• 10. Februar 2021 · 10:48 Uhr

Formel-1-Rennkalender: McLaren für Rotation & weniger Rennen

McLaren-Geschäftsführer Zak Brown befürwortet den Vorstoß von Formel-1-Boss Stefano Domenicali - Wie der F1-Kalender in Zukunft aussehen könnte

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 bestreitet im Jahr 2021 eine Rekordsaison. 23 Rennen sollen gefahren werden. Formel-1-Boss Stefano Domenicali hat allerdings bereits in Aussicht gestellt, dass sich der Umfang des Kalenders in Zukunft wieder dezimieren könnte, und auch ein Rotationsprinzip kann er sich vorstellen. McLaren-Geschäftsführer Zak Brown befürwortet diese Vorschläge.

Zak Brown

Zak Brown macht einen Kalender-Vorschlag Zoom Download

"Ich würde gerne sehen, dass wir Rennen rotieren", erklärt Brown gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Er sieht darin nicht nur den Vorteil, dass der Druck auf die Teams und vor allem die einzelnen Mitarbeiter minimiert werden kann. Der US-Amerikaner argumentiert außerdem, dass dies langfristig nachhaltiger sei.

Aktuell finden sich im neuen Rennkalender gleich zwei Triple Header in nur sieben Wochen in der zweiten Saisonhälfte: Belgien/Niederlande/Italien und Russland/Singapur/Japan. "Ich hoffe wirklich, dass wir im nächsten Jahr, wenn die Situation stabiler sein sollte, die Triple-Header so weit wie möglich vermeiden werden", meinte Domenicali zuletzt.

Brown begrüßt diesen Ansatz und schlägt vor, weniger Rennen zu fahren, um die Exklusivität eines Grand Prix zu wahren. Anstatt 23 Rennen in einem Jahr würde er lieber mehr Rennen sehen, die sich im Rotationsprinzip abwechseln. "Je mehr Länder wir besuchen, desto besser."

Zwei Dinge gebe es zu beachten: "Zunächst sind das unsere Mitarbeiter, denn wir haben einen brutalen Zeitplan." Außerdem die Verknappung des Angebots. Als Beispiel dafür nennt Brown die US-amerikanische Football-Liga, "die 16 Spiele in der regulären Saison und drei oder vier Play-Offs" austrage.

Ebenso führt Brown die Olympischen Spiele oder die Fußball-WM als positives Beispiel dafür an, dass durch Exklusivität und Verknappung das Interesse bei den Fans geweckt werden kann. "Wir wissen, dass einige Rennen mit der Zeit nachlassen", gibt er außerdem zu bedenken.


Fotostrecke: Melbourne und Co.: Auf diesen Strecken fand der Formel-1-Saisonauftakt statt

Manche Rennen haben schon nach wenigen Jahren deutlich an Zuschauer verloren (vor der Pandemie). Daher schlägt der McLaren-Boss vor, jene Rennen nur alle zwei Jahre abwechselnd stattfinden zu lassen. Sein Vorschlag: Dreiviertel der Rennen sollen im Kalender permanent verankert werden, ein Viertel rotieren.

"In einer idealen Welt würden wir 20 Rennen pro Jahr fahren. Vielleicht gibt es 25 Märkte und 15 Rennen davon sind fixiert, denn es gibt eine kommerzielle Realität in diesem Sport. Man muss viele Interesse austarieren." Schließlich verdient die Formel 1 mit mehr Rennen auch mehr Geld.

"Ich würde gerne eines Tages sehen, dass wir in insgesamt 25 Märkten fahren: 15 permanente Grands Prix und zehn andere Rennen - fünf in einem Jahr, fünf im nächsten." Das würde nachhaltigere Events erzeugen, allerdings befürchten Veranstalter, dadurch von Marketingmaßnahmen weniger zu profitieren.

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