• 24. Januar 2017 · 15:02 Uhr

Brawn droht Topteams: Schluss mit Boni und Strategiegruppe?

Der neue Formel-1-Sportchef will kleine Teams konkurrenzfähig machen und rüttelt an Machtpfeilern des Establishments - Schlechtes Zeugnis für vergangene Jahre

(Motorsport-Total.com) - Der neue Formel-1-Sportchef Ross Brawn will dafür sorgen, dass sich die Verteilung der allgemeinen Einnahmen der Königsklasse angleicht. Dazu könnte Liberty Media die kontrovers diskutierte Strategiegruppe abschaffen und ein System etablieren, in dem alle teilnehmenden Mannschaften bei der Gestaltung des Reglements mitsprechen. "Wir brauchen Lösungen, mit denen kleine Teams auf eigenen Füßen stehen und die Etablierten angreifen können", fordert Brawn bei 'Sky Sports F1'.

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Christian Horner, Maurizio Arrivabene und Toto Wolff: Gehen Privilegien flöten? Zoom Download

Damit greifen die neuen Machthaber gleich zwei Privilegien der Platzhirsche an. Leistungsunabhängige Bonuszahlungen an Ferrari (105 Millionen US-Dollar im Jahr 2016), Red Bull (74), Mercedes (74), McLaren (32) und Williams (10) wanken. Ecclestone argumentiere stets so, dass er die Formel 1 nur mit diesen prominenten Marken im Startfeld vermarkten könnte. Bei Liberty ist man offenbar anderer Meinung. "Die aktuelle Struktur funktioniert nicht gut", bemängelt auch Chase Carey.

Brawn will Privatiers wie Force India, Sauber oder Manor, die sich derzeit auf die an der Konstrukteurs-WM bemessenen, aber durch die Garantiesummen geschmälerten Boni verlassen müssen, stärken: "Im Moment ist die Herausforderung für sie zu groß. Es braucht eine gesündere Formel 1 - von ganz oben bis nach ganz unten. Auf der Strecke und im Geschäftsleben", fordert der Brite. Er meint damit auch den Prozess, mit dem die Regeln der Königsklasse derzeit gemacht werden.


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Carey attackiert zwischen den Zeilen die Strategiegruppe, ein weiteres Appeasement Ecclestones in Richtung der Topteams. "Wir müssen die Entscheidungsfindung effizienter gestalten", betont er und hofft dabei auf die Mithilfe der bislang privilegierten Mannschaften. "Wir können viele Veränderungen nicht im Alleingang durchführen, sondern müssen mit den Teams arbeiten", so Carey.

Hauruck-Aktionen sind offenbar nicht sein Ding, eher forciert einen langsamen aber umfassenden Wandel in der Formel 1: "Unsere Ziele beziehen sich darauf, wie der Sport 2020 aussieht. Es geht nicht um den Juni 2017." Liberty macht jedoch klar, dass der Grund für die jüngsten radikalen Einschnitte bestehende Probleme seien: "Wir haben das Gefühl, dass in den vergangenen fünf Jahren nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft wurde, sportlich und geschäftlich. Wir brauchen eine Struktur, die Wachstum ermöglicht."

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