• 17. Oktober 2020 · 10:46 Uhr

Neue F1-Chance für Ilott? Steiner: Nicht meine Entscheidung

Ob Ferrari-Junior nach der ausgefallenen Formel-1-Freitagsfahrt bei Haas am Nürburgring zu einem anderen Zeitpunkt einen Nachholtermin bekommt?

(Motorsport-Total.com) - Gleich zwei Ferrari-Junioren hätten beim Eifel-Grand-Prix auf dem Nürburgring ihr Debüt an einem Formel-1-Rennwochenende geben und das Freitagstraining bestreiten sollen. Doch sowohl Mick Schumacher bei Alfa Romeo als auch Callum Ilott bei Haas waren nur Zuschauer: Das Schlechtwetter am Nürburgring verhinderte den Fahrbetrieb am Freitag komplett, Schumacher und Ilott reisten unverrichteter Dinge wieder ab.

Callum Ilott

Callum Ilott: Formel-1-Premiere am Rennwochenende erstmal verschoben Zoom Download

"Man freut sich drauf. Dann ist das natürlich enttäuschend, auch für uns", sagt Haas-Teamchef Günther Steiner. "Wir hatten viele Dinge vorbereitet, damit [Ilott] fahren können würde, um möglichst gut vorbereitet zu sein. Dann hat es aber nicht geklappt."

Und ob es eine neue Chance gibt, das ist bislang nicht klar. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto deutete im Fall Schumacher aber bereits an: Wenn, dann wohl erst beim Formel-1-Finale in Abu Dhabi, weil vorher die jeweiligen Stammfahrer die Freitagszeit dringender benötigen. Und für Ilott könnten ähnliche Vorzeichen wie für Schumacher gelten.

Haas-Teamchef: Ferrari trifft die Entscheidung

Steiner aber gibt an, bisher nichts fixiert zu haben: "Ich habe noch nicht mit Ferrari gesprochen, welche Pläne sie haben. Wir müssen aber natürlich auch schauen, was wir vorhaben. Allzu viele Rennen folgen nicht mehr. Deshalb müssen wir mit [Ferrari-Sportdirektor] Laurent [Mekies] und Mattia sprechen, ob sie es nachholen wollen und ob es uns dann auch in den Kram passt."

Weil Ilott aber ohne eigenes Verschulden um die Freitagsfahrt gebracht worden sei, "muss man ihm fast eine zweite Chance geben", meint Steiner. "Man kann schier nicht sagen, 'Pech gehabt'. Doch es liegt nicht an mir, es hängt auch von Ferrari ab. Ich treffe da nicht die Entscheidung."

Er glaube nur: Ilott habe bei seinem Haas-Besuch am Nürburgring zumindest gewisse Grundlagen geschaffen, um zu einem späteren Zeitpunkt die Freitagsfahrt noch besser vorbereitet nachzuholen.

Warum nicht alles verloren ist

"Jede Erfahrung in einem Formel-1-Team ist wertvoll, natürlich nicht so sehr wie im Auto zu sitzen und zu fahren. Wenn er aber noch einmal eine Möglichkeit kriegt, dann kennt er nun wenigstens die Abläufe, die Leute und dergleichen", sagt Steiner.

Ilott dürfe auch bei den beiden kommenden Grands Prix als Haas-Gast Formel-1-Luft schnuppern. "Das hat schon einen Wert, aber einen reduzierten. Wer aber aus der Formel 2 kommt, der ist gut vorbereitet und weiß, was ihn in der Formel 1 erwartet."

"Es ist nur so: Die Erfahrung [im Formel-1-Auto] zu machen, das ist etwas anderes, als nur darüber zu lesen oder davon zu hören", sagt Steiner. "Und wenn er später im Jahr noch seine Gelegenheit bekommt, dann war es keine Zeitverschwendung."

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