mit Überschlag von Guanyu Zhou in Silverstone 2022
Der schwere Unfall mit Überschlag von Guanyu Zhou in Silverstone 2022

F1: Grand Prix von Großbritannien (Silverstone) 2022
F1: Grand Prix von Großbritannien (Silverstone) 2022
Sonntag

Die 20 letzten Überschläge in der Formel 1
Die 20 letzten Überschläge in der Formel 1

F1: Grand Prix von Großbritannien (Silverstone) 2022
F1: Grand Prix von Großbritannien (Silverstone) 2022
Samstag
Formel1.de auf YouTube

Formel-1-Quiz

Bevor Sebastian Vettel 2007 ein Stammcockpit bei Toro Rosso bekam, war er Testfahrer für…

Top-Motorsport-News

Wegen Boxenstopp-Chaos: DTM setzt 2022 auf längere Norisring-Boxenanlage
DTM - Wegen Boxenstopp-Chaos: DTM setzt 2022 auf längere Norisring-Boxenanlage

Toyotas Kamui Kobayashi vermutet: Alpine durfte Le Mans nicht gewinnen
WEC - Toyotas Kamui Kobayashi vermutet: Alpine durfte Le Mans nicht gewinnen

WRC Safari-Rallye Kenia 2022: Hyundai strauchelt - Toyota dominiert
WRC - WRC Safari-Rallye Kenia 2022: Hyundai strauchelt - Toyota dominiert

12h-Rennen NLS: Campingplätze an der Nordschleife werden geöffnet
VLN - 12h-Rennen NLS: Campingplätze an der Nordschleife werden geöffnet
Tickets
Formel 1 App

Folge Formel1.de