• 17. Mai 2019 · 13:44 Uhr

Jean Alesi: Anfangs Vorbehalte gegen "politischen" Gerhard Berger

Zwischen Jean Alesi und Gerhard Berger entwickelte sich über fünf gemeinsame Jahre in der Formel 1 eine Freundschaft - Zu Beginn war Alesi aber nicht so begeistert

(Motorsport-Total.com) - Jean Alesi und Gerhard Berger verbrachten insgesamt fünf Jahre in der Formel 1 als Teamkollegen. Zwischen 1993 und 1995 fuhren die beiden gemeinsam für Ferrari, 1996 und 1997 für Benetton. In diesem Zeitraum entwickelte sich zwischen den beiden eine Freundschaft, doch im Podcast 'Beyond the Grid' verrät Alesi nun, dass er ganz zu Beginn nicht so begeistert von seinem neuen Teamkollegen war.

"Am Anfang war ich nicht sehr glücklich darüber, dass er kam", erinnert sich Alesi, der bereits seit 1991 bei Ferrari unter Vertrag stand. "Ich habe es über die Presse erfahren - wie üblich", erinnert sich der Franzose zurück. Die italienischen Medien enthüllten damals Details über Bergers Vertrag. "Ich habe gelesen, dass er der Nummer-1-Fahrer wird", verrät Alesi.

Berger, der 1993 von McLaren zur Scuderia zurückkehrte, sollte unter anderem "Priorität bei neuen Teilen" erhalten. Alesi verrät: "Als ich das gelesen habe, habe ich Niki [Lauda] angerufen und ihn gefragt: 'Denkst du, dass es fair ist, was ihr da macht? Ich gebe mein Leben für Ferrari und jetzt, wo alles besser organisiert ist, holt ihr einen anderen Piloten von außen und macht ihn zum Nummer-1-Fahrer. Das gefällt mir nicht.'"

Lauda war damals in beratender Funktion für Ferrari tätig. Alesi berichtet: "Niki sagte: 'Okay, was willst du? Mehr Geld?' Ich sagte: 'Du kannst mich mal, Niki! Ich brauche nicht mehr Geld, ich liebe, was ich tue. Ich möchte nur wie er behandelt werden, sonst brauche ich nichts.' Er sagte: 'Okay, lass mich etwas machen.'" Kurze Zeit später klärte dann Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo persönlich die Sache auf.


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"Dann rief mich Montezemolo an und sagte: 'Jean, mach dir keine Sorgen. Wir müssen es so aussehen lassen, aber du wirst die gleichen [Chancen] bekommen. Es wird nichts anders sein.' Und so war es dann auch", erklärt Alesi. Als "Bonus" für den Ärger erhielt Alesi zudem noch ein Geschenk: den Ferrari F92A der Saison 1992. "Ich habe ihn noch immer zuhause", verrät er.

Trotz der Startschwierigkeiten kam Alesi anschließend blendend mit Berger aus. "Vom ersten Tag an haben wir großartig zusammengearbeitet", erklärt er. Einfach war es aber nicht immer. "Ich hatte eine fantastische Zeit mit ihm als Teamkollegen - auch wenn ich häufig politisch kämpfen musste. Da war er sehr, sehr gut. Manchmal habe ich Dinge herausgefunden, die ich nicht erwartet hatte", verrät Alesi.

Berger sei nämlich keinesfalls nur der unbesorgte Witzbold gewesen, den die Öffentlichkeit in ihm sah. "Er war ein sehr cleverer Kerl", versichert Alesi. Gleichzeitig sei er aber auch immer "extrem professionell" gewesen, weshalb es zwischen den beiden nie zu größeren Problemen kam. Im teaminternen Duell hatte Alesi die Nase übrigens meistens knapp vorne. In den fünf gemeinsamen Jahren landete er in der WM viermal vor Berger.

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