• 26. März 2020 · 16:46 Uhr

Cyril Abiteboul: Warum die Formel E für Hersteller nicht attraktiv ist

Renault-Sportchef Cyril Abiteboul erklärt, weshalb seine Marke gar kein Interesse an einem Engagement in der elektrischen Formel E hat

(Motorsport-Total.com) - "Es ist ein Risiko. Ein sehr großes Risiko sogar." Das sagt Renault-Sportchef Cyril Abiteboul über einen möglichen (Wieder-) Einstieg in die Formel E - und warum seine Marke gar nicht mit dem Gedanken spielt, der elektrischen Rennserie beizutreten.

Sebastien Buemi, Renault e.dams

Team der ersten Stunde: Renault war schon mal in der Formel E vertreten Zoom Download

Aber warum wäre das ein "Risiko" für einen Hersteller wie Renault? Abiteboul erklärt bei 'Autocar', dass es eines werden könnte, "wenn du nicht dazu in der Lage wärst, auf entsprechendem Niveau zu fahren".

Soll heißen: Ein Formel-E-Engagement ergebe nur Sinn, sofern eine Marke dort auch konkurrenzfähig sein und um Spitzenergebnisse fahren könne.

Auf das Podium oder besser sein lassen ...

"Wir sind schon in der Formel 1 und es gibt kritische Stimmen, weil wir vergangenes Jahr nicht dazu in der Lage waren, um P4 zu kämpfen", sagt Abiteboul. In der Formel E bräuchte es aus seiner Sicht offenbar noch viel bessere Ergebnisse.

Eben solche hat Renault in der Formel E schon erreicht: Mit Partnerteam e.dams gewann der Hersteller ab 2014/15 drei Markentitel, dazu 2015/16 mit Sebastien Buemi auch den Fahrertitel. Zur Saison 2018/19 übergab Renault seinen Startplatz dann an Konzernschwester Nissan.

In der Formel 1 2020 hofft der Renault-Sportchef auf eine Formsteigerung. Mindestens P4 in der Gesamtwertung soll her. "Das sollte dieses Jahr möglich sein", meint Abiteboul.

Renault will keine vollelektrische Formel 1

"Und das wäre schon eine Leistung. Denn es gibt viele Marken, auch einige gut finanzierte Traditionsmarken, die sich gerade aufgrund dieses Risikos nicht in die Formel 1 trauen." Namen nennt Abiteboul allerdings nicht.

Stattdessen erteilt er einer möglichen vollelektrischen Formel 1 eine Absage: "Für mich ist das kein Schritt, [den die Formel 1 gehen sollte]. Wir brauchen schließlich genug Energiedichte, um im Höchstleistungsbereich ein 300 Kilometer langes Rennen zu fahren. Derzeit gibt es keine Batterietechnologie, die eine solche Energiedichte bereitstellen könnte."


Fotostrecke: Die Regeländerungen der Formel-E-Saison 2019/20

Renault setze ohnehin verstärkt auf Plug-in-Hybride. Dahin müsse die Entwicklung gehen, sagt Abiteboul weiter. "Elektrifizierung und Verbrennungsmotor ergänzen sich, sie stehen nicht miteinander im Wettbewerb."

So oder so: Die Formel 1 könnte auf absehbare Zeit gar nicht vollelektrisch werden, selbst wenn sie es wollte. Denn die Formel E hat vom Automobil-Weltverband FIA eine exklusive Lizenz erhalten - für 25 Jahre, bis einschließlich 2039. Und das auch nur, wenn diese Lizenz nicht noch verlängert wird.

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