• 02. März 2021 · 19:01 Uhr

Alpine-Rennleiter: Der große Unterschied zwischen Formel 1 und MotoGP

Was den langjährigen MotoGP-Teammanager Davide Brivio zum Wechsel in die Formel 1 bewogen hat und wie unterschiedlich dort gearbeitet wird

(Motorsport-Total.com) - Was wohl der größte Unterschied ist zwischen einem Formel-1-Auto und einem Rennmotorrad? Davide Brivio will es "ganz einfach" ausdrücken und meint: "Es gibt viel mehr Teile!" Doch der langjährige MotoGP-Teammanager und neue Rennleiter bei Formel-1-Team Alpine erkennt noch weitere unterschiedliche Facetten in der Welt von Vier- und Zweiradsport.

Davide Brivio, Alpine

Davide Brivio wagt den Umstieg von Motorrad-WM MotoGP zu Formel 1 Zoom Download

"Der große Unterschied ist das Design und die Entwicklung des Autos. All das ist natürlich weitaus komplexer als in der MotoGP", erklärt Brivio bei der Vorstellung des neuen Alpine A521. "Und in der Formel 1 will jeder so schnell wie möglich gewinnen. Alles wird nach dem Motto gemacht: so schnell wie möglich, so gut wie möglich."

In der Motorrad-Weltmeisterschaft dagegen gehe es "ein bisschen langsamer zu", so meint Brivio. "Man versucht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums an Leistung zu gewinnen. In der Formel 1 sind diese Zeiträume einfach kürzer." Das bedeute auch für ihn persönlich eine große Umstellung, schließlich arbeite er künftig in einem dynamischeren Umfeld.

Formel 1 war immer schon ein Thema für Brivio

Die Formel 1 habe ihn aber immer schon gereizt, sagt Brivio weiter: "Wann immer ich konnte, habe ich die Rennen verfolgt. Ich habe mich [von der Formel 1] inspirieren lassen und habe Ideen aufgeschnappt, von denen ich glaubte, sie wären auch gut für die MotoGP. In meiner jetzigen Rolle lerne ich natürlich noch viel mehr, was total faszinierend ist. Und ich glaube: Es gibt vieles, was sich transferieren lässt."


Fotostrecke: Formel 1 2021: Der neue Alpine A521 in Bildern

Formel 1 und MotoGP seien zum Beispiel beide Sportarten, in denen die richtige Teamstruktur zum Erfolg führe, so Brivio. "Es gibt Personengruppen, die zusammen eine Arbeitsumgebung schaffen. Und selbst die Fahrer haben ähnliche Probleme und ähnliche Lösungsansätze", erklärt er.

Wie anders die Formel 1 ticke, das wisse er aber noch nicht zu sagen. "Vielleicht kann ich mir in einem Jahr ein Urteil erlauben", sagt Brivio. "Generell aber glaube ich, es ist wahrscheinlich schwieriger, wenn du von der MotoGP in die Formel 1 kommst, weil die Formel 1 der größere Apparat ist, und komplexer. Ich sehe aber auch viele Gemeinsamkeiten."

Warum Brivio das neue Abenteuer nicht scheut

Letzteres sei einer der Gründe gewesen, warum er sich zum Abschied aus der Motorrad-Welt durchgerungen habe. Vor exakt 20 Jahren hatte Brivio im Yamaha-Werksteam seinen Posten als Teammanager angetreten. "Die Formel 1 aber war schon lange mein Traum", sagt er.

"Natürlich war es nicht einfach, mein früheres Team zu verlassen, eine Umgebung, die ich gut kannte. Ich finde es allerdings spannend, noch einmal etwas komplett Neues anzufangen."

Den dahinterstehenden Aufwand scheue er nicht, beteuert Brivio und meint: "Ich muss logischerweise vieles lernen, aber das ist mein Adrenalin, mein Sauerstoff. Ich musste diese Gelegenheit einfach ergreifen, sonst hätte ich es wahrscheinlich bereut."

"Hier also bin ich. Und ich werde versuchen, mein Bestes zu geben, in der Hoffnung, Alpine mit meiner Erfahrung weiterhelfen zu können. Einfach wird es nicht, es braucht Zeit, aber ich will mich bestmöglich einbringen."

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