• 04. August 2019 · 08:06 Uhr

1.000 PS: Max Verstappen macht sich über Renault lustig

Renault behauptet als erster Motorenhersteller der Formel 1, mit den aktuellen Hybrid-Antrieben die magische Schallmauer von 1.000 PS durchbrochen zu haben

(Motorsport-Total.com) - Renault gilt laut Brancheninsidern aktuell bestenfalls als Nummer 3 der Performance-Rangliste, wenn es um die Antriebseinheit geht. Ferrari soll, so heißt es, "Marktführer" sein, dicht gefolgt von Mercedes. Aber ausgerechnet Renault ist nun der erste Motorenhersteller, der sich öffentlich damit brüstet, die magische 1.000-PS-Marke geknackt zu haben.

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Max Verstappen muss angesichts Renaults neuer Behauptung lachen ... Zoom Download

Auch wenn Motorenchef Remi Taffin gegenüber 'auto motor und sport' einräumt: "Wir können diese Leistung nicht immer abrufen. Es sind nur gewisse Leistungsspitzen in der Qualifikation." Aber immerhin. 163 der über 1.000 PS darf das Hybridsystem mit zwei Elektromotoren beisteuern. Der Rest kommt konventionell aus dem Verbrenner.

Max Verstappen, dessen Red-Bull-Team mit Renault zuletzt so unzufrieden war, dass man das Risiko eingegangen und zu Honda gewechselt ist, macht sich über die Behauptungen aus Frankreich lustig: "Wenn sie wirklich 1.000 PS haben, dann haben sie ein echt schlechtes Auto!" Denn das Renault-Werksteam liegt aktuell nur auf Platz sechs der Konstrukteurs-WM.

"Wir reden lieber in Ergebnissen und nicht in den Medien", stichelt Verstappen gegen den ehemaligen Motorenhersteller. Wobei Taffin zugibt, dass Renault in den Rennen noch nicht dauerhaft 1.000 PS abrufen kann: "Da fahren wir mit über 950 PS." Kurze Spitzen von 960, 970 PS seien aber auch im Rennen möglich. Etwa beim Überholen.

Interessant: Renault-Werksfahrer Daniel Ricciardo weiß offenbar nichts davon, dass sein Team die 1.000-PS-Grenze überschritten haben soll. Er sagt nach Platz 18 im Qualifying auf dem Hungaroring: "1.000 PS? Das ist mir neu. Klingt aber cool! Ich habe jedenfalls noch nichts davon gehört."

Sollte die Renault-Behauptung stimmen, ist davon auszugehen, dass auch Ferrari und Mercedes zumindest in Spitzen längst mehr als 1.000 PS erreichen. Die sogenannten "Party-Modi" der beiden Hersteller gelten als stärker als jener von Renault.

Valtteri Bottas kann die Frage, wie viel PS der Mercedes-Antrieb leistet, nicht beantworten: "Ich habe das Team erst gestern danach gefragt", meint er nach dem Qualifying in Ungarn. "Wir hatten Probleme mit dem Motor. Da habe ich mal gefragt, wie viel PS wir im Qualifying schaffen. Aber die Ingenieure sagen, sie wissen das gar nicht. Niemand weiß das genau."

Weil die Angabe der Spitzenleistung eines Formel-1-Antriebs wesentlich komplexer ist als bei einem Serien-PKW. Einflüsse wie die verschiedenen Kennfelder ("Mappings") für eine eher schonende oder auch aggressive Fahrweise (je nach Rennsituation), Temperaturen oder sogar DRS wirken sich auf die Leistungs-Peaks aus.

Fest steht, dass alle in der Formel 1 engagierten Motorenhersteller seit Einführung der aktuellen Hybrid-Formel im Jahr 2014 enorme Fortschritte gemacht haben. Zu Beginn galten 850 PS als ordentlicher Wert. Seither wurden teilweise mehr als 150 PS gefunden. Das ist angesichts des eng gesteckten Reglements eine bemerkenswerte technologische Leistung.

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