• 13. November 2021 · 17:39 Uhr

Entscheidung in Sao Paulo: 50.000 Euro Strafe für Max Verstappen!

Hohe Geldstrafe gegen Max Verstappen für das Berühren von Lewis Hamiltons Heckflügel nach dem Qualifying zum Grand Prix von Sao Paulo

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen (Red Bull) ist mit einem blauen Auge davongekommen und hat beim Grand Prix von Sao Paulo keine sportliche Strafe, sondern eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro kassiert. Dem vorangegangen war eine am Freitagabend eingeleitete FIA-Untersuchung wegen eines vermuteten Regelverstoßes nach dem Qualifying, und zwar im Parc ferme.

Max Verstappen und Jonathan Wheatley beim FIA-Hearing in Sao Paulo

Max Verstappen und Jonathan Wheatley auf dem Weg zum Hearing in Sao Paulo Zoom Download

Die FIA hatte die Untersuchung auf Basis eines Fanvideos eingeleitet, das am Freitagabend publik wurde und die Runde machte. In dem Video ist zu sehen, wie Verstappen nach Ende des Qualifyings erst seinen eigenen Heckflügel berührt und dann jenen des Mercedes von Lewis Hamilton. Ein Verstoß gegen Artikel 2.5.1 des Internationalen Sportgesetzbuchs der FIA.

Darin steht wörtlich: "Nur die zuständigen Funktionäre dürfen den Parc ferme betreten (neben den Fahrern; Anm. d. Red.). Es sind keine Inbetriebnahmen, Überprüfungen, Einstellungen oder Reparaturen erlaubt, es sei denn, diese werden von den zuständigen Funktionären ausdrücklich autorisiert oder sind durch das anwendbare Reglement gedeckt."

Die Geldstrafe begründen die FIA-Kommissare einerseits damit, "dass in diesem Fall kein direkter Schaden verursacht wurde und dass es keinen Präzedenzfall gibt. Andererseits handelt es sich um einen Verstoß gegen eine Regel, mit dem Potenzial, ernsthafte Konsequenzen anzurichten."

Verstappen habe Hamiltons Auto zwar am Heckflügel berührt, an zwei Stellen seitlich des DRS. Dabei sei er aber nie in die Nähe des DRS-Aktivators gekommen. HD-Videos von Hamiltons Onboardkamera belegen, dass sich Hamiltons Heckflügel bei den Berührungen nicht bewegt habe. "Es wurde keine signifikante Kraft ausgeübt, als Verstappen den Flügel berührt hat", heißt es.

Allerdings sorgte die Vorladung Verstappens in diversen Social-Media-Gruppen für hitzige Diskussionen. So kursieren unzählige Parc-ferme-Videos, die Sebastian Vettel dabei zeigen, wie er gegnerische Autos berührt. Vettel war deswegen jedoch kein einziges Mal Gegenstand einer FIA-Untersuchung.

"Wir hatten schon Fahrer, die unsere Kupplungshebel betätigt haben, wir hatten Köpfe, die ins Cockpit gesteckt wurden, wir hatten Frontflügel, die getestet wurden, und Autos, die man herumgeschoben hat. Das ist also nichts Ungewöhnliches", wundert sich Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Interview mit 'Sky' darüber, dass Verstappen überhaupt ins Visier der Regelhüter kam.

"Davor wurde über sowas noch nie diskutiert. Der Topspeed von Mercedes ist sehr beeindruckend, und das wollte sich Max einfach mal anschauen. Rennfahrer sind manchmal ziemlich investigative Wesen. Das haben wir schon oft erlebt", sagt Horner. Mit einer Strafe hatte er nicht gerechnet: "Das würde mich wundern."

In der Urteilsbegründung der Kommissare heißt es: "Uns ist bewusst, dass es für die Fahrer zur Gewohnheit geworden ist, nach Qualifyings und Rennen die Autos zu berühren. Das war auch die Erklärung von Verstappen, dass es einfach Gewohnheit war, den Bereich zu berühren, der in den vergangenen Rennen Gegenstand von Spekulationen war."

Das sei allerdings "meistens harmlos", so die Urteilsbegründung, "und wurde nicht einheitlich sanktioniert. Trotzdem ist es ein Bruch der Parc-ferme-Regeln, mit dem Potenzial, großen Schaden anzurichten." Und weiter: "Alle Teams und Fahrer nehmen zur Kenntnis, dass zukünftige Verstöße abweichende Strafen nach sich ziehen könnten."


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Um 9:30 Uhr Ortszeit am Samstagmorgen war Verstappen mit Red-Bull-Teammanager Jonathan Wheatley vor den Kommissaren erschienen, um eine Stellungnahme abzugeben und etwaige Fragen zu beantworten. Das dauerte rund 15 Minuten. Anschließend informierte Wheatley beim Frühstück Horner, Helmut Marko und Adrian Newey über den Stand der Dinge.

Zu dem Zeitpunkt kursierten Gerüchte im Paddock, wonach Onboardaufnahmen von Fernando Alonso im Parc ferme Verstappen entlasten sollen. Tatsache ist: Die Onboardaufnahmen - zumindest jene, die via 'F1 TV' für jedermann zugänglich sind - zeigen auch nicht mehr als das, was ohnehin schon im ersten Fanvideo auf Twitter zu sehen war.

Interessant in diesem Zusammenhang: Red Bull hegt aktuell offenbar den Verdacht, dass Mercedes mit einem beweglichen Heckflügel tricksen könnte. Die Fachpublikation 'auto motor und sport' hatte darüber zuerst berichtet. Vermutlich wollte sich Verstappen selbst vergewissern, ob es einen Unterschied zwischen den Heckflügeln der beiden Autos gibt.

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