• 18. April 2017 · 18:17 Uhr

"Schadensbegrenzung": Force India sehnt Update herbei

Obwohl Force India in der WM aktuell an der Spitze des Mittelfelds steht, erklärt Robert Fernley, dass das Auto sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat

(Motorsport-Total.com) - Es ist durchaus ein bisschen kurios: Wenn man dem stellvertretenden Teamchef Robert Fernley so zuhört, könnte man meinen, dass Force India einen völlig verkorksten Saisonstart erlebte. Von großen Problemen und sogar "Schadensbegrenzung" ist die Rede. Dabei steht die Mallya-Truppe mit 17 Punkten nach den ersten drei Saisonrennen schon wieder auf dem vierten WM-Platz und damit vor Teams wie Williams, Toro Rosso und dem Renault-Werksteam.

Sergio Perez, Nico Hülkenberg

Obwohl man bei Force India nicht zufrieden ist, steht man vor Gegnern wie Renault Zoom Download

"Wenn es etwas gibt, in dem wir gut sind, dann ist es die Fähigkeit, das Beste aus der Situation zu machen", erklärt Fernley bei 'Sky Sports F1' und verrät: "In den ersten vier Rennen geht es für uns darum, dranzubleiben. In Barcelona wird dann das Updatepaket kommen und die Probleme, die wir momentan haben, beheben." Denn tatsächlich funktioniert der VJM10 überhaupt noch nicht so, wie man sich das wünscht.

Bereits bei den Testfahrten in Barcelona im Winter wurde den Verantwortlichen schnell klar, dass es ein Problem mit der Korrelation gibt. Das Auto verhielt sich auf der Strecke nicht so, wie man es im Windkanal berechnet hatte. "Diese Dinge passieren einfach", erklärt Fernley. Fakt ist aber, dass Force India dieses Problem auch mehrere Wochen später noch immer mit sich herumschleppt.

Trotz Problemen vor den Konkurrenten

"Das Problem ist, dass es verschiedene Bereiche betrifft, wenn Du einen Fehler machst", erklärt Fernley. Das aerodynamische Paket das Autos muss immer in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Ein "Fehler" beim Frontflügel kann sich also auf den kompletten Rest des Wagens auswirken. In Barcelona wird es daher ein großes Updatepaket geben. Unter anderem bekommt der VJM10 dann einen komplett neuen Unterboden.

Doch zurück zur "Schadensbegrenzung", wie Fernley es nennt. "In den vergangenen drei Rennen haben wir mit einem Auto, das nicht so konkurrenzfähig ist, wie wir es uns wünschen, gute Punkte geholt", freut sich der stellvertretende Teamchef. Tatsächlich brachte Force India in den drei bisherigen Rennen jeweils beide Autos in die Punkte - und das, obwohl der Bolide aktuell noch deutliche Defizite aufweist.

Der Konkurrenz dürfte das durchaus zu denken geben. Denn wenn Force India selbst mit diesem Paket bereits an der Spitze des Mittelfelds steht, müsste die Mallya-Truppe den Gegnern komplett enteilen, wenn die Updates erst einmal da sind. "Vorne kämpfen zwei Teams und vier Teams kämpfen um Platz vier. Red Bull liegt irgendwo dazwischen", schildert Fernley die aktuelle Situation.

Top 3 zu weit weg

Force Indias Hauptgegner scheinen in diesem Jahr Williams, Toro Rosso Haas und auch Renault zu sein. Die Franzosen haben laut Fernley im Winter einen "viel besseren Job" gemacht, als man es erwartet hatte. Dieser enge Kampf im Mittelfeld ist für Fernley "ziemlich aufregend", und er prophezeit: "Ich denke, dass das auch die ganze Saison so bleiben wird." Und der Vorteil scheint aktuell bei Force India zu liegen.


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Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Fahrer. Denn während bei Williams und Renault bisher jeweils erst ein Fahrer gepunktet hat, und der zweite Pilot noch komplett ohne Zähler dasteht, sammeln bei Force India sowohl Sergio Perez als auch Esteban Ocon momentan fleißig Punkte. "Ich denke, das könnte noch sehr wichtig werden", lobt Fernley seine "ausgeglichene" Fahrerpaarung.

Mit WM-Platz drei, den man vor der Saison als Ziel ausgegeben hatte, dürfte es aber trotzdem sehr schwer bis unmöglich werden. Zum einen hat man bereits 30 Punkte Rückstand auf Red Bull, und zum anderen sind die Bullen unter normalen Umständen auch einfach viel zu schnell für Force India. Daran dürfte auch das große Update in Barcelona höchstwahrscheinlich nichts ändern.

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