• 07. Juni 2020 · 14:33 Uhr

Pirelli zuversichtlich: 2019er-Formel-1-Reifen bis Ende 2021 im Einsatz

Weil die neuen Formel-1-Reifen mit dem kompletten Reglement auf 2022 verschoben wurden, müssen die 2019er-Pneus von Pirelli bis Ende der Saison 2021 durchhalten

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich gibt es in der Formel 1 für jede Saison neue Reifen. Doch aktuell ist alles anders. Die ursprünglich für 2020 geplanten Pneus kommen nicht zum Einsatz, weil sich die Teams im vergangenen Jahr dafür aussprachen, die 2019er-Reifen noch ein weiteres Jahr zu verwenden. Nun müssen diese Pneus sogar drei komplette Saisons durchhalten.

Mario Isola

Mario Isola glaubt, dass es bis Ende 2021 keine Probleme geben wird Zoom Download

Hintergrund: Weil das ursprünglich für 2021 geplante Reglement auf 2022 verschoben wurde, kommen auch die neuen 18-Zoll-Reifen erst ein Jahr später. Und weil Pirelli keine Ressourcen von der Entwicklung der neuen Pneus abziehen möchte, soll auch 2021 mit den 2019er-Reifen gefahren werden. Ein ungewöhnlich langer Lebenszyklus für Formel-1-Pneus.

Normalerweise bringt Pirelli in jeder Saison neue Reifen, weil sich die Autos verändern. Die Boliden bekommen mehr und mehr Abtrieb, werden immer schneller und stellen so dementsprechend höhere Anforderungen an die Reifen. Pirellis Formel-1-Chef Mario Isola erklärt, warum die 2019er-Reifen trotzdem ganze drei Jahre halten sollen.

"Wir sollten [die Saison] 2021 mit Abtrieb beginnen, der auf einem Niveau mit Ende 2019 oder Anfang 2020 liegt", erklärt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Hintergrund: Für 2021 wird die Entwicklung der Autos zwar größtenteils eingefroren. Es gibt allerdings kleine Änderungen am Unterboden, die dafür sorgen sollen, dass die Boliden zur Saison 2021 Abtrieb verlieren.

Wie viel Abtrieb finden die Teams 2020?

"Das war auch genau der Plan", sagt Isola und erklärt: "Der Abtrieb soll reduziert werden, damit die 2019er-Reifen bis Ende 2021 halten, ohne dass wir den [Reifen-]Druck zu sehr erhöhen müssen. Denn wenn wir den Druck erhöhen, dann bedeutet das, dass wir eher Probleme mit Überhitzen und Abbau bekommen."


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"Wir wissen, dass die Fahrer damit nicht glücklich wären. Deswegen haben wir zusammen mit der FIA und den Teams gearbeitet, um eine Lösung zu finden", berichtet der Italiener und ergänzt: "Zu Beginn lagen viele verschiedene Optionen auf dem Tisch. Aber dann wurde entschieden, dass es die beste wäre, am Unterboden zu arbeiten."

"Das ergibt Sinn, wenn man bedenkt, dass wir dadurch vermutlich die Menge Abtrieb verlieren, die [die Teams] während der Saison finden", erklärt Isola. Allerdings werde 2020 wegen der aktuellen Umstände eine "schwierige Saison", weshalb nicht genau absehbar sei, wie viel Abtrieb die Teams im Laufe des Jahres tatsächlich finden werden.

Keine regulären Reifentests während der Saison 2020

Man habe die Teams daher um "zusätzliche Simulationen" gebeten, um die Lage besser abschätzen zu können. Sollte sich abzeichnen, dass die 2019er-Reifen den Anforderungen in der Saison 2021 doch nicht mehr gewachsen sein werden, hat Pirelli neuerdings die Möglichkeit, jeweils im zweiten Freitagstraining an einem Rennwochenende neue Reifen zu testen.


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Zunächst wolle man aber die Simulationen der Teams abwarten. Isola erklärt: "Dann können wir entscheiden, ob wir noch einen Test einplanen müssen oder nicht. Es war aber wichtig, [diese Möglichkeit] in den Regel zu verankern, denn wenn die Saison einmal angefangen hat, dann ist es zu spät, diese Sachen zu diskutieren."

Reifentests abseits der Grand-Prix-Wochenenden wird es 2020 nicht geben. Das gilt sowohl für aktuelle als auch für die neuen Reifen ab 2022. Isola stellt jedoch im Hinblick auf mögliche Freitagstests klar: "Das ist kein Ersatz für die Reifenentwicklungstests." 2021 sind dann wieder 25 Testtage für die neuen 18-Zoll-Reifen geplant.

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