• 22. Mai 2020 · 16:50 Uhr

Der gläserne Rennfahrer: So könnten die Overalls der Zukunft aussehen

Rennanzüge, die mehr über den Fahrer wissen, als die Piloten selbst? Was nach Science Ficiton klingt, das könnte in der Formel 1 in Zukunft Realität werden

(Motorsport-Total.com) - In einem Sport wie der Formel 1 geht es darum, in allen Bereichen das absolute Maximum herauszuholen. Das betrifft nicht nur die offensichtlichen Dinge wie Chassis, Motor und natürlich den Fahrer. Sogar in scheinbar selbstverständliche Sachen fließt eine Menge Arbeit - zum Beispiel in Schuhe, Handschuhe und die Rennoveralls der Piloten.

Pierre Gasly

Die Rennanzüge sollen in Zukunft noch deutlich komplexer werden Zoom Download

Wog ein Overall vor rund zehn Jahren noch um die 1,3 Kilogramm, sind es heute weniger als 800 Gramm. Das klingt nicht nach viel, doch jedes gesparte Gramm bietet dem Fahrer einen zusätzlichen Komfort. Weil die Overalls allerdings auch eine gewisse Sicherheit bieten müssen, scheint man beim Gewicht langsam am Limit angekommen zu sein.

Wie kann man die Rennanzüge in Zukunft also noch weiter verbessern? Bei der Firma Alpinestars, die mehrere Formel-1-Teams wie Renault oder Racing Point ausrüstet, geht der Trend nun zum Sammeln von biometrischen Daten. Das ist keine komplett neue Idee. Seit einiger Zeit verwenden die Formel-1-Piloten zum Beispiel bereits biometrische Handschuhe.


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Diese sammeln Daten wie den Puls des Piloten und den Sauerstoffanteil im Blut. Hilfreich ist das vor allem bei einem Unfall. Bei Alpinestars möchte man diesen Bereich nun auch bei den Rennanzügen vorantreiben. Chiara Consarino von Alpinestars erklärt gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Die Idee ist, bei den Overalls etwas ähnliches einzuführen."

"Ich weiß, dass innerhalb der FIA schon darüber diskutiert wurde", verrät Consarino. Die gesammelten Daten könnten dann nicht nur bei einem Unfall helfen. Vielmehr sollen sie den Teams dabei helfen, das Auto noch besser an den Fahrer anzupassen. Als Beispiel nennt man bei Alpinestars die MotoGP, wo bereits mehrere Sensoren in den Lederkombis zum Einsatz kommen.


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Geschäftsführer Gabriele Mazzarolo erklärt: "Die Teams können das Motorrad an das anpassen, was der Pilot spürt. Und dann gibt es ein zusätzliches Level an Selbstvertrauen, das man an den biometrischen Daten sehen kann, die wir sammeln. Es geht sogar über das hinaus, was der Pilot selbst spürt." Denn einige Dinge nehmen Piloten nur unterbewusst war.

Die gesammelten Daten sollten dabei helfen, diese Dinge aufzudecken. Zudem könnten weitere Sensoren zum Beispiel Informationen darüber liefern, wie stark die Kräfte sind, die beim Bremsen und Beschleunigen wirken, oder welche Kraft man im Auto mit den Beinen aufwenden muss. Das sind Dinge, die bei den Formel-1-Piloten nur unterbewusst passieren.

Mithilfe der entsprechenden Daten könnte man den Piloten das Fahren noch angenehmer machen. Denn weil viele Dinge nur unterbewusst passieren, können die Fahrer selbst das entsprechende Feedback gar nicht liefern. Durch die entsprechenden Sensoren könnte das in Zukunft allerdings möglich werden.

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