• 01. Dezember 2017 · 11:33 Uhr

Surer: Hamilton-Rammstoß war Vettels "absoluter Tiefpunkt"

Laut dem TV-Experten war Sebastian Vettel in Baku "nicht weltmeisterlich" - Er kritisiert die Qualitätskontrolle bei Ferrari und sieht die Chancen 2018 verhalten

(Motorsport-Total.com) - TV-Experte Marc Surer ist überzeugt, dass Sebastian Vettel den Tiefpunkt seiner Formel-1-Saison 2017 beim Grand Prix von Aserbaidschan erreicht hätte - als der Ferrari-Pilot seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton in einer Safety-Car-Phase rammte. "Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn einen die Wut packt und man das Gefühl hat, man sei absichtlich ausgebremst worden", sagt Surer 'Sky' und kann die Reaktion teils nachvollziehen: "In diesem Moment verstehe ich, dass man überreagiert."

Lewis Hamilton, Sebastian Vettel

Lewis Hamilton und Sebastian Vettel: Kein böses Blut mehr nach der Baku-Affäre Zoom Download

Dass ein Pilot seinem Konkurrenten jedoch in einer Gelbphase in das Auto fährt, habe er bis dato nicht gesehen. Daher spricht Surer vom "absoluten Tiefpunkt" und fügt hinzu: "Das war nicht weltmeisterlich." Dass es für Vettel nicht zum Titel gereicht hat, hätte auch an Ferrari gelegen, so der Schweizer. Der Rennstall habe in der Qualitätskontrolle Fehler gemacht. "Wenn man einen Motor- oder Turboschaden hat, kann man sagen: 'Okay, das sind Teile, die sind hoch belastet.' Aber wenn eine Luftzuführung zum Motor undicht wird, muss man schon die Frage stellen, ob das nötig war."

Vettel würde aber "eine Mitschuld" tragen, stellt Surer klar. Der Ferrari-Pilot sei beim Start in Singapur "viel Risiko eingegangen", was man als WM-Führender "nicht machen sollte". Außerdem habe er in Mexiko seine Chancen verspielt, als er wegen eines Unfalls nur Vierter wurde. "Da hat er es selbst weggeworfen", so Surer, "Lewis Hamilton hat diese Fehler eben nicht gemacht."

Ex-Pilot Martin Brundle spricht ebenfalls von einem "bittersüßen Jahr" für Vettel. Der Deutsche hätte tolle Überholmanöver gezeigt und schnelle Runden gefahren - wie im Qualifying in Mexiko-Stadt. Seine Leistungen seien über das Jahr hinweg "ausbalanciert" gewesen, jedoch kreidet der Brite die gleichen Patzer an wie Surer.

Für die Saison 2018 sieht der Schweizer die Scuderia in der Pflicht: "Die Frage ist, ob Ferrari noch einen Schritt nach vorne machen kann. Es fehlen noch etwa drei Zehntel." Wenn Ferrari den Rückstand auf Mercedes aufholen kann, würden die Zuschauer ein "super Duell" sehen. Es gäbe aber noch "Fragezeichen", ob das Team dazu wirklich in der Lage sei.

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