• 05. Juni 2021 · 09:41 Uhr

Sebastian Vettel: Macht er bei seinem Rücktritt einen Räikkönen?

Rennfahren einfach nur aus Liebe zum Motorsport? Kommt für Sebastian Vettel nicht in Frage! Ihm ist die Perspektive, Rennen zu gewinnen, sehr wichtig ...

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel hat vor dem Grand Prix von Aserbaidschan in Baku (Formel 1 2021 live im Ticker) für unwahrscheinlich erklärt, dass er seine Formel-1-Karriere eines Tages ähnlich ausklingen lassen wird wie sein langjähriger Teamkollege und Freund Kimi Räikkönen. Der hat mit dem Wechsel vom Topteam Ferrari zum Hinterbänkler Alfa Romeo quasi den Kreis geschlossen und lässt seine Karriere dort zu Ende gehen, wo er sie einst begonnen hat, bei alten, vertrauten Freunden wie Teammanager Beat Zehnder und Physiotherapeut Josef Leberer.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel denkt noch nicht konkret über Rücktritt von der Formel 1 nach Zoom Download

"Ich kann nur für mich sprechen", sagt Vettel, von 'Motorsport-Total.com' auf das Thema (das für ihn sicher noch ein paar Jahre in der Zukunft liegt) angesprochen. "Für mich ist das Ziel ganz klar, Rennen zu gewinnen. Das habe ich früher geschafft und es hat sich gut angefühlt, daher möchte ich es wieder schaffen."

Bei Aston Martin hat er auf Siege zumindest aktuell keine Chance. Allerdings möchte das Team von derzeit 535 auf 800 Mitarbeiter aufstocken, sodass es in Zukunft ein ernsthafter Anwärter auf Siege und vielleicht sogar WM-Titel werden könnte. Die große Frage ist, ob das für Vettel (wird am 3. Juli 34) schnell genug geht.

Denn es gibt Beispiele von großen Sportlern, die die letzten Jahre ihrer Karriere aus Liebe zum Sport genießen, obwohl sie ihren Zenit bereits überschritten haben. Räikkönen ist so ein Beispiel, oder auch die Tennislegende Roger Federer, die zwischen 2003 und 2010 16 Grand-Slam-Titel gewonnen hat, seit Wimbledon 2012 aber nur noch drei und seit Januar 2018 gar keinen mehr.

Vettel: Kehrt er zum Team aus Faenza zurück?

Dass Vettel nach Auslaufen seines Aston-Martin-Vertrags den Kreis schließt und zu AlphaTauri zurückkehrt, also jenem Team, mit dem er 2008 beim "Wunder von Monza" seinen ersten Grand Prix gewonnen hat (damals noch unter dem Namen Toro Rosso), ist aber unwahrscheinlich. Trotz alter Weggefährten wie Helmut Marko oder Franz Tost.

"Wir alle lieben diesen Sport, sonst wären wir nicht in dieser Position. Das verbindet uns alle", sagt Vettel. "Aber individuelle Motivationen können unterschiedlich sein. Warum du weitermachst, in einer späteren Phase der Karriere, das ist vielleicht für jeden anders. Ich kann aber nur für mich sprechen, und mir geht's ums Gewinnen. Das gibt mir den ultimativen Kick."


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"Ich habe mich zu dem Zeitpunkt auch gefragt, ob er Motivationsprobleme hat", sagt Marc Surer über Sebastian Vettels Rennen in Monaco. Weitere Formel-1-Videos

"Natürlich liebe ich das Fahren, ganz egal ob ich gewinne oder nicht. Ich glaube nicht, dass das je verloren gehen wird. Aber ich habe immer auch das Wettbewerbselement geliebt, auf der Strecke gegen die anderen zu kämpfen und herauszufinden, wer am Tag X der Bessere ist. Oder auch gemeinsam mit dem Team Hindernisse zu überwinden. Da gibt's mehr als einen Grund."

Den von 'Motorsport-Total.com' eingeworfenen Federer-Vergleich - der Schweizer ist inzwischen 39 Jahre alt und spielt immer noch Tennis auf hohem, wenn auch nicht mehr auf allerhöchstem Niveau - hält Vettel für nicht zulässig, denn: "In der Formel 1 gibt es nur 20 Cockpits. Wenn du da nicht mehr mit vollem Herzen dabei bist, solltest du aufhören."

Vettel möchte dem Nachwuchs keinen Platz wegnehmen

"Die Jungen", findet Vettel, "sollten nämlich auch irgendwann ihre Chance bekommen. Im Tennis, könnte man argumentieren, nimmst du niemandem einen Platz weg. Das ist etwas völlig anderes. Beim Rennfahren gibt's aber nur 20 Cockpits, und da kann es schon sein, dass du jemandem einen Platz wegnimmst. Aber grundsätzlich kann natürlich jeder tun, was er will."

Roger Federer wird beim WM-Finale 2016 in Abu Dhabi von Kai Ebel (RTL) interviewt

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Ein Rennen wie in Monaco erfülle ihn immer noch mit Befriedigung, unterstreicht Vettel: "Sicher mehr als ein sechster oder siebter oder zehnter Platz. Aber letztendlich ist das Ziel für mich immer, das Rennen zu gewinnen. Selbst wenn die Chancen noch so gering sein mögen, es gibt in jedem Rennen eine kleine Chance."

"Andererseits bin ich auch realistisch und weiß natürlich, dass wir im Moment nicht zu den Favoriten zählen, weil wir nicht das schnellste Paket haben. Aber man kann auch aus anderen Dingen Freude schöpfen: aus der Arbeit mit dem Team, aus dem Versuch, einen Schritt nach vorne zu machen. Und ich finde, das ist uns schon ein bisschen gelungen", sagt Vettel.

"Wir haben bisher keinen Stein auf dem anderen gelassen, mussten viel aufholen und über die Herangehensweise lernen, und das bereitet mir auch Freude. Dann ein gutes Resultat zu holen, ist eine schöne Gelegenheit, den Jungs im Team für ihre Unterstützung etwas zurückzugeben. Aber es ist natürlich auch für einen selbst schön, denn letztendlich, wie gesagt, geht's um Ergebnisse."

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