• 18. November 2021 · 20:27 Uhr

Vettel über Parc-ferme-Affäre: Müssen uns mal locker machen!

"Inspektor Seb" und seine Meinung zur Verstappen-Geldstrafe in Brasilien: Warum Sebastian Vettel die Parc-ferme-Regeln der Formel 1 für einen "Witz" hält

(Motorsport-Total.com) - Erst berührt er den Heckflügel seines Red Bull RB16B, dann den des Mercedes W12. Wenig später sieht sich Max Verstappen beim Formel-1-Rennwochenende in Brasilien mit einer Untersuchung konfrontiert, an deren Ende eine Geldstrafe steht. Für den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel ist das unverständlich.

Sebastian Vettel lacht beim Trackwalk vor dem Formel-1-Rennen 2021 in Katar

Sebastian Vettel: In Katar sprach er von einem "yoke" und amüsierte sich gut ... Zoom Download

Vettel selbst hat in der Vergangenheit mehrfach fremde Autos im Parc ferme berührt, teilweise sogar leicht bewegt. Aufnahmen aus seiner Ferrari-Zeit dokumentieren zum Beispiel, wie er einen Mercedes-Reifen mit dem Fuß anschiebt und das Auto so nach vorne rollen lässt. In anderen Fällen hat Vettel bei gegnerischen Autos bewusst lange und intensiv hingeschaut, um Designdetails nachzuvollziehen.

All das hat Vettel in den sozialen Netzwerken längst den Spitzenamen "Inspektor Seb" eingebracht. In der Pressekonferenz vor dem Formel-1-Rennen in Katar (alle Einheiten hier im kostenlosen Liveticker verfolgen!) wurde Vettel darauf angesprochen, ob er von diesem "Ehrentitel" überhaupt Kenntnis habe. Vettel verneint: "Das wusste ich nicht!" Der Ex-Champion bleibt Social Media bekanntlich fern.

Vettel veralbert Alonso in der Pressekonferenz

Das Thema aber ist ist ihm bewusst, und Vettel hat auch eine klare Meinung zum Urteil gegen Verstappen. Vettel: "Vielleicht zitiere ich da einen anderen Fahrer: Ich halte das für einen Witz."

Im englischen Original verwendet Vettel übrigens die Formulierung "a yoke" statt "a joke" und spielt damit auf einen im Internet berühmten Versprecher von Fernando Alonso an. Dieser hatte sich 2017 in Monza per Funk zu einer Sportkommissare-Entscheidung gegen den damaligen Renault-Fahrer Jolyon Palmer geäußert und dabei von einem "yoke" gesprochen. Das griff Vettel nun in der Pressekonferenz auf, im Scherz.


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Was er denn genau als einen "Witz" empfinde, fragte dann sein Pressekonferenz-Kollege Lando Norris nach. Vettel: "Dass man Autos nicht berühren darf. Das ist der Punkt. Wir sitzen ja drin. Darf man als Fahrer sein Auto berühren?"

Norris: "Scheinbar nicht."

Vettel: "Nicht mal die eigenen Autos?"

Norris: "Darfst du nicht berühren."

Wie Vettel (ernsthaft) auf das Urteil reagiert

Hier scheint sich Norris auf das Urteil der Sportkommissare im Fall Verstappen zu berufen. Die Entscheidung zur Geldstrafe war mit Verweis auf den Artikel 2.5.1 des Internationalen Sportkodex des Automobil-Weltverbands (FIA) getroffen worden.

Darin heißt es: "Nur die zuständigen Funktionäre [und die Fahrer] dürfen den Parc ferme betreten. Es sind keine Inbetriebnahmen, Überprüfungen, Einstellungen oder Reparaturen erlaubt, es sei denn, diese werden von den zuständigen Funktionären ausdrücklich autorisiert oder sind durch das anwendbare Reglement gedeckt."

Vettel scheint das nicht zu überzeugen. Er klingt fast schon resignativ, als er am Ende seines Dialogs mit Norris eine letzte Bemerkung äußert: "Ich glaube, wir müssen uns alle mal ein bisschen lockerer machen!"

Er selbst hatte noch in Brasilien beim Abstellen seines Fahrzeugs mit seinem Renningenieur per Funk gewitzelt: "Ich berühre jetzt Hamiltons Heckflügel!"

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