• 17. Januar 2020 · 15:46 Uhr

Saudi-Arabien: Rennstrecke soll ab 2023 einen Grand Prix austragen

Saudi-Arabien lässt im Zuge eines Großprojekts eine Rennstrecke nach höchstem Standard bauen - Alexander Wurz hat das Layout designt

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 könnte schon bald einen weiteren Grand Prix im Nahen Osten austragen. Saudi-Arabien zeigt großes Interesse an der Königsklasse. Am Freitag wurde bekannt, dass das Königreich eine neue Rennstrecke in Qiddiya bauen lässt, die schon ab 2023 ein Rennen austragen könnte.

Computeranimation von der Rennstrecke in Qiddiya

So stellen sich die Saudis die F1-Strecke in Qiddiya vor Zoom Download

Bereits im Mai 2019 kamen erstmals Gerüchte auf, wonach Saudi-Arabien an einem Formel-1-Rennen interessiert sei. Verdichtet haben sich diese Spekulationen, als weitere Medienberichte Gespräche von Liberty Media mit der saudischen Regierung bestätigten.

Nachdem die Formel E bereits seit 2018 in Riad ein Rennen austrägt und die Rallye Dakar am Freitag zum ersten Mal in Saudi-Arabien geendet hat, steht nun die Formel 1 ganz oben auf der Wunschliste der Scheichs. Der Rennsport ist Teil einer größeren Vision 2030, zu dem das Projekt "Qiddiya" zählt.

Wurz und Co.: Hoher Besuch in der Wüste

Rund 50 Kilometer außerhalb der Hauptstadt gelegen, befindet sich ein riesiges Areal, auf dem ein neues Zentrum für Kunst, Kultur und Unterhaltung gebaut wird. Auf mehr als 300 Quadratkilometern entstehen Themenparks, Resorts und auch eine Rennstrecke.

Das Layout des Kurses wurde von Ex-Formel-1-Fahrer Alexander Wurz entworfen, der bereits in andere Streckenbauten involviert war. Die Rennstrecke soll nach dem FIA-Grad-1-Standard erbaut werden, der für die Austragung der Formel 1 notwendig ist.

Das Ziel ist klar: Die Strecke soll für Rennen der Formel 1 oder auch MotoGP gebaut werden. Am Rande der Zielankunft der Dakar-Teilnehmer in Qiddiya waren auch die Formel-1-Größen Wurz, Nico Hülkenberg, David Coulthard, Damon Hill, Romain Grosjean und MotoGP-Sicherheitsberater Loris Capirossi vor Ort.

Alexander Wurz, Nico Hülkenberg, Damon Hill, David Coulthard, Loris Capirossi, Romain Grosjean

Streckendesigner Wurz mit Hülkenberg, Hill, Grosjean & Coulthard Zoom Download

Mike Reininger, Geschäftsführer des Großprojekts, hat gegenüber 'Motorsport-Total.com' erklärt, dass man alle Premium-Rennserien ansprechen möchte. "Wir bauen, damit wir in der Lage sind, MotoGP-, WEC- oder auch regionale und nationale Meisterschaftsläufe austragen zu können - bis hin zur Formel 1."

Die Infrastruktur werde schon jetzt so gebaut, damit Saudi-Arabien die "größten und besten" Motorsport-Events austragen kann. "Wirklich in allen Kategorien", so Reininger. "Grad 1 ist gleichbedeutend mit der Formel 1, daher hoffen wir, dass uns das in die Hände spielt."

In welchem Zeitfenster wäre eine Austragung eines Formel-1-Rennens realistisch? "Ab Beginn 2023 wären wir bereit." Bereits im Vorjahr dürfte Formel-1-Boss Chase Carey gemeinsam mit Marketingchef Sean Bratches nach Saudi-Arabien gereist sein, um mit der Königsfamilie die Pläne zu diskutieren.

Qiddiya soll Motorsport-"Welthauptstadt" werden

Die Strecke selbst liege teilweise in einem Stadion, erklärt Reininger die Pläne. "Dort wird man sechs Kilometer der Rennstrecke sehen können." Der Rest des Kurses soll in die Themenparks eingebettet werden. Die Autos werden demnach an Hotels, Geschäften und Restaurants vorbeifahren.

"Es wird auch Achterbahnen geben, die über die Strecke ragen." Die Formel-1-Prominenz konnte am Freitag im Simulator bereits einen ersten Vorgeschmack auf das Streckenlayout bekommen. Wurz fühlte sich geehrt und sprach von einem "Privileg", eine solche Strecke designen zu dürfen.

"Das Projekt hat uns diese Chance ermöglicht, eine Strecke, ein wahres Racing-Areal für Fahrer und Zuseher, zu designen." Besonders die Höhenunterschiede streicht der Österreicher hervor. Er habe sich sehr stark an der Landschaft orientiert.


Qiddiya: Das Megaprojekt der Scheichs

Video wird geladen…

  Weitere Formel-1-Videos

"Das Layout soll Fahrer und Ingenieure aber auch herausfordern. Die ersten Simulationen haben gezeigt, dass das eine ganz aufregende Erfahrung, auf und abseits der Strecke, sein wird." Der Ort mitten in der Wüste habe alle Voraussetzungen erfüllt, um die Motorsport-"Hauptstadt" der Welt zu werden, so Wurz.

So lukrativ das Angebot der Scheichs auch sein mag - kolportierte 60 Millionen US-Dollar pro Jahr -, so umstritten ist das Land in der weltweiten Wahrnehmung. Menschenrechtsorganisationen kritisieren das streng muslimische Land, besonders den Umgang mit Minderheiten und Frauen. Die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi löste 2018 eine Welle der Empörung aus.

Formel-1-Gewinnspiel

Anzeige
Anzeige

Fotos & Fotostrecken

Austin: Die Fahrernoten der Redaktion
Austin: Die Fahrernoten der Redaktion
F1: Grand Prix der USA (Austin) 2021
F1: Grand Prix der USA (Austin) 2021
Sonntag

Diese Formel-1-Teams nutzten Honda-Power
Diese Formel-1-Teams nutzten Honda-Power

Ricciardo fährt das NASCAR-Auto von Dale Earnhardt in Austin
Ricciardo fährt das NASCAR-Auto von Dale Earnhardt in Austin

F1: Grand Prix der USA (Austin) 2021
F1: Grand Prix der USA (Austin) 2021
Samstag
Formel1.de auf YouTube
Tickets

Formel-1-Quiz

Bei welchem Grand Prix müssen derzeit die meisten Runden gefahren werden?

Top-Motorsport-News

6h Spa der virtuellen Le-Mans-Serie: Team Redline gewinnt beide Klassen
WEC - 6h Spa der virtuellen Le-Mans-Serie: Team Redline gewinnt beide Klassen

WRC Rallye Spanien 2021: Thierry Neuville setzt sich an der Spitze ab
WRC - WRC Rallye Spanien 2021: Thierry Neuville setzt sich an der Spitze ab

BoP 24h Nürburgring 2021: Porsche offenbar vor weiterer Einbremsung
NR24 - BoP 24h Nürburgring 2021: Porsche offenbar vor weiterer Einbremsung

NASCAR Pocono 2: Kyle Busch gewinnt Spritpoker und beendet Hendrick-Serie
NASCAR - NASCAR Pocono 2: Kyle Busch gewinnt Spritpoker und beendet Hendrick-Serie
Formel 1 App

Folge Formel1.de