• 20. Juli 2017 · 14:44 Uhr

Medienbericht: Nur Ferrari stimmte für Halo

Nach Informationen der 'Bild'-Zeitung hat nur Ferrari für die Einführung des Cockpitschutz Halo gestimmt: Scharfe Kritik von Niki Lauda und Helmut Marko

(Motorsport-Total.com) - Die entgegen der großen Mehrheit der Formel-1-Teams beschlossene Einführung des Cockpit-Schutzbügels Halo schon ab der Saison 2018 schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem am Mittwoch bereits durchgesickert war, dass von den zehn Teams nur eines für die Einführung des umstrittenen "Heiligenschein" plädiert hatte, will die 'Bild'-Zeitung nun herausgefunden haben, dass es sich dabei um Ferrari gehandelt hat.

Sebastian Vettel, Halo

Angeblich soll sich nur Ferrari für Halo ausgesprochen haben Zoom Download

Sollte dies stimmen, hätte es einen pikanten Beigeschmack. Denn durchgedrückt wurde die Entscheidung von FIA-Präsident Jean Todt, der vor seiner Zeit an der Spitze des Automobil-Weltverbands Teamchef von Ferrari war, und der sich in der Vergangenheit bereits mit Vorwürfen konfrontiert sah, er nehme auf die Interessen seines früheren Arbeitgebers zu viel Rücksicht.

Von Vertretern anderer Formel-1-Teams wird unterdessen scharfe Kritik an der Entscheidung Todts laut. "Es ist grundfalsch diesen Cockpitschutz einzuführen", sagt Niki Lauda der 'Bild'. "Er ist ja noch nicht einmal richtig ausgetestet", gibt der Aufsichtsrats-Vorsitzende des Mercedes-Team zu bedenken. Die Autos seien mittlerweile so sicher und das Restrisiko so klein, dass diese Entscheidung nicht gut für die Formel 1 sei. "Es ist eine Überreaktion was die Sicherheit betrifft", meint Lauda.

Auch Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko findet: "Diese Entscheidung ist gegen die DNA der Formel 1", so Marko gegenüber der 'Bild'. Auch er meint, Halo sei noch nicht ausreichend getestet und damit nicht ausgereift. "Wenn ein verletzter Fahrer geborgen werden muss oder wenn ein Auto brennt gibt es noch keine klaren Richtlinien, ob der Cockpitschutz nicht sogar nachteilig sein kann", so der Österreicher.

Sein Landsmann Lauda sorgt sich zudem um den ästhetischen Effekt und fürchtet, dass die in dieser Saison durch das neue Reglement bei vielen Fans neu entfachte Begeisterung für die Formel 1 durch das optisch wenig ansprechende Halo wieder abgewürgt wird. "Wir haben neue Autos gebaut, die für den Fan und für den Fahrer wieder attraktiver sind und jetzt setzt man denen ein Stahlgerüst drauf", schüttelt Lauda mit dem Kopf.

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