• 04. April 2016 · 16:05 Uhr

Jacques Villeneuve: "Was die GPDA macht, ist gefährlich"

Ex-Champion Jacques Villeneuve im Interview: Warum die GPDA lieber Partys feiern sollte anstatt die Regeln zu beeinflussen und wieso er als Fahrer Ohrfeigen erhielt

(Motorsport-Total.com) - Ex-Formel-1-Pilot Jacques Villeneuve war schon in seiner aktiven Karriere als Enfant terrible und Einzelgänger bekannt. Der Kanadier, der in wenigen Tagen 45 Jahre alt wird, kritisiert nun die Fahrergewerkschaft GPDA unter der Leitung von Präsident Alex Wurz, die der Meinung der Piloten mehr Gehör verschaffen will, heftig. Im 'Motorsport-Total.com'-Interview erklärt der Weltmeister des Jahres 1997, wo die Grenzen der Piloten liegen sollten und wieso die GPDA auf gefährlichem Terrain wandelt.

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Ex-Formel-1-Pilot Jacques Villeneuve kritisiert die Fahrergewerkschaft heftig Zoom Download


Frage: "Jacques, was halten Sie davon, dass die Fahrergewerkschaft GPDA mehr Einfluss auf das Reglement in der Formel 1 nehmen will?"
Jacques Villeneuve: "Ich finde es lächerlich. Kennen Sie einen Sport auf der ganzen Welt, wo die Protagonisten in den Entscheidungsprozess eingebunden sind? Nennen Sie mir einen Sport..."


Frage: Nein, ich kenne keinen."
Villeneuve: "Exakt. Ich verstehe das nicht. Es ist in Ordnung, seine Meinung zu äußern. Aber dann politisch an der Demokratie teilzunehmen, wo die Entscheidungen getroffen werden, das geht nicht!"


Frage: Sie waren nie GPDA-Mitglied..."
Villeneuve: "Nein."


Frage: "Nie?"
Villeneuve: "Ich denke nicht, vielleicht für ein oder zwei Monate."

"Die Existenzberechtigung der GPDA? Einmal im Jahr ein schönes Abendessen abzuhalten oder eine Party zu feiern..."Jacques Villeneuve
Frage: "Warum nicht?"
Villeneuve: "Wegen des politischen Aspekts und weil die GPDA manchmal für gewisse Dinge benutzt wird. Ja, die Fahrer sollten ihren Mund aufmachen, wenn es um sportliche Dinge geht, oder wenn es um Sicherheitsfragen geht. Dieses neue Qualifying ist zwar im Fernsehen langweilig, aber ändert das den sportlichen Aspekt?"

"Nach wie vor befindet sich der Beste an der Spitze, und es ist ausgeglichen. Für die Sportler sollte es also in Ordnung sein. Sie sollten ihre Zeit nicht damit verschwenden, zu sagen: 'Wir sollten mehr auf die Fans hören!' Damit sorgen sie nur dafür, dass die Formel 1 nach außen hin schlecht aussieht."


Frage: "Glauben Sie an die Grundsätze und Ziele der GPDA?"
Villeneuve: "Nein, weil ich nicht weiß, welche das sein sollen."


Frage: "Hat sie eine Existenzberechtigung?"
Villeneuve: "Ja, einmal im Jahr, um ein schönes Abendessen abzuhalten oder eine Party zu feiern - soziale Zwecke."

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Frage: "Wenn Sie ein Problem hatten, haben Sie diese Diskussion über Ihr Team statt über die GPDA geführt?
Villeneuve: "Ich würde in so einer Situation meinen Mund aufmachen und eine Ohrfeige kassieren. Vielleicht würde ich mit Ihnen reden. Mir wurden oft Fragen gestellt, denn die Journalisten wussten, dass sie von mir eine Antwort bekommen würden. Dann bekam ich einen Anschiss und wurde bestraft. Das ist der Preis, den man zahlen muss."


Frage: Sind Sie je auf Max Mosley zugegangen oder haben ihn angerufen?
Villeneuve: "Nein."


Frage: "Sie sind stattdessen an die Öffentlichkeit gegangen, und dann hat er Sie angerufen..."
Villeneuve: "Ja, man hat bei einem Rennen keine zwei Stunden Zeit, um über irgendwas zu reden. Die Journalisten stellen eine Frage und du gibst eine Antwort. Und normalerweise antwortet man nicht auf die intelligenteste Art und Weise. Und sehr emotional. Man klammert Dinge nicht aus, obwohl man das wahrscheinlich tun sollte. Und dann wird einem auf die Finger geklopft. Wie in der Schule."


Frage: Und wenn man als Fahrer mit dem Reglement unzufrieden ist und darüber gefragt wird?
Villeneuve:"Klar, dann spricht man darüber. Aber du bist als Fahrer nur ein kleines Rad und verstehst das große Ganze nicht. Du befindest dich in seinem kleinen Kokon. Du weißt nicht, warum die Dinge passieren. Ich finde es daher sehr gefährlich, sich in diese Abläufe einzumischen."


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"Es ist Teil der menschlichen Natur, über alles zu diskutieren und wenn man eine Leidenschaft für seinen Sport besitzt und einen etwas stört, dann wird man es ansprechen. Für mich ging es aber immer um den Sport und wie unglaublich es ist, diese Autos zu fahren - oder auch nicht. Nicht, wie das ganze im TV rüberkommt."

"Das ist Bernie Ecclestones Sache und nicht einmal die Angelegenheit der FIA: Die FIA muss ordentliche Regeln erstellen, die dafür sorgen, dass der Beste gewinnt und der Sport sicher ist. Sie sollte aber nicht für eine künstliche Show sorgen. Qualität statt Quantität ist wichtig."


Frage: Was stört Sie an der aktuellen Formel 1?
Villeneuve: "Ich habe mir das erste Motorradrennen der Saison angeschaut. Man konnte die Anzahl der Überholmanöver zählen - wie einst in der Formel 1. Man konnte sie zählen, und sie waren toll. Jetzt finden unzählige Überholmanöver statt, aber das ist langweilig. Es ist einfach zu viel."

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