• 16. September 2021 · 08:45 Uhr

"Traurig und frustrierend": Gasly versteht Entscheidung für Perez nicht

Pierre Gasly wird 2022 eine weitere Saison für AlphaTauri fahren, macht aber keinen Hehl daraus, dass er viel lieber im Red Bull sitzen würde

(Motorsport-Total.com) - Pierre Gasly macht keinen Hehl daraus, dass er gehofft hatte, 2022 für ein Cockpit bei Red Bull in Betracht gezogen zu werden, anstatt weiterhin bei AlphaTauri zu fahren: "Ich hatte die beste Saison, seit Toro Rosso beziehungsweise AlphaTauri vor 15 Jahren mit der Formel 1 angefangen hat. Und ich werde dafür nicht belohnt", bedauert der Franzose in einem Interview mit 'Canal+'.

Pierre Gasly (AlphaTauri) im Gespräch mit Motorsportkonsulent Helmut Marko (Red Bull)

Pierre Gasly im Gespräch mit Motorsportkonsulent Helmut Marko Zoom Download

Gasly hat trotz vier Nullrunden, teilweise auf einem absoluten Spitzenplatz liegend, wie zuletzt im Sprint von Monza, 66 Punkte gesammelt. In der Fahrer-WM liegt er an neunter Position, vor beiden Alpine- und Aston-Martin-Fahrern, und auch deutlich vor seinem Rookie-Teamkollegen Yuki Tsunoda (WM-14. mit 18 Punkten).

"Einerseits ist das traurig und ein bisschen frustrierend", gibt er zu, "aber andererseits ist es jetzt halt so. Es gibt Dinge, die habe ich nicht selbst in der Hand."

Und Cockpits bei anderen Teams waren nicht verfügbar. Erstens war Gasly für 2022 ohnehin an den Red-Bull-Kader gebunden, und zweitens legte sich Alpine, wo er aufgrund seiner französischen Nationalität als Anwärter galt, auf seinen Landsmann Esteban Ocon und Fernando Alonso fest.

Beim A-Team von Red Bull setzt man 2022 weiterhin auf Sergio Perez. "Sie machen lieber mit Sergio weiter", seufzt Gasly - und findet das offenbar schwer nachvollziehbar: "Wenn ich seine Leistungen sehe, speziell in Zandvoort, wo er in Q1 ausscheidet und dann Achter wird, eine Runde hinter seinem Teamkollegen, und trotzdem Fahrer des Tages ... Dann ist das etwas, was ich nicht verstehe."

Immerhin wird von Gaslys Leistungen in der Chefetage von Red Bull durchaus Notiz genommen. Auch wenn Helmut Marko findet, dass man Qualifyingleistungen wie in Monza, wo er vor beiden Ferraris Sechster wurde, "schon erwarten" kann: "Der AlphaTauri ist aerodynamisch ein sehr effizientes Auto. Das macht sich auf so einer Strecke natürlich bemerkbar."

Marko lobt Gaslys Qualifyingleistungen im Interview mit dem 'ORF' explizit als "konstant" und "super" - doch gerade deswegen sei der 25-Jährige als Teamleader so wichtig: "Wir brauchen ihn bei AlphaTauri. Wir kämpfen dort um die fünfte Position in der Konstrukteursmeisterschaft."

Außerdem habe man Gasly, verrät Marko, den Verbleib bei AlphaTauri mit "Schmerzensgeld" schmackhaft gemacht: "Er ist Nummer 1 in einem sehr guten Mittelfeldteam mit auch sehr guten finanziellen Konditionen. Das ist eine Situation, mit der er auch zufrieden ist. Und das ermöglicht ihm, diese Topleistungen zu bringen."

Gasly nimmt's gelassen: "Es ist, wie es ist. Ich habe das nicht unter Kontrolle, und ich kann mich eh nur auf das konzentrieren, was ich selbst beeinflussen kann. Da bringt es mich nur weiter, wenn ich das Beste für das Team und für mich selbst gebe. Ich bin mir sicher, dass sich das in Zukunft lohnen wird, indem ich irgendwann eine Chance in einem Topteam bekomme", sagt er.

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