• 13. März 2019 · 14:01 Uhr

Franz Tost verteidigt Red-Bull-Juniorteam: "Es wäre eine Krise, wenn ..."

Franz Tost stellt klar, dass Red Bull aktuell kein Nachwuchsproblem habe - Insgesamt sei das fahrerische Niveau in der Formel 1 sogar so hoch wie vielleicht noch nie

(Motorsport-Total.com) - Was haben Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo und Max Verstappen gemeinsam? Alle drei kommen, so wie einige andere Fahrer auch, aus der Nachwuchsschmiede von Red Bull. Doch während Vettel sich bereits vor Jahren von den Bullen losgesagt hat und auch Ricciardo 2019 bei Renault ein neues Abenteuer sucht, ist von drei vielleicht größten Talenten, die das Juniorprogramm bislang hervorgebracht hat, nur noch Verstappen übrig.

Mark Webber, Alexander Albon, Franz Tost, Daniil Kwjat

Franz Tost ist mit seinen beiden Piloten für die Saison 2019 zufrieden Zoom Download

An seiner Seite bei Red Bull fährt 2019 Pierre Gasly, und im B-Team Toro Rosso setzt man auf Rookie Alexander Albon und Daniil Kwjat, der dort bereits seine dritte Chance bekommt. So reich an Talenten, wie das Red-Bull-Nachwuchsprogramm einst war, scheint es aktuell nicht mehr zu sein. Eine Krise also? "Das ist Unsinn", winkt Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' ab.

"Doktor Marko macht einen fantastischen Job. Wir haben gute Fahrer. Es wäre eine Krise, wenn Red Bull und Toro Rosso keine Red-Bull-Fahrer [Fahrer aus dem eigenen Nachwuchsteam] hätten", erklärt Tost, der darauf besteht, dass man 2019 vier starke Fahrer in der Formel 1 habe. Gasly, Kwjat und Albon als Notnagel? Diese Behauptung lässt Tost nicht durchgehen.

Und auch grundsätzlich ist er der Meinung, dass die Fahrer heutzutage teilweise zu wenig Wertschätzung in der Öffentlichkeit erfahren. "Der Unterschied ist, dass die Fahrer heute noch besser ausgebildet sind als früher", erklärt er und ergänzt, dass es "unglaublich" sei, wie weit die Fahrer heute schon seien, wenn sie den Sprung in die Formel 1 machen. Alle Rookies der Saison 2019 seien beispielsweise auf einem "fantastischem Level".


Fotostrecke: Alle Formel-1-Autos von Sebastian Vettel

"Das ist nicht nur im Motorsport so", erklärt Tost. Grundsätzlich sei es in allen Sportarten eine normale Entwicklung, dass die Athleten immer besser vorbereitet seien. In der Formel 1 seien Fahrer aus der Generation von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel bei ihrem Einstieg auch schon auf einem ganzen Level gewesen, als die Piloten aus der Generation von Michael Schumacher und Ayrton Senna.

Und dieses Level verschiebe sich durch Sportwissenschaften und Co. immer mehr nach oben. "Das sorgt dafür, dass sie viel besser vorbereitet sind. Auch das Level ist jetzt viel höher", erklärt er und lobt: "Ich erinnere mich nicht, solch ein hohes Level [in der Formel 1] in der Vergangenheit gesehen zu haben." Er zieht einen Vergleich zur Situation in der Königsklasse vor rund 30 Jahren.

"Damals gab es nur drei, vier, fünf [gute] Fahrer, und der Rest waren Pay-Driver, oder sie waren aus anderen Gründen dabei", erklärt er. Ein Großteil des Feldes habe damals eigentlich nichts in der Formel 1 zu suchen gehabt. Heute sei das ganz anders. "Es gibt [aktuell] keinen Fahrer, bei dem ich sagen würde, dass er es nicht verdient hat, in der Formel 1 zu sein", lobt Tost und ergänzt: "Wir haben eines der stärksten Felder in der Formel 1 aller Zeiten."

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