• 17. Juni 2022 · 22:20 Uhr

Horner und Wolff einig: FIA-Porpoising-Maßnahmen schwer zu kontrollieren

Christian Horner und Toto Wolff sind sich einig: Die FIA-Porpoising-Maßnahmen könnten nur noch mehr Probleme schaffen - Warum es nicht funktionieren könnte

(Motorsport-Total.com) - Christian Horner und Toto Wolff, die Teamchefs von Red Bull und Mercedes, sind sich einig, dass die von der FIA kolportierten Maßnahmen zur Bekämpfung des "Porpoisings" schwer zu kontrollieren sein werden. Am Donnerstag gab der Automobil-Weltverband eine technische Direktive heraus, die darauf hinweist, dass aus Sicherheitsgründen gegen das "Porpoising" vorgegangen werden soll.

Toto Wolff, Christian Horner

Toto Wolff und Christian Horner sind sich ausnahmsweise einmal einig Zoom Download

Nach dem Sammeln von Daten in Montreal an diesem Wochenende wird der Dachverband einen Weg finden, eine Messgröße einzuführen, die "auf der vertikalen Beschleunigung des Autos basiert und eine quantitative Grenze für das akzeptable Maß an vertikalen Schwingungen vorgibt".

Die Teams müssen sich dann an diese Zahl halten, indem sie die Abstimmung ihrer Autos anpassen, je nachdem, wie stark die Schwingungen sind. Horner und Wolff standen die ganze Saison über an entgegengesetzten Enden der Debatte, wobei Red Bull einen Eingriff der FIA vehement ablehnte, während Mercedes mit dem "Bouncing" am meisten zu kämpfen hat.

Horner: Was passiert, wenn sich der Wind dreht?

Dennoch sind sich beide Teams einig, dass die FIA Schwierigkeiten haben wird, einen Weg zu finden, damit die Beschränkung funktioniert. "Ich denke, es braucht einfach noch ein bisschen mehr Diskussion, um zu verstehen, wie es kontrolliert werden soll", sagt Horner.

"Das ist natürlich immer das Problem bei solchen Dingen. Ich denke also, dass es gut gemeint ist, aber wie bei all diesen Dingen ist die Umsetzung entscheidend. Was ist, wenn sich die Bedingungen ändern, der Wind dreht oder was auch immer? Ich denke, das wird immer eine Schwierigkeit sein."

"Aber ich denke, sie haben auf den Druck reagiert, der auf sie ausgeübt wurde, was unvermeidlich war, natürlich aus Gründen der Sicherheit. Bei all diesen Dingen ist die Umsetzung wichtig und das Verständnis für die Messgrößen", so Horner.

Red Bulls schlimmste Befürchtung wird nicht wahr

Während des Rennwochenendes in Aserbaidschan haben sich die Formel-1-Fahrer direkt an den Automobil-Weltverband gerichtet, da das "Porpoising" der neuen Ground-Effekt-Autos ein langfristiges gesundheitliches Risiko für die Piloten darstelle.


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Die Befürchtungen seitens Red Bull, dass die FIA für alle Autos eine bestimmte Mindestfahrhöhe festlegen würde, hat sich jedoch nicht bewahrheitet, da sich die geplanten Maßnahmen sogar positiv für das österreichische Team auswirken könnten.

Horner räumt daher ein, dass der von der FIA eingeschlagene Weg besser sei als so etwas wie eine Mindestfahrhöhe: "Ich denke, es wäre grob unfair, eine Regeländerung zur Hälfte des Jahres vorzunehmen."

Wolff hinterfragt: Disqualifikation wegen "Bouncing"?

Wolff sagt ebenfalls, dass es nicht einfach sein wird, einen Maßstab zu schaffen, und meint wie Horner, dass die Teams weitere Gespräche mit der FIA führen müssten: "Ich denke, manchmal sollten wir die Situation nicht zu sehr verkomplizieren."

"Die Messhäufigkeit kann zu sehr kontroversen Situationen oder Beurteilungen führen. Würde man ein Auto disqualifizieren wollen, das nach ihrer Meinung nach zu viel hüpft und damit einen Sieg aberkennen?"

"Ich bezweifle, dass Sie das tun würden. Also müssen sich alle Teams mit der FIA zusammensetzen und sagen, was wir tun können, um das unter Kontrolle zu bekommen." Wolff stimmt auch Horners Einschätzung zu, dass das "Bouncing" durch die äußeren Streckenbedingungen beeinflusst wird.

Wolff: Ground-Effekt-Autos an sich ein Problem

"Der Punkt ist, dass die Autos im Laufe des Wochenendes in verschiedenen Phasen hüpfen, denn wir haben auch Sessions, in denen wir gar kein 'Bouncing' haben", sagt der Mercedes-Teamchef. "Treibstoff, kein Treibstoff, Wind, Gegenwind, Rückenwind, Gripniveau - alles das beeinflusst das 'Porpoising'."

Das könnte dazu führen, dass die Teams mit Beginn der Parc-Ferme-Vorschriften zum Qualifying ein Auto haben, was sich innerhalb des "Bouncing-Limits" der FIA befindet, aber möglicherweise einen Tag später zum Rennen aufgrund anderer Streckenbedingungen die Regeln brechen würde.


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"Man kann einen Tag haben, an dem es perfekt läuft und man keine hohen Werte sieht und am nächsten Tag hat man ein hüpfendes Auto", so Wolff. "Ich denke, man muss sich darüber im Klaren sein, dass Fahrzeuge mit dem Ground-Effekt insgesamt ein Problem sind. Und das müssen wir in Angriff nehmen."

Alpine-Teamchef: Können nicht einfach anfangen, die Regeln zu ändern

Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer wies ebenfalls darauf hin, dass die Einführung der FIA-Maßnahmen eine Herausforderung sein wird: "Es ist keine leichte Aufgabe und es wird schwierig. Und ich verstehe auch, dass es streckenspezifisch sein könnte. Wie kann man das also schnell herausfinden, bevor man zu einem Veranstaltungsort kommt, damit man planen kann?"

"Ich meine, wir versuchen alle der FIA behilflich zu sein. Wir müssen dafür sorgen, dass es für alle fair zugeht. Ich glaube also nicht, dass wir mitten in der Saison anfangen können, Regeln einzuführen, um ein Team gegenüber einem anderen zu bevorzugen", so Szafnauer.

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