• 14. Dezember 2020 · 11:58 Uhr

Helmtausch in Abu Dhabi: Vettels Abschiedsgruß an Leclerc

Charles Leclerc und Sebastian Vettel haben ihre zweijährige Zusammenarbeit bei Ferrari mit einem Helmtausch und mit vielen warmen Worten beschlossen

(Motorsport-Total.com) - "An Charles. Du bist der talentierteste Fahrer, der mir in meinen 15 Jahren in der Formel 1 untergekommen ist. Verschwende [dieses Talent] nicht. Und stell sicher, dass, was auch immer du tust, du es mit einem Lächeln tust und fröhlich bist. Danke für alles." So hat sich Sebastian Vettel nach dem Rennen in Abu Dhabi von seinem Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc verabschiedet.

Sebsatian Vettel, Charles Leclerc

Im Helm des jeweils anderen: Sebastian Vettel und Charles Leclerc (v.l.) Zoom Download

Und Vettel wählte ein besonderes Vehikel für seine Botschaft: Er schrieb es auf seinen Formel-1-Helm, den er anschließend Leclerc überreichte. Und Leclerc überreichte Vettel im Gegenzug seinen Helm. Ein klassischer Helmtausch also, der die Zusammenarbeit der bisherigen Ferrari-Fahrer nach zwei Jahren beendete.

Leclerc betonte anschließend, diese Szene sei nicht aufgesetzt, sondern echt. Man sei sich jedenfalls nicht spinnefeind bei Ferrari. Er erklärt: "Seb weiß, was ich über unsere Beziehung denke. Natürlich hatten wir da unsere Momente. Es gab sehr gute Szenen auf der Strecke, aber auch weniger gute."

Leclerc bedankt sich bei Vettel

Direkt an Vettel gewandt fügte Leclerc hinzu: "Danke, dass du bist, wie du bist, und dafür, wie du mich im Team willkommen geheißen hast, als ich neu war. Das war nicht so einfach, in einem so großen Team. Doch du hast mich bestmöglich willkommen geheißen, zumal ich ein bisschen eingeschüchtert war, neben einem viermaligen Weltmeister zu fahren."


Letzte Nacht: Vettels Abschied von Ferrari

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Letzte Nacht: Vettels Abschied von Ferrari

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Er habe es "wirklich genossen", zwei Jahre lang an der Seite Vettels zu fahren, betont Leclerc. Er wünsche Vettel "das Beste" für die Zukunft.

Was er in seinen zwei Jahren mit Vettel besonders am Deutschen zu schätzen gelernt habe? Leclerc: "Ich glaube, Seb ist einer der wenigen Fahrer, die unterscheiden zwischen dem, was im Auto passiert und wie eine Person außerhalb davon tickt. Ich zähle mich übrigens auch zu dieser Gruppe."

Vettel als "Beispiel" für Leclerc

Daraus ergebe sich "automatisch" eine "gute Beziehung", meint Leclerc, "auch wenn es auf der Strecke manchmal schwierig ist". Tatsächlich sind Leclerc und Vettel auf der Strecke mehrfach aneinander geraten, am prominentesten wahrscheinlich 2019 in Brasilien und 2020 in Österreich. Der interne Umgang aber sei stets freundschaftlich gewesen.

Und Leclerc sagt sogar: "Ich bin dank ihm als Mensch gewachsen. Er war mir ein Beispiel, dem ich nacheifern konnte."

Ähnlich lobend äußert sich Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies, in Abwesenheit von Teamchef Mattia Binotto gewissermaßen der ranghöchste Teamfunktionär in Abu Dhabi.

Was Ferrari an Vettel geschätzt hat

Er meint: "Gerade wenn es mal schwierig war, dann war es unglaublich, mit Seb darüber zu sprechen. Denn er gibt dir immer seine ehrliche Meinung. Das bedeutet nicht, dass wir immer einer Meinung waren, aber du weißt, was er wirklich denkt."

"Es gelingt ihm immer, seine Sicht der Dinge darzulegen, indem er die Leute abholt. Das war unbezahlbar, ganz einfach. Und das fällt leicht, wenn alles gut läuft. Aus menschlicher Sicht aber ist das eine ganz andere Nummer, wenn man schwierige Zeiten durchmacht so wie er. Da war er sicherlich herausragend."

Ferrari müsse sich bei Vettel für dessen sechsjährigen Einsatz bedanken, und zwar nicht (nur), weil er der nach Siegen dritterfolgreichste Ferrari-Fahrer sei. "Doch das ist nicht, was vorrangig bei uns haften bleiben wird. Wir behalten ihn vor allem als herausragenden Profi in Erinnerung, der das Team in guten wie in schlechten Zeiten angetrieben hat, vereint hat", sagt Mekies.

Vettels Art, Ferrari zu motivieren

Besonders schwer falle der Abschied, weil das Aus von Vettel schon vor Saisonbeginn beschlossen war, Vettel aber trotzdem große Moral bewiesen habe.

"Er hat dieses Team motiviert, ist stets konstruktiv und positiv geblieben, obwohl wir viele Probleme hatten", erklärt Mekies. "Er hat einfach alle im Team, an der Rennstrecke und in Maranello, mit seiner Art mitgerissen."

Deshalb überreichte Ferrari Vettel zum Abschied einen großen Siegerpokal. Vettel selbst hatte zuvor auf der Ehrenrunde auf Italienisch für das Team gesungen und anschließend im Fahrerlager noch Bier spendiert.

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