• 01. Juli 2021 · 20:11 Uhr

Teamchef Steiner bestätigt Masepin-Theorie: Auto ist wirklich schwerer

Hat Nikita Masepin bei Haas wirklich ein schwereres Auto als sein Formel-1-Teamkollege Mick Schumacher? Teamchef Günther Steiner gibt eine Antwort darauf

(Motorsport-Total.com) - "Ich fühlte mich wie eine Karotte, die darauf wartet, vom Hasen geschnappt zu werden." So beschrieb Nikita Masepin den Steiermark-Grand-Prix 2021 in Spielberg aus seiner Sicht. Und nun liefert der russische Formel-1-Fahrer eine weitere Erklärung, warum sein Haas-Teamkollege Mick Schumacher oft schneller sei: Sein eigenes Auto sei schwerer als das von Schumacher.

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Nikita Masepin vor seinem Haas-Teamkollegen Mick Schumacher Zoom Download

Teamchef Günther Steiner bestätigt das auf Nachfrage, will aber nicht ins Detail gehen, wie groß der Gewichtsunterschied zwischen den beiden Haas-Autos wirklich ist. Er meint nur: "Es gibt einen kleinen Gewichtsunterschied, der von der Gewichtsverteilung abhängt. Manchmal kriegt man seine Gewichtsverteilung nicht hin, es sei denn man, nimmt ein bisschen Ballast dazu."

"Schwer ist nie gut", sagt Steiner weiter. "Wir reden hier aber nicht von 20 oder zehn Kilogramm, nichts dergleichen." Einen Effekt habe das höhere Autogewicht aber durchaus, erklärt der Teamchef weiter. Mit Blick auf Masepin sagt Steiner: "Es bremst ihn ein, aber nicht viel."

Gewicht in Spielberg nicht der entscheidende Faktor

Beim ersten Rennen in Spielberg sei das Autogewicht aber nicht der entscheidende Faktor dabei gewesen, dass Masepin das Teamduell gegen Schumacher verloren habe, so Steiner weiter. "Nikita wurde von den Autos aufgehalten, die ihn überrundet haben. Dann verlierst du einfach, und dann bist du wehrlos."

Das liege an den sensiblen Pirelli-Reifen. "Denn sind erst mal drei Autos durch, sind deine Pneus nirgendwo mehr, wo du sie haben willst. Die kriegst du dann nicht mehr zurück ins Temperaturfenster."


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Ich glaube also nicht, dass das etwas mit dem Chassis zu tun hat", meint Steiner. Vielmehr habe das Team strategisch versagt: "Wir hatten beschlossen, ihn eher zum Stopp hereinzuholen, damit er eben nicht in blaue Flaggen gerät. Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Du weißt aber halt auch nie, wie sich ein Rennen entwickelt."

Masepin: Im Auto ist der Gewichtsnachteil spürbar

Masepin wiederum pocht auf seinen Gewichtsnachteil und entgegnet Steiner, die Wahrnehmung am Haas-Kommandostand sei "wahrscheinlich ganz anders als das, was du für 71 Runden im Rennen spürst", so sagt der Russe.

Er gibt sich versöhnlich: "Jeder hat das Recht auf eine Meinung und [die Leute im Team] könnten richtig liegen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es einen recht großen Einfluss hat. Dadurch gerät die Gewichtsverteilung durcheinander. Das bringt auch das Set-up durcheinander. Rein technisch kommen da also gleich mehrere Faktoren zum Tragen."

Für ihn sei der Gewichtsunterschied zum Schumacher-Auto trotzdem kein K.o-Kriterium. "Insgesamt", meint Masepin, "ist es nicht nicht akzeptabel. Es macht mir nur das Leben etwas schwerer. Ich weiß aber sehr gute Ingenieure an meiner Seite, die mir in meinem ersten Jahr zur Seite stehen, damit ich es verstehe und besser damit klarkomme."

Steiner stellt neues Chassis in Aussicht

Außerdem ist Abhilfe schon in Sicht: Teamchef Steiner stellt in Aussicht, dass Haas schon nach der Sommerpause ein neues Chassis einsetzen könnte. Denn: Aktuell verwenden Masepin und Schumacher noch Chassis aus der Formel-1-Saison 2020.

Die Stimmung zwischen Masepin und Steiner passt ebenfalls: In den sozialen Netzwerken veröffentlichte Masepin ein Video, in dem er seinem Teamchef ein besonderes Geschenk macht - als Retourkutsche für den "Masespin"-Kreisel, den er neulich von Steiner erhalten hatte.

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