• 07. Mai 2015 · 22:38 Uhr

Weichere Reifen von Pirelli: Die Erleuchtung kommt spät

Auf der Pressekonferenz wollte sich bis auf Fernando Alonso niemand zu weicheren Reifenmischungen äußern, doch im Einzelgespräch blühen die Piloten dann auf

(Motorsport-Total.com) - Fragende Blicke herrschten heute bei der Pressekonferenz, als die Piloten nach überarbeiteten Reifen gefragt wurden. Pirelli möchte die Mischungen noch etwas weicher machen, um mehr Boxenstopps zu garantieren, doch ob der Vorschlag auf Gegenliebe stößt, war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Lediglich Fernando Alonso äußerte sich - und zwar dagegen.

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Die Pressekonferenz war heute meinungsfreie Zone Zoom Download

"Es ist ihre Entscheidung", betont der Spanier und geht zu seiner persönlichen Meinung über: "Ich bin kein Freund von Philosophieänderungen mitten in der Saison. Man sollte bei der Grundidee bleiben." Zwar wären die weicheren Reifen für den eigenen McLaren-Boliden womöglich hilfreich und könnten der Performance zugutekommen, "aber ich denke, sie sollten beim Ausgangsplan bleiben, weil sie sonst in die Meisterschaft eingreifen könnten."

Ähnliches hatte die Formel 1 bereits 2013 erlebt, als Pirelli nach einem chaotischen Rennen mit mehreren Reifenschäden in Silverstone seine Mischungen überarbeitete und enorm in die WM eingriff. So trumpfte Red Bull danach mächtig auf und gewann zehn der noch ausstehenden elf Rennen, während vormalige Reifenwunder wie Force India stark einbrachen.

"Das wird eine sehr, sehr große Änderung sein, wenn es wirklich kommt", urteilt auch Nico Rosberg wenig später im Gespräch mit Journalisten, während er vor den Kameras auf der Pressekonferenz noch nichts sagen wollte. "Ich weiß nicht, ob ich es mitten in der Saison so gut finde. Aber okay, es ist für alle gleich, und dann ist es doch gut. Das bekommen wir hin", ändert er seine Meinung dann doch schnell.

Es ist das alte Bild: Wer vorne ist, möchte möglichst keine Änderungen, doch in Rosbergs Fall könnte die Änderung gegenüber Hamilton das Blatt vielleicht wenden. Mit 27 Punkten Rückstand lässt sich so was leichter sagen, oder? "Ja, dann kann man vielleicht sagen, es ist okay!", grinst der Wiesbadener. Doch aktuell heißt es, dass eher Ferrari von der Änderung profitieren könnte, da diese derzeit schon schonender mit den Reifen umgehen.

"Ich weiß nicht, ich habe darüber bis jetzt nicht viel gehört", zuckt Ferrari-Pilot Sebastian Vettel allerdings mit den Schultern. "Es ist vielleicht ein Vorteil für alle Fahrer, denn wir alle wollen schneller fahren. Das wäre schön, aber hoffentlich nicht nur für eine Runde." Ex-Teamkollege Daniel Ricciardo ergänzt: "Ich denke, es ist cool. Einstopp-Rennen sind ein wenig langweilig, und mit mehr Abbau gibt es mehr Möglichkeiten. Im Qualifying haben wir auch ein wenig mehr Performance, von daher bin ich nicht dagegen."

Und was ist nun mit dem Argument, man würde in die WM eingreifen? "Ich glaube nicht, dass es jemanden mehr bevorzugen wird. Auch wir wissen, was wir machen können, um im Rennen noch ein bisschen besser zu sein", macht sich Rosberg keine Sorgen, und auch Youngster Max Verstappen sagt: "Jeder wird sich daran anpassen, und am Ende wird die Performance in jedem Team mehr oder weniger gleich bleiben." Aber warum hat das nun eigentlich niemand auf der Pressekonferenz sagen können?

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