• 25. November 2020 · 15:41 Uhr

"Aggressiver und fordernder": Renault-Teamchef vergleicht Alonso mit Ricciardo

Der Wechsel von Daniel Ricciardo zu Fernando Alonso wird auch die Arbeitsweise bei Renault auf die Probe stellen - Beide verkörpern verschiedene Formel-1-Fahrertypen

(Motorsport-Total.com) - Wenn Daniel Ricciardo Ende dieser Formel-1-Saison zu McLaren wechselt und bei Renault von Fernando Alonso ersetzt wird, bricht für das Team quasi ein neues Zeitalter an. Denn mit dem zweifachen Weltmeister stößt ein Fahrer zu ihnen, der kein Blatt vor den Mund nimmt und Kritik am eigenen Team nicht scheut.

Foto zur News: "Aggressiver und fordernder": Renault-Teamchef vergleicht Alonso mit Ricciardo

Daniel Ricciardo zieht mit seinem Dauergrinsen bald zu McLaren um Zoom Download

Alonso ist quasi das genaue Gegenteil von Ricciardo, der sich während seiner gesamten Formel-1-Karriere durch eine immer freundliche, eher zurückhaltende Art ausgezeichnet hat. "Für mich ist es das Beste, zu winken, zu lächeln, allen Hallo zu sagen, ins Auto zu springen und zu versuchen, schneller zu fahren und es nicht zu verkomplizieren. Das war's", sagt der Australier über sich selbst.

"Es gibt die andere Seite des Sports und des Geschäfts und all das, aber es gibt Leute, die damit besser umgehen können als ich. Mein bester Platz im Sport ist hinter dem Lenkrad, also versuche ich, mich auf das zu konzentrieren, worin ich gut bin."

Abiteboul musste bei Ricciardo hinters Lächeln blicken

Sein Teamchef bei Renault, Cyril Abiteboul, analysiert im Gespräch mit 'GP Racing': "Er ist eher intuitiv als analytisch. Er muss Spaß haben und eine Umgebung vorfinden, die dem förderlich ist." Mit Ricciardo über wichtige Dinge zu sprechen, sei "nicht so einfach, weil er eigentlich ziemlich schüchtern ist", sagt er weiter. "Er wird nicht sehr direkt über Dinge sprechen, die nicht funktionieren."

"Ich habe einige Zeit gebraucht, um zu entschlüsseln und zu verstehen, was sich wirklich hinter diesem Lächeln verbirgt", räumt Abiteboul ein. Dieses Problem wird er mit Alonso ab der kommenden Formel-1-Saison aller Voraussicht nach nicht haben. "Er ist wahrscheinlich ein bisschen aggressiver und fordernder."


Fotostrecke: Fernando Alonso testet den Renault R.S.20

Dem Teamchef ist bewusst: "Fernando ist ein völlig anderer Typ. Er wird unverblümt auf den Motor, das Auto, die Strategie, die Organisation eingehen. Das wissen wir. Beide befehlen uns, unser absolutes Bestes zu geben, der eine, indem er sagt, wie es ist, der andere durch seine Erwartungen und das Niveau des Fahrers, der er ist."

Offen versus verschlossen: Die Fahrertypen der Formel 1

Diese beiden diametralen Charaktere lassen sich quer durch das 20-Mann-starke Fahrerfeld beobachten. So verrät Lando Norris, Ricciardos künftiger Teamkollege bei McLaren: "Vergangenes Jahr sah es so aus, als ob ich wirklich zuversichtlich und nicht nervös war, und es war eher so, dass ich ein mutiges Gesicht machte."

"Innen drinnen hatte ich viel zu kämpfen. Ich glaube, ich habe es recht gut vertuscht", erklärt Norris weiter. Aber je mehr sein Selbstvertrauen - auch in Zusammenarbeit mit einem Mind Coach - wuchs, desto mehr war er in der Lage, mit dem Druck umzugehen: "Es mehr auf eigene Faust zu tun und die eigene Verantwortung dafür zu übernehmen, war Teil des Wachstums, das ich brauchte."

Eine solche Offenheit über eigene Höhen und Tiefen ist in der Formel 1 nicht universell. Red-Bull-Pilot Max Verstappen zum Beispiel gibt ungern zu, was als Verletzlichkeit empfunden werden könnte: "Warum sollte man über eine Schwäche offen sprechen, selbst wenn man eine hat? Ich würde solche Dinge niemals sagen."

Auch Weltmeister Lewis Hamilton, der zuletzt immer offener in Bezug auf seine inneren Kämpfe geworden ist, erklärt: "Zwischen den Fahrern, die ja Konkurrenten sind, ist nicht das Erste, woran man denkt, offen zu sein und sich selbst auszudrücken."

Anzeige Unser Formel-1-Shop bietet Original-Merchandise von Formel-1-Teams und Formel-1-Fahrern - Kappen, Shirts, Modellautos, Helme und vieles mehr
Fotos & Fotostrecken
Foto zur News: Mercedes-Filmtag in Silverstone
Mercedes-Filmtag in Silverstone
Foto zur News: Alle Formel-1-Autos von Mercedes
Alle Formel-1-Autos von Mercedes

Foto zur News: Die Designs der Formel-1-Autos 2026
Die Designs der Formel-1-Autos 2026

Foto zur News: Der Mercedes W17 für die Formel-1-Saison 2026
Der Mercedes W17 für die Formel-1-Saison 2026

Foto zur News: Das Mercedes-Design für 2026
Das Mercedes-Design für 2026
Folge Formel1.de
AnzeigeFormel-1 Tickets Niederlande Grand Prix 2026 kaufen
Videos
Foto zur News: Backstage beim Audi-Launch: Was Hülkenberg mit dem R26 erreichen will
Backstage beim Audi-Launch: Was Hülkenberg mit dem R26 erreichen will
Foto zur News: Könnte überraschen: Der neue Haas VF-26 für die F1-Saison 2026
Könnte überraschen: Der neue Haas VF-26 für die F1-Saison 2026

Foto zur News: Red Bull: Mit Hochglanz und eigenem Motor wieder an die Spitze? I F1-Talk
Red Bull: Mit Hochglanz und eigenem Motor wieder an die Spitze? I F1-Talk

Foto zur News: Fährt Cadillac 2026 nur hinterher?
Fährt Cadillac 2026 nur hinterher?
Top-Motorsport-News
Foto zur News: "Geht mit dem Auto nicht": Ist Glocks bisheriger Nachteil jetzt widerlegt?
DTM - "Geht mit dem Auto nicht": Ist Glocks bisheriger Nachteil jetzt widerlegt?

Foto zur News: Doch kein Karriereende: Logan Sargeant vor IMSA-Debüt
WEC - Doch kein Karriereende: Logan Sargeant vor IMSA-Debüt

Foto zur News: WRC Finnland 2025: Reifenschäden bei Hyundai, Toyota mit Fünffachführung
WRC - WRC Finnland 2025: Reifenschäden bei Hyundai, Toyota mit Fünffachführung

Foto zur News: Bagnaia: "Meine Geduld mit Ducati geht zu Ende" - Gigi Dall'Igna antwortet
MotoGP - Bagnaia: "Meine Geduld mit Ducati geht zu Ende" - Gigi Dall'Igna antwortet
 
Anzeige motor1.com