• 01. April 2016 · 20:58 Uhr

Formel-1-Regeln 2017: Ziehen die Teams die Notbremse?

Laut der FIA sind Änderungen bis 30. April möglich, sofern sie die Regeln nicht mit Bernie Ecclestone durchboxt - Teams fürchten Langeweile und Mercedes-Dominanz

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 könnte das novellierte Technisches Reglement für das Jahr 2017 nochmals komplett umschreiben. Am Rande des Bahrain-Grand-Prix wird zunehmend Kritik an Boliden mit mehr Abtrieb, breiteren Abmessungen und breiteren Reifen laut, weshalb die Absegnung von Details bis zum 30. April zu einem Tribunal zu avancieren droht. Denn unumstößlich sind die bei einer Sitzung des Motorsport-Weltrates im März in Genf vereinbarten und kommunizierten Beschlüsse offenbar nicht.

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Wie 'Motorsport-Total.com' am Freitag von der FIA erfuhr, kann das Technische Reglement für die kommende Saison bis Monatsende noch komplett geändert werden - und nicht nur die den Antrieb und Teile der Karosserie betreffenden Passagen, wie es viele aus einer offiziellen Pressemitteilung herausgelesen hatten. Danach bedarf es einer einstimmigen Entscheidung aller für die Saison 2017 eingeschriebenen Teams. Ausgenommen sind nur Änderungen, die die FIA aus Sicherheitsgründen vornimmt.

Claire Williams jedoch wünscht sich keine Rolle rückwärts: "Ich sollte sagen: 'hoffentlich'. Aber ich denke, die Dinge sind ohnehin schon klar", erklärt die Co-Teamchefin über eine Absegnung, die die Strategiegruppe in Kürze unternehmen soll. Williams mokiert sich über diverse Verspätungen beim Zustandekommen der Entwürfe der neuen Bestimmungen. Sie glaubt, die Zeit dränge und will die Regeln für 2017 in Stein meißeln: "Es wird alles zu spät. Wir müssen endlich Nägel mit Köpfen machen."

Medienbericht: Acht von elf Teams auf den Barrikaden

Ist die FIA juristisch nicht auf dem Holzweg, müsste die Strategiegruppe die Notbremse ziehen, indem sie Bedenken anmeldet. Doch das kann der Automobil-Weltverband an dieser Stelle selbst blockieren, wenn Bernie Ecclestones Formula One Management (FOM) mitspielt. In Anbetracht dessen, dass der Zampano und Jean Todt derzeit in vielen Dingen gemeinsame Sache machen, ist das sogar wahrscheinlich. Andernfalls müsste die Formel-1-Kommission mit 18 von 26 Stimmen den Schafrichter mimen.


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Wie 'auto motor und sport' berichtet, sollen acht der elf Teams gegen die Einführung der auf einem Konzept von McLaren basierenden neuen Autos sein. Lediglich die Briten selbst, Red Bull und das zugehörige Juniorteam Toro Rosso hielten es noch mit der Novelle. Grund für die neue Skepsis ist dem Bericht nach ein möglicher Wettbewerbsvorteil für McLaren. Was sonst für Kontinuität spricht: Mercedes und Ferrari würden sich ihren Entwicklungsvorsprung und ihre Vormachtstellung weiter sichern.

Privaten Mannschaften wie Force India, Sauber und Manor müssten nicht befürchten, Opfer ihrer kleinen Budgets zu werden. Hinzu kommt die Überholproblematik, die durch mehr Abtrieb - und somit auch mehr Luftverwirbelungen - sogar verschärft werden könnte. Das behaupten immer mehr Fahrer, die sich ursprünglich eine effizientere Aerodynamik für höhere Kurvenspeeds gewünscht hatten.

Dem Pilotenwunsch, die Autos schneller zu machen, müsste auch Reifenzulieferer Pirelli nachkommen und dafür sorgen, dass die Pneus im Rennen länger halten und nicht zugunsten von weniger Abbau geschont werden müssen. Sonst nützt das rasanteste Auto nichts. Red Bull und Renault dagegen wollen aufholen, weil ihre aktuellen Defizite auf einem weißen Blatt Papier getilgt wären und sie massiv in die 2017er Autos investieren könnten.

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