• 01. Dezember 2020 · 15:03 Uhr

Nikita Masepin: Ob mein erstes F1-Auto gut ist oder nicht, ist "irrelevant"

Formel-1-Neuling Nikita Masepin erklärt, warum er sich bereit fühlt für seine Grand-Prix-Karriere, und was er mit dem unterlegenen Haas-Auto zeigen will

(Motorsport-Total.com) - Der neue Formel-1-Fahrer Nikita Masepin glaubt: Entscheidend ist, dass er nächstes Jahr Grands Prix bestreiten wird, und nicht so sehr, wie gut sein Auto ist. Das sagte er in einer Telefonkonferenz, nachdem ihn US-Rennstall Haas als einen seiner Fahrer für die Formel-1-Saison 2021 bestätigt hatte.

Nikita Masepin

Nikita Masepin hat im vergangenen Jahr schon für Mercedes in der F1 getestet Zoom Download

Masepin meinte: "Ich freue mich, so oder so. Denn der Aufstieg in die Formel 1 ist spannend, und zwar unabhängig davon, was das Auto kann. Am aktuellen Punkt meiner Karriere als Nachwuchsfahrer ist es sogar irrelevant, ob das Auto gut ist oder schlecht." Ihm sei aber bewusst, dass Haas 2020 ein "schwieriges Jahr" erlebe.

Als Nachwuchsfahrer aber habe man mitunter keine Wahl, so sagt Masepin: "Wenn du in die Formel 1 kommst, dann hast du im Prinzip fast nur eine Chance. Als sich diese Gelegenheit ergab, haben wir uns entschlossen, sie zu ergreifen."

Masepin fühlt sich "bereit" für die Formel 1

Er wolle sich daher auch keine konkreten Platzierungen vornehmen, erklärt Masepin. "Meine Aufgabe ist es, meinen Teamkollegen zu schlagen, wie immer. Und natürlich mein Bestmöglichstes zu tun. Es lastet also trotzdem ein Druck auf meinen Schultern. Ich glaube aber: Ich bin bereit für die Formel 1. Das will vor allem dem Team beweisen."

Sein Ziel für 2021 definiere er deshalb so: "Ich will so gut abschneiden, wie es das Leistungspotenzial und der Speed des Fahrzeugs eben hergeben."


Fotostrecke: Formel 1 2021: Übersicht Fahrer, Teams und Fahrerwechsel

In jedem Fall fühle er sich "bereit für die Formel 1". Begründung: "Ich bin 21 Jahre alt. Ich habe eine ganze Reihe Saisons im Formelsport hinter mir. Und ich glaube, schnellere Autos kommen meinem Fahrstil entgegen."

Die bisherige Karriere des Formel-1-Neulings

2016 und 2017 hat Masepin die Formel-3-EM bestritten, blieb dabei allerdings ohne Sieg und kam in zwei Jahren - bei 60 Rennen - nur auf drei Podestplätze sowie Gesamtrang zehn. Wesentlich besser lief es für ihn 2018 in der GP3 mit vier Siegen in 18 Rennen und P2 in der Endabrechnung.

Seit 2019 fährt Masepin in der Formel 2, wo er 2020 seinen ersten Laufsieg erzielt hat. Ein Rennwochenende vor Schluss belegt der Russe den dritten Platz in der Tabelle, hinter Titelfavorit Mick Schumacher und dessen Ferrari-Akademie-Kollegen Callum Ilott.

Wie groß der Sprung in die Formel 1 ausfällt, da gibt sich Masepin keinen Illusionen hin: "Mein Fokus liegt darauf, mich auf die Formel 1 vorzubereiten. Denn das wird ganz anders als das, was ich gewohnt bin. Der Rennkalender zum Beispiel ist fast doppelt so groß. Vor mir liegen also einige Herausforderungen. Darauf konzentriere ich mich jetzt."

Das Studium an der Universität dauert noch an

Rennsport war für den Milliardärssohn aber nie die einzige Beschäftigung. Parallel zur Motorsport-Laufbahn hat Masepin auch seinen Schulabschluss gemacht und studiert noch an der Universität.

Nikita Masepin

Nikita Masepin mit seinem Vater Dmitri Masepin, ein russischer Geschäftsmann Zoom Download

Sein Credo: "Bildung hilft dabei, erwachsen zu werden. Man braucht sein Gehirn für komplizierte Denkprozesse, die über das normale Leben hinausgehen. Das ist eine Hilfe. Ich lege auch viel Wert darauf, meine Leistungsparameter zu verbessern. Ich arbeite zum Beispiel mit einem Mentaltrainer zusammen, um sicherzustellen, dass Reaktion und Koordination auf den Punkt sind."

Wie Masepin sonst noch tickt, das muss Haas-Teamchef Günther Steiner erst noch herausfinden, räumt er ein. "Ich habe noch nicht viel Zeit mit ihm verbracht, einfach aufgrund der [Corona-] Blase. Das erlaubt es uns nicht, direkt mit jemandem aus der Formel 2 zu sprechen", erklärt Steiner. Mehr als "ein paar Treffen" habe es bisher nicht gegeben.

Steiner: Noch zu früh für ein Urteil über Masepin

Deshalb wolle er nur ungern eine Einschätzung zur Persönlichkeit Masepins abgeben, so Steiner weiter. "Da brauche ich noch ein bisschen mehr Erfahrung, wenn wir erst mal zusammenarbeiten. Wenn ich jemanden nur drei, vier Mal getroffen habe, da würde ich nicht sofort zu Schlussfolgerungen kommen wollen."

Er wisse nur: "Nikita hatte eine gute Erziehung. Es hilft immer, wenn man gut ausgebildet ist. Ich hoffe, er entwickelt seine eigene Persönlichkeit. Wir wollen ja keine Roboter ranziehen. Ich werde versuchen, ihm dabei zu helfen, im Motorsport erfolgreich zu sein, aber auch als Person, als junger Mann. Damit er einen Schritt machen kann in seinem Leben, der ihm später zugutekommen kann."

Mangelnde Leidenschaft jedenfalls könne man ihm nicht vorwerfen, sagt Masepin selbst: "Ich bin großer Formel-1-Fan und persönlich interessiert. Ich schaue mir alles an, was ich finden kann."

Und derzeit beschäftigt er sich mit der Frage, welche Startnummer er wählen soll. Seine Lieblingszahl 99 (steht für sein Geburtsjahr 1999) ist nämlich schon durch Antonio Giovinazzi belegt. "Mit der 99", meint Masepin, "war ich am meisten und auch erfolgreich unterwegs. In Kürze schaue ich mich nach Alternativen um." Vorher steht noch das Formel-2-Saisonfinale in Bahrain an.

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