• 12. Dezember 2020 · 13:01 Uhr

Carlos Sainz: Ferrari scheint nicht gerade ein Menschenfresser zu sein

Warum der künftige Ferrari-Fahrer Carlos Sainz glaubt, auch beim Formel-1-Traditionsteam eine Wohlfühl-Atmosphäre vorfinden zu können

(Motorsport-Total.com) - Bei Ferrari weht ein anderer Wind, so heißt es. Das Formel-1-Traditionsteam gilt mitunter als "Menschenfresser", wohl aufgrund des hohen Leistungsdrucks. Doch Carlos Sainz widerspricht und meint: "Ferrari ist kein Team, das seine Fahrer 'frisst', ehrlich." Das zeige die jüngere Vergangenheit des Rennstalls in der Formel 1.

Carlos Sainz, Charles Leclerc

Carlos Sainz und Charles Leclerc: Ab 2021 sind sie Teamkollegen bei Ferrari Zoom Download

"Man muss sich nur Vettels Karriere dort anschauen. Welcher Fahrer würde nicht gerne wie er fünf Jahre dort verbringen? Ich war bisher höchstens zwei Jahre in einem Team", sagt Sainz. "Wenn Ferrari also seine Fahrer frisst, was bedeutet das dann für Renault, Toro Rosso und all die anderen Rennställe?"

Auch sein spanischer Landsmann Fernando Alonso habe fünf Jahre bei Ferrari zugebracht, was Sainz für einen "Zyklus" hält. Und er sagt: "Ich will ebenfalls einen solchen Zyklus bei Ferrari haben, mir dort eine ähnliche Umgebung schaffen [wie bei McLaren], aber mit den Unterschieden, die die individuelle Teamkultur mit sich bringt."

Sainz will sich eine neue Wohlfühl-Atmosphäre schaffen

Bei McLaren habe er sich seit 2019 ein solches Arbeitsumfeld aufgebaut. "Hoffentlich gelingt es mir bei Ferrari ähnlich gut oder gleich gut oder besser. Ich werde jedenfalls mein Bestes versuchen", meint Sainz.

Ihm habe seine Zeit bei McLaren jedenfalls sehr geholfen, die "beste Version als Fahrer" zu sein, so behauptet er. "Ich bin eine verbesserte Version des Fahrers, der bei Toro Rosso und Renault war. Ich habe mich in den Rennen gesteigert, beim Start, im Qualifying. Es ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung, und viel intensiver, als ich es gedacht hätte."


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Außerdem habe er sich bei McLaren "wohler gefühlt als andernorts", sagt Sainz. Das hänge wohl auch mit seinem Zweijahresvertrag zusammen. "Diese Stabilität hat es mir nicht nur erlaubt, mich als Fahrer zu verbessern, sondern mich auch mehr ans Auto zu gewöhnen und mehr Leistung zu generieren", erklärt er. Dafür sei er McLaren "sehr dankbar".

2021 stößt Sainz nach sechs Saisons zu Ferrari. Sein bisher bestes Gesamtergebnis stammt aus der Formel-1-Saison 2019 mit P6 in der Fahrer-WM, erzielt in seinem ersten McLaren-Jahr. Mit McLaren fuhr Sainz ebenfalls 2019 erstmals unter die Top 3 eines Grand Prix, nämlich in Brasilien. Seine bisherige Bestleistung folgte 2020 in Monza mit P2. (Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!)

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