• 03. August 2019 · 11:40 Uhr

Alfa Romeo: Warum eine Disqualifikation für das Team besser gewesen wäre

Alfa Romeo bekam in Deutschland nach dem Rennen eine Zeitstrafe aufgebrummt, doch für das Team wäre eine Disqualifikation besser gewesen

(Motorsport-Total.com) - Alfa Romeo hat nach seiner Strafe von Hockenheim Protest eingelegt. Aufgrund einer falschen Kupplungseinstellung wurde Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi jeweils eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe gegeben, die nach dem Rennen automatisch in eine 30-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde. Dabei wäre es für das Team sogar besser gewesen, wenn man disqualifiziert worden wäre.

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Die Zeitstrafe aus Hockenheim ist für Alfa Romeo schlecht anzufechten Zoom Download

In der Theorie wäre eine Disqualifikation für das technische Vergehen auch möglich gewesen, doch die Rennkommissare bewerteten den Vorteil der beiden Vergehen eher wie bei einem Frühstart, für den es normalerweise eine Zeitstrafe gibt.

Die Zeitstrafe spülte Alfa Romeo von den Plätzen sieben und acht noch außerhalb der Punkte, sodass die Konsequenz für den Rennstall im Grunde so schlimm war wie eine Disqualifikation. Das Problem: Die FIA kann einen Protest gegen eine Zeitstrafe laut Artikel 12.2.4 des International Sporting Codes (ISC) als unzulässig abschmettern - das wäre bei einer Disqualifikation anders gewesen.

Das gleiche Problem ereilte bereits Sebastian Vettel in Kanada, der nur eine Zeitstrafe für sein Manöver gegen Lewis Hamilton bekam und keinen Protest einlegen konnte. Der Umweg über eine mögliche Neubetrachtung der Situation wurde letzten Endes abgewiesen.

Auch bei Alfa Romeo muss nun vorher entschieden werden, ob der Einspruch überhaupt zulässig ist, bevor mögliche Beweise evaluiert werden können. Wäre man disqualifiziert worden, würde der Fall nicht unter Artikel 12.2.4. des ISC fallen.

Theoretisch könnte man den gleichen Weg wie Ferrari wählen, dann müsste man aber "signifikante und relevante neue Beweise" finden, die den Rennkommissaren zu der Zeit nicht vorlagen. Das könnte aber schwierig werden, da die Kommissare in Hockenheim mit drei Teammitgliedern - inklusive den entsprechenden Ingenieuren - gesprochen haben und diese so viele Beweise wie möglich lieferten, um den Regelbruch zu verteidigen.

Bei Alfa Romeo ist man aber zuversichtlich: "Wir wurden nach dem Rennen bestraft und haben Protest eingelegt, was der normale Vorgang ist, wenn du kämpfen möchtest und denkst, dass du Argumente hast, um zu gewinnen", sagt Teammanager Beat Zehnder. "Ansonsten würde man es nicht machen."

Die Anhörung zum Protest des Teams wird am 24. September in Paris stattfinden.

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